Inklusion und Popkultur Ganz groß: Der Blog NiniaLaGrande aus Hannover

Von Corinna Berghahn

Ninia Binias bloggt auf NiniaLaGrande über Feminismus, Popkultur und Inklusion. Foto: Alexandra ReszczynskiNinia Binias bloggt auf NiniaLaGrande über Feminismus, Popkultur und Inklusion. Foto: Alexandra Reszczynski

Osnabrück. Ninia Binias bloggt auf NiniaLaGrande klug über Feminismus, Popkultur und Inklusion.

Bloggerin Ninia Binias gehört zu den jungen Frauen, die von dem feministischen Blog Mädchenmannschaft geprägt wurden: „Als ich die Mädchenmannschaft entdeckt habe und gesehen habe, dass die auch über Feminismus schreiben, habe ich gemerkt, dass ich gar nicht so komisch bin, wenn ich ständig sage, dass mir einige Sachen nicht gefallen.“

Und gefallen tut Binias einiges nicht. Beispielsweise der Auftritt von Sängerin Miley Cyrus bei „Schlag den Raab“ im September 2013.

Die Sängerin kam mit Band. Die allerdings nicht wirklich spielte. Und aus Kleinwüchsigen bestand. Binias war empört - und machte ihrer Empörung Luft. „Es ist ok, mit behinderten Menschen aufzutreten, so lange sie nur als ;Schmuckstück‘ gelten? Kleine Zwergenmenschen sind superniedlich? Hell no“, schrieb sie. Der Text sorgte für viele Reaktionen -positive wie negative.

Doch Inklusion ist eines ihrer Themen. War es immer schon: „Ich bin mit 1,40 Meter selbst nicht besonders groß. Barrierefreiheit hat mich daher immer schon beschäftigt. Später im Netz habe ich gemerkt, dass es mehr Leute gibt, die das interessiert“, sagt sie. Ihren Blog gibt es seit 2008. Doch er dreht sich mitnichten nur um Inklusion: Von Film- und Musiktipps über Politik und Feminismus bis hin zu Kurzgeschichten findet sich ein breites Spektrum quer durch die Popkultur.

„Das ist wie Applaus“

Und auch wenn sie selten ihr Intimstes preisgibt, lesen sich viele Einträge persönlich. „Ich bin schon eine kleine Rampensau und verpacke gerne Dinge, die ich erlebe, in lustige Geschichten. Natürlich freut man sich da über das Feedback, das man bekommt - ob Kommentare oder Likes. Das ist wie Applaus“, sagt sie. Da passt es auch, dass sie als eine der wenigen weiblichen Poetry-Slamer auftritt.

In der Blogszene ist sie jedoch nicht allein unter Männern. Trotzdem muss sich was die Wahrnehmung weiblicher Bloggerinnen betrifft etwas ändern, findet sie: „Frauenblogs sollten wesentlich ernster genommen werden. Allein diese Unterteilung à la: Frauen machen ,Mädchenthemen‘ wie Stricken und Kochen und Männer beschäftigen sich mit den ,richtigen‘ Themen ist falsch. Zum einen bloggen viele Frauen über Technik und Computerspiele. Zum anderen ist die gesamte Unterteilung unsinnig.“