Hüllenlose Mädchen, Uni-Verbot Germany‘s next Topmodel 2014 sorgt für Skandale



Osnabrück. Bald geht es wieder los: Anfang 2014 startet „Germany’s next Topmodel“ bei Prosieben. Zum neunten Mal begeben sich junge Mädchen freiwillig in den vorprogrammierten Zickenkrieg, kämpfen sich durch sinnfreie Challenges und bangen vor dem vernichtenden Urteil von Model-Mama Heidi Klum. Die kommende Staffel macht schon jetzt Schlagzeilen.

Wer weiß noch, wie die Gewinnerin von „Germany’s next Topmodel 2013“ hieß? Keinen Schimmer? Es war Lovelyn Enebechi, die man mit ihren süßen sechszehn Lenzen im restlichen Jahr nach der Show meistens sich räkelnd auf einem Auto in der Opel-Werbung sah. Nur sie kam aufs Cover der deutschen Cosmopolitan, nur sie gewann 250.000 Euro, nur sie gewann ein Auto und ja, nur sie gewann einen Modelvertrag. Die Finalshow , von der vor allem zwei barbusige Femen-Aktivistinnen im Gedächtnis blieben, ist eine gefühlte Ewigkeit her. Es wird Zeit, sich emotional auf die nächste Casting-Runde einzustellen. Im Februar heißt es bei Prosieben wieder: „Ich habe heute leider kein Foto für dich.“

Die Castings zu „Germany’s next Topmodel 2014 dauerten bis Anfang September. Man darf gespannt sein, wie viele Mädchen laut Sender daran teilnahmen. Die Zahlen klingen seit jeher utopisch. Und dieses Mal, dem Internet sie Dank, tauchten Videos auf, in denen Augenzeugen von gähnend leeren Castingräumen erzählen. Dazu passt auch, dass bei einigen Castings kurzerhand das Regelwerk gelockert wurde. So schafften es sogar Mädchen mit einer Größe von 1,73 Metern in die nächste Runde. . Skandal! War doch vorher verkündet worden, die Teilnehmerinnen könnten sich unter einer Größe von 1,76 Metern keine Hoffnungen auf die nächste Runde machen.

Ob sich die Einschaltquoten nach dem stetigen Sinkflug in den vergangenen Jahren wieder auf einem annehmbaren Level einpendeln können, bleibt abzuwarten. Zuletzt schalteten lediglich 1,85 Millionen Zuschauer der werberelevanten Zielgruppe ein. Zum Vergleich: Zu besten Zeiten, während Staffel vier, verzeichnete die Show einen Marktanteil von 23,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.

Die Sendung hat ein zunehmendes Imageproblem, und zwar nicht mehr nur unter besorgten Eltern, die ihre Töchter nicht permanent für die schlanke Figur hungern sehen wollen. Auch die jüngere Generation ist zunehmend genervt von dem weltfremden Frauenbild, das Klum mit ihrer Show als völlig normal verkauft. Jüngstes Beispiel: Als die Topmodel-Mama für Dreharbeiten zur neuen Staffel in der Berliner Humboldt-Universität auftauchte, beschwerten sich anschließend Studenten darüber, dass Klum überhaupt eine Drehgenehmigung erteilt worden war.

Hintergrund: eine Psychologie-Studentin hatte sich bei „Germany’s Next Top Model 2014“ (kurz „GNTM“) beworben. Klum wollte die junge Frau mit der Zusage für die Show mitten in einer Vorlesung überraschen und hatte natürlich ihr Kamerateam dabei. Denn, das hat man schon in der vergangenen Staffel GNTM ausgiebig gezeigt: La Klum ist ganz nah dran an „ihren“ Mädchen, wagte sich sogar schon in einen Kirche um Jaqueline Thießen abzuholen, die eigentlich Pastorin werden wollte. Die Model-Mama erschien wie der rettende Heiland im Licht und rettete das 16-jährige Mädchen vor der Karriere hinterm Altar.

Nun ja, in den akademischen Kreisen der Humboldt-Universität kam Klums Rettungsversuch nicht gut an. Zwar hatte die Pressestelle der Uni den Dreh genehmigt und auch der Dozent der betroffenen Vorlesung war einverstanden. Doch wie der Tagesspiegel berichtete, beschwerte sich dann die Studentenvertretung bei einer Sitzung des Akademischen Senats über die Prosieben-Dreharbeiten. Uni-Präsident Jan-Hendrik Olbertz hat wohl in Zukunft keine Lust mehr auf derlei Diskussionen. Eine Unterbrechung des Lehrbetriebs für ein Format wie „Germany’s next Topmodel“ werde es künftig nicht mehr geben, Drehgenehmigungen würden nicht mehr erteilt.

Zur Jury gehört in der neuen Staffel neben Heidi Klum und Thomas Hayo in der neuen Staffel auch Designer Wolfgang Joop. Für den 68-Jährigen musste Fotograf Enrique Badulescu seinen Jurorenstuhl räumen. Dabei fiel Joop in der Vergangenheit eher nicht als Fan von des Exportschlagers Klum auf. In Interviews lästerte er schon mal über ihr „Dauergrinsen“ oder stellte gar fest, sie sei gar kein Topmodel sondern lediglich ein Werbegirl.

Naja, dann weiß sie ja schließlich, was sich gut verkauft. Und darauf setzt Klum wohl auch bei „Germany’s nrxt Topmodel 2014“. Es sind Fotos von den Dreharbeiten aufgetaucht, bei denen sich die Kandidatinnen leichtbekleidet in Malibu am Strand räkeln - in dem Armen eines Mannes. Viel nackte Haut, ein Hauch Lolita-Sex - das wird die Quote schon rausreißen. Wir bleiben dran.


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