Initiative ohnedich.ch Schweizer möchten nicht ohne Ausländer


Osnabrück. Seit der Volksabstimmung für die Begrenzung der Zuwanderung Anfang Februar ist die Schweiz gespalten. Auf der Plattform ohnedich.ch drücken Schweizer und Ausländer nun ihre Liebe und Wertschätzung zueinander aus, um klarzumachen: Wir wollen das Gesetz nicht.

Wie funktioniert das Projekt? Ausländer und Schweizer posieren gemeinsam auf einem Foto, schreiben einen netten Satz dazu und laden ihr Bild auf der Seite ohnedich.ch hoch. Kolumbianer, Mexikaner, Italiener, Deutsche, Serben, Iraker, Griechen, noch viele weitere – und Schweizer. Sie sagen „Ohne Dich würde niemand über meine Witze lachen“ oder „Ohne Dich wäre die Welt nicht so bunt“ oder „Ohne Dich wäre das Leben nur halb so schön. Danke für unsere Familie“. Es sind mittlerweile 1300 Liebes- und Freundschaftsbotschaften auf 52 Seiten. „Und es kommen täglich 200 neue dazu“, sagt der 39-jährige Silvan Groher. Neben Berni Stoller und Ralph Moser ist er einer der Initiatoren der Homepage.

Die drei sind Grafiker, Webarchitekt und Software Engineer und leben in und bei Zürich. Die Idee hätten sie unmittelbar nach der Abstimmung gehabt, erzählt Groher, den Ausschlag hätten die Negativschlagzeilen und der Fremdenhass gegeben.

Mit 50,3 Prozent stimmten die Schweizer am 9. Februar in einer Volksabstimmung dafür, die Zuwanderung von Ausländern zu begrenzen. Die Initiative „Gegen Masseneinwanderung“ der national-konservativen Schweizer Volkspartei (SVP) war erfolgreich. Eine knappe Entscheidung mit großen Folgen. Die Regierung in Bern muss das Anliegen nun innerhalb von drei Jahren umsetzen.

Seit einer Woche ist die Homepage ohnedich.ch nun im Internet, aber mit der enormen Resonanz hätten sie nicht gerechnet, so Groher. Er sagt: „Wir wollten unseren fremdländischen Freunden, Geliebten und Kollegen zeigen, dass sie hier mehr als willkommen sind.“

Und mit diesem Bedürfnis stehen sie offenbar nicht alleine da.


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