Nacktaufnahmen im Netz Kampagne gegen „Sexting“ gestartet

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Mobbing und Hänseleien nehmen im Internet extreme Ausmaße an. Ein relativ neues Phänomen ist das sogenannte „Sexting“. Foto: Archivbild dpaMobbing und Hänseleien nehmen im Internet extreme Ausmaße an. Ein relativ neues Phänomen ist das sogenannte „Sexting“. Foto: Archivbild dpa

dpa/hns Osnabrück. Eine Nacktaufnahme von sich selbst ist dank Smartphones sekundenschnell verschickt. Löschen lässt sie sich im weltweiten Netz kaum mehr. „Sexting“ heißt das Phänomen - die Schweiz startet jetzt eine landesweite Kampagne dagegen.

Immer mehr Jugendliche versenden erotische Fotos von sich per Handy: Gegen dieses „Sexting“ ist jetzt in der Schweiz eine landesweite Kampagne gestartet worden. Junge Menschen setzten sich mit dem Verschicken von Nacktaufnahmen über soziale Netzwerke oder via SMS erheblichen Gefahren aus, warnte die Stiftung Pro Juventute (Für die Jugend) am Montag zum Auftakt der Aktion. Unter dem Slogan „Sexting kann dich berühmt machen. Auch wenn du es gar nicht willst“ bietet die Stiftung Hilfe an.

«Sexting» nennt die Fachwelt das Verschicken intimer Bilder von sich selbst. Der Begriff kommt von «Sex» und «texting». Er kam auf mit dem Boom digitaler Nachrichtenprogramme wie WhatsApp. Sie haben das Verschicken von Bildern und Videos kinderleicht gemacht.

Der Missbrauch intimer Fotos oder Videos sei eine der schlimmsten Formen von Cyber-Mobbing, sagte der Kinder- und Jugendpsychologe Urs Kiener: „Für Jugendliche kann es äußerst belastend sein, wenn intime Fotos von ihnen im Netz kursieren.“ Sie fühlten sich dann oft „extrem hilflos und verzweifelt“.

Bei einer Umfrage unter Schweizer Jugendlichen gaben laut Pro Juventute sechs Prozent der Teilnehmer an, erotische Aufnahmen von sich verschickt zu haben. In anderen Ländern sollen es schon weit mehr sein. In Großbritannien erklärte laut der Zeitung „Daily Mail“ kürzlich die Hälfte von 500 befragten Teenagern , intime Fotos per Handy erhalten zu haben; 40 Prozent gaben an, solche Aufnahmen von sich gemacht zu haben.

Die internationale Kinderschutzorganisation „Innocence in Danger“ - Unschuld in Gefahr - begrüßte die Initiative der Schweiz. Das Thema gewinne auch in Deutschland verstärkt an Wichtigkeit, sagte eine Sprecherin noz.de. Im August brachte die Organisation eine App für Kinder heraus mit dem Titel „Clever im Netz“, um sie verstärkt aufzuklären und zu schützen.

Der Frauennotruf in Münster berät eigenen Angaben nach auch immer wieder zu dem Thema .


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