Bitter Film über Nelson Mandela

Was ist von Nelson Mandelas Erbe geblieben? Diese Frage stellt „Madiba – Das Vermächtnis des Nelson Mandela“, wie Filmemacher Khalo Matabane seinen 85 Minuten langen Dokumentarfilm nennt. Foto: dpaWas ist von Nelson Mandelas Erbe geblieben? Diese Frage stellt „Madiba – Das Vermächtnis des Nelson Mandela“, wie Filmemacher Khalo Matabane seinen 85 Minuten langen Dokumentarfilm nennt. Foto: dpa

Osnabrück. In der Dokumentation „Madiba – Das Vermächtnis des Nelson Mandela“ geht Arte am Mittwoch um 21.45 Uhr der Frage nach, was aus dem Freiheitskampf der südafrikanischen Legende geworden ist.

Er gilt als eine der strahlendsten Figuren der Weltgeschichte – ja, er wird gar „wie ein Gott“ verehrt. Doch was bleibt vom Freiheitskampf, den Nelson Mandela, genannt „Madiba“, einst gegen das Apartheidregime in Südafrika ausfocht? Ist das Erbe des letzten Jahres verstorbenen ANC-Führers und Präsidenten vollbracht? Oder angesichts der bestehenden Zerrissenheit zwischen Schwarz und Weiß gar in Gefahr? Kann die „Wahrheitskommission“ geschehene Verbrechen heilen? Oder besteht nicht doch ein berechtigter Wunsch nach Vergeltung?

Fragen, die den Filmemacher Khalo Matabane umtrieben und die er zahlreichen Zeitgenossen stellte – von prominenten Bewunderern wie Joachim Gauck über den Dalai Lama bis hin zu Henry Kissinger und Colin Powell, aber auch Kritikern, wie etwa der Mutter eines grausam ermordeten Apartheidgegners oder Universitätsdozenten, die die fortbestehende „soziale Apartheid“ anprangern. Ohne die Verdienste Mandelas schmälern zu wollen, blickt der Film kritisch hinter den Mythos. Sein Resümee dabei ist bitter, aber ehrlich: Südafrika sitzt auf einer Zeitbombe. Ein komplexer Film zu einem komplexen Thema – auch jenseits von Sonntagsreden.


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