129. Geburtstag des Klecksers Google-Doodle: Hermann Rorschach in 6 Fakten


Berlin. Tintenkleckse entscheiden darüber, ob Sie verrückt sind - zumindest im Testverfahren von Hermann Rorschach, dessen 129. Geburtstag Google heute mit einem lustigen Doodle feiert. 6 Fakten zum Rorschach-Test, bei dem Sie auf keinen Fall sexuelle Motive entdecken sollten.

Die Startseite von Google ist heute die psychonanalytische Praxis von Hermann Rorschach. Mitten im Bild: Ein Blatt Papier mit wechselnden Tintenklecksen. Das Doodle ehrt den Erfinder des Rorschach-Tests. Bei dem Verfahren sollen die Assoziationen zu Tintenklecksen über die seelische Gesundheit des Patienten Aufschluss geben. Heute ist der 129. Geburtstag des Psychiaters Hermann Rorschach - wir stellen sein Leben und Werk in sechs Fakten vor.

1. Selbsterkenntnis im Tintenklecks: Hermann Rorschach (1884-1922) glaubte, aus zufälligen Assoziationen seiner Patienten auf ihre seelischen Leiden rückschließen zu können. Diese These wurde Grundlage des Rorschach-Test, bei dem die Probanden Bilder und Gegenstände in Klecksbildern sehen sollen. Die Idee, Kleckse in der Seelenheilkunde zu nutzen geht bereits auf die Franzosen Alfred Binet und Victor Henri zurück.

2. So klecksen Sie richtig: Für einen fachgerecht ausgeführten Tintenklecks wird das noch feuchte Papier in der Mitte gefalzt und zusammengepresst, sodass die Farbe zu einem achsensymmetrischen Bild verschmiert.

3. Klecksografie ist Kunst: Bevor Tintenkleckse zum Test wurden, waren sie Kunst. Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb der Arzt und Dichter Justinus Kerner (1786-1862) Verse auf Tintenkleckse. Zum Beispiel diese ebenso hübschen wie frommen Paarreime:

„Aus Dintenfleken ganz gering

Entstand der schöne Schmetterling.

Zu solcher Wandlung ich empfehle

Gott meine flekenvolle Seele.“

4. Zum Klecksen geboren: Rorschach hat mit der Klecks-Anamnese sein Laster zum Beruf gemacht. Auf der Schule hatte er offenbar so hemmungslos Tinte verspritzt, dass die Klassenkameraden ihm den Spitznamen „Klecks“ gegeben haben.

5. Superheld: Ein abgewrackter Superheld mit Kampfnamen „Rorschach“ tritt in Alan Moors Comic „Watchmen“ auf. Allerdings hat der Mann, der sich mit einer Art „Rorschach-Test“-Maske das Gesicht verdeckt, keine übermenschlichen Kräfte. Stattdessen ist er eine gestörte Persönlichkeit, die verbisssen nach Übeltätern jagt.

6. Tod mit 37 Jahren: Nachdem seine Blinddarmentzündung zu spät diagnostiziert wurde, erlitt Hermann Rorschach 1922 eine Bauchfellentzündung und starb. Nach dieser traurigen Nachricht noch ein lustiger Schlussakkord:Was sieht Sheldon aus „Big Bang Theory“ im Rorschach-Test? Hier erfahren Sie es.

Testen Sie sich selbst: In diesem YouTube-Clip spielt ein Tutorial-Autor seinen (und Ihren) Geisteszustand anhand von Rorschachs Original-Tintenklecksen durch. Tipp: Wenn Sie etwas Sexuelles in den Bildern sehen, schweigen Sie darüber!

Wissenswertes zu den letzten Doodles:

Selma Lagerlöfs Pflegekind hieß Nils Holgersson - wieso?8 Fakten zur Nobelpreisträgerin.

Warum wollten alle Ölkonzerne ein Logo von Raymond Loewy? Wegen des Streamlining natürlich!

Dürfen Mädchen Fallschirm springen? Der Luftpionier Garnerin.

Welche Geschlechtskrankheit hatte Nietzsche?

Was war noch mal das Foucault’sche Pendel?

Wieso hat Doppelhelix-PionierinRosalind Franklin den Nobelpreis verpasst?

Erwin Schrödingers tote Katze lebt. Wie das?

Hat Rembrandt etwas mit dem Hobbit gemeinsam? Er hat!

Doodle als Eigenwerbung: Was das Google-Portal zur Wahl bietet – und wie der Konzern sich mit dem , Doodle gegen Twitter und Facebook in Stellung bringt


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN