Gerry und Kate McCann im ZDF Was Maddies Eltern bei „Aktenzeichen XY“ sagten


Berlin. Eine neue Spur im Fall der verschwundenen Madeleine McCann weist nach Deutschland oder in die Niederlande. In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ baten die Eltern die deutschen Zuschauer um Hilfe.

Gerry und Kate McCann halten sich beim Interview an der Hand. Er wirkt nach außen gefasst; in ihren Zügen fällt auch beim ZDF-Auftritt die bleierne Erschöpfung auf, von denen ihr fröhlich gemustertes Kleid nicht ablenken kann. „Wie schaffen Sie es, den Alltag zu meistern?“, fragt Aktenzeichen-Moderator Rudi Cerne. Die harte Antwort Kate McCanns macht klar, was ein jahrelang unaufgeklärtes Verbrechen bedeutet: „Wir haben uns an das Leben ohne Madeleine angepasst. Es gibt schwere Phasen, aber auch Momente der Normalität.“ Ihr Mann benennt dann die Tatsache, die das Leben der Familie seit dem 3. Mai 2007 bestimmt: „Es gibt keinen Beweis dafür, dass sie tot ist.“

Vor dem ZDF-Auftritt waren Madeleines Eltern schon bei der BBC und im niederländischen TV zu Gast – mit großer Resonanz. „Was löst das in Ihnen aus?“, fragt Cerne. „Es klingt nach einem Durchbruch“, sagt Gerry McCann und appelliert an deutsche Touristen des Jahres 2007, sich zu melden.

Vor dem rund zehnminütigen Interview zeigte das ZDF im „Aktenzeichen XY“-Stil eine Reinszenierung des Abends, an dem die fast vierjährige Madeleine aus der Ferienanlage an der Algarve verschwunden ist. Einmontiert ist ein aufgezeichnetes Gespräch mit den McCanns und dem Ermittler, der danach auch im Studio sitzt: Andy Redwood von Scotland Yard geht sicher von einer Entführung aus und sucht nach einem Mann, der im Ferienort ein Kind in Richtung Strand getragen haben soll. Sein Phantombild und die von womöglich deutschsprachigen Männern , die sich am Ort verdächtig gemacht hatten, sind gerade veröffentlicht worden. Ein erster Mann, der ebenfalls ein schlafendes Kind trug, gilt inzwischen als entlastet. Auch der nun Gesuchte, betont der Ermittler, könnte völlig unschuldig sein.

Das ZDF lässt sich viel Zeit, bis es zur Geschichte der McCanns kommt. Zuerst geht es um Doppelmorde, Vergewaltigungen, einen Willkür-Mord und um das rätselhafte Verschwinden eines Mannes aus Kiel und einer Frau aus Königswinter. Die McCanns werden gewissermaßen als Höhepunkt an den Schluss der diesmal überlangen Sendung platziert. Die Sonderstellung, die dieses Verbrechen in der öffentlichen Wahrnehmung einnimmt, wäre eine eigene Sendung wert.


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