Neuverfilmung von Malles „Irrlicht“ Joachim Triers Selbstmord-Film „Oslo, 31. August“

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Ein Mensch bringt sich um: Anders Danielsen Lie in Jochim Triers „Oslo, 31. August“ Foto: absolutEin Mensch bringt sich um: Anders Danielsen Lie in Jochim Triers „Oslo, 31. August“ Foto: absolut

Berlin. Joachim Trier verfilmt Drieu La Rochelles „Das Irrlicht“ neu – und muss sich mit „Oslo, 31. August“ nicht hinter Louis Malles erster Adaption verstecken.

1963 machte Louis Malle die Verfilmung von Pierre Drieu La Rochelles „Das Irrlicht“ zu einem seiner schönsten Filme. Der Norweger Joachim Trier hat das Buch noch einmal verfilmt – und mit „Oslo, 31 August“ einen nicht weniger großartigen Film vorgelegt.

Erzählt wird ein Tag im Leben des Junkies Anders. Nach der Entziehungskur besucht er alte Freunde – ohne den Anschluss an sie zu finden. Nicht mal zu sich selbst hat er noch einen Bezug. Weder für ihn noch für den Zuschauer besteht ein Zweifel daran, dass er sich am Ende dieses 31. August mit einem finalen Rückfall töten wird. So wird der Film zu einem Abschied von einer Welt, die Anders schön findet, ohne sich ihr noch zugehörig zu fühlen. Maurice Ronet spielte dieses Gefühl bei Malle als bittere Enttäuschung. Anders Danielsen Lie, ein schauspielernder Arzt, gibt seiner Figur nun eine weichere Traurigkeit mit.

In einer umwerfenden Schlusssequenz besucht die Kamera noch einmal alle Orte, die Anders an seinem letzten Tag gesehen hat. Da fehlt er schon.

„Oslo, 31. August“. absolut medien. 96 Min. Norwegische Originalfassung mit Untertiteln.


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