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03.04.2014, 15:09 Uhr

Streit im ZDF: Jochen Breyer wollte den Wut-Klopp

Kommentar von Mark Otten

Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ist mittlerweile auch für seine aggressiven Mimiken bekannt. Foto: reutersBorussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ist mittlerweile auch für seine aggressiven Mimiken bekannt. Foto: reuters

Osnabrück. Nach dem Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund musste Jürgen Klopp noch in den Zweikampf mit ZDF-Moderator Jochen Breyer. Der Sieger heißt am Ende aber Oliver Kahn. Ein Kommentar von Mark Otten.

Jürgen Klopps Ausraster sind mittlerweile in unschöner Regelmäßigkeit Thema. Das weiß er selbst. Am Mittwochabend war es wieder so weit. Nach dem verlorenen Champions-League-Spiel gegen Real Madrid geriet der Trainer von Borussia Dortmund mit dem 31-jährigen ZDF-Moderator Jochen Breyer aneinander. Doch diesmal kann man Klopp nur einen kleinen Vorwurf machen. Denn Breyer wollte den Wut-Klopp.

Eines ist klar: Es ist die Aufgabe eines Journalisten, unangenehme Fragen zu stellen. Auch und besonders in Momenten, in denen der Gesprächspartner sie am liebsten nicht hören möchte. Doch Breyer hat platt gestichelt und provoziert. Auch dem nach Niederlagen oft mürrischen Jürgen Klopp steht ein fairer Umgang zu.

Auf die dreiste Frage: „Das Ding ist durch, oder?“ konnte Breyer keine ernste Antwort von Klopp erwarten. Während der mit sich rang, die Fassung einigermaßen zu wahren, strahlte und lachte der Journalist. Er fand das offensichtlich lustig. Das ist schwach.

Klopps wütende Reaktion ist nachvollziehbar, aber auch alles andere als souverän. Er hätte Breyers provokante Frage einfach nicht beantworten sollen. Das hätte eine deutlich stärke Wirkung gehabt. So ist er Breyer auf den Leim gegangen.

Größe zeigte dagegen Oliver Kahn. Sonst um keinen Kommentar verlegen und erst vor Kurzem im Clinch mit Klopp, blieb er als Einziger sachlich, nahm den Trainer sogar in Schutz. Das zeigt aber auch eines: Wenn in einem Dreier-Gespräch nicht ZDF-Moderator oder BVB-Trainer, sondern Ex-Welttorwart Kahn der Besonnenste ist, spricht das weder für Klopp noch für den Mainzer Sportmoderatoren-Nachwuchs.


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