Fremdschämen statt fernsehen The Voice of Germany 2013: Peinlich, Nena, peinlich!

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Die Jury bei The Voice of Germany: Wen holen sie ins Team der Osnabrücker Kandidaten? Foto: dpaDie Jury bei The Voice of Germany: Wen holen sie ins Team der Osnabrücker Kandidaten? Foto: dpa

Osnabrück. Auch in der dritten Folge der Casting-Show „The Voice of Germany“ sind die Würfel gefallen - dieses Mal ohne Osnabrücker Gesicht auf der Bühne. Eines ist nach der Sendung klar: Besonders für die 23-jährige Anina Schibli wird es in der zweiten und dritten Runde ganz hart. Ihr Kommilitone von der Hochschule Osnabrück, Nico Gomez, profitierte hingegen vorerst von einem etwas drückfaulen Max Herre.

Den dicksten Fang des Abends haben vermutlich Alec Völkel und Sascha Vollmer von The BossHoss gemacht. Mit David Whitley , einem 44-jährigen Amerikaner aus Washington D.C., haben sie sich einen Kandidaten geschnappt, der Jury und Studiopublikum beeindruckt hatte. Heute lebt der Musiker in Stuttgart.

Stuttgart? Da kommt doch auch Max Herre her. „Wir kennen uns. David ist ein großartiger Sänger“, erklärte das Jurymitglied nach dem Auftritt des Kandidaten. Der hatte mit seiner tiefen und voluminösen Stimme zuvor „Freedom“ von Anthony Hamilton und Elayna Boynton auf die Bühne gebracht. Ein Song der vom Soundtrack des Films „Django Unchained“ bekannt ist.

Doch Whitley kennt nicht nur Max Herre. Zur Show begleitet wurde er von Pop-Sängerin Cassandra Steen, die nach seiner Aussage so etwas wie eine Schwester für ihn ist. Er sei sowohl ihr als auch Herres Stimmtrainer gewesen. „Jetzt coachen wir den Coach von Max“, freute sich Vollmer von BossHoss. Der smarte und sympathische Whitley hatte sich zwischen allen vier Jurymitgliedern entscheiden können. Doch Samu hätte sicherlich Recht gehabt: Wäre Whitley zu seinem ehemaligen Zögling Herre gegangen, wäre das „zu viel Stuttgart in one Team“ gewesen.

Glück für den Osnabrücker Kandidaten Nico Gomez, der in Herres Team ist. Denn in der zweiten Phase der Show wird es in die sogenannten „Battle Rounds“ gehen. Dann singen jeweils zwei Kandidaten des gleichen Coaches ein Duett. In Phase drei, dem „Showdown“, singen alle Übrigen eines Teams gegeneinander. Weiter kommt am Ende nur einer. Für Anina Schibli könnte das gegen Whitley und Co. schwer werden.

Neu in Team-Herre und damit Gomez‘ neue Konkurrentin ist einzig Violeta Kokollari . Die 17-jährige Münchnerin fiel durch eine tiefe und farbenfrohe Stimme auf. Ihr Gesang bei „Wonder“ von Emeli Sandé hatte Gänsehautpotenzial. Zurücklehnen kann sich Gomez also keineswegs.

Max Herre selbst machte durch sein häufiges Zögern auf sich aufmerksam. Er drückte nur selten, drehte sich wesentlich seltener um als Jurykollege Samu. Er ist wählerisch. Samu hingegen schlug diverse Male auf den Buzzer. Der sympathische Finne versprach den Kandidaten dann häufig die große internationale Bühne. Zum Ärger von BossHoss, die „realistische“ Aussagen bevorzugten. So führten die beiden Parteien das ein oder andere Privatduell um aussichtsreiche Kandidaten. Außerdem blieb für die beiden Berliner Cowboys Samus Bezug zu Nashville und Country ein Rätsel.

Ans Herz ging das Ausscheiden von Gianni Meurer. Der Sänger mit italienischen Wurzeln überzeugte die Jury erst nachdem sich ihre Sessel gedreht hatten. Besonders Nena war untröstlich: „Dieses Mal verstehe ich mich selbst nicht.“ Sicherheitshalber notierte sie sich aber seine Telefonnummer. Einer der eher wenigen positiven Momente mit Nena. Zuvor hatte sie eher durch ihre leicht theatralische Art, Songs tanzend und singend mitzufühlen, für kurze Schauer des Fremdschams gesorgt.

Insgesamt war das Niveau aller Sänger und Sängerinnen wieder enorm hoch. Am Freitagabend steht eine weitere Runde der sogenannten „Blind Auditions“ auf Sat.1 an. Mit Osnabrücker Beteiligung geht es allerdings erst im November weiter.


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