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Ein Auslands-Spezial Die „Sendung mit der Maus“ sagt „kalimera“

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Köln. Ralph Caspers kommt rum. Für die „Sendung mit der Maus“ bringt er Kindern in Deutschland einmal im Jahr die große weite Welt näher, zum Beispiel Indien, Südafrika oder Brasilien. In diesem Jahr ist nun Griechenland dran.

„Normalerweise zeigen wir die Auslands-Maus immer im März zum Maus-Geburtstag“, sagt Ralph Caspers im Gespräch mit unserer Zeitung. „Aber das hat diesmal mit der Organisation und Drehterminen nicht geklappt. Deshalb sind wir dieses Jahr ein bisschen später dran.“ Die gesamte halbe Stunde der sonntäglichen „ Sendung mit der Maus “ ist, unterbrochen von kurzen Maus-Spots, dem „Krisenland Europas“ gewidmet. „Der Aufhänger für unsere Länder-Auswahl ist immer etwas Aktuelles“, sagt Caspers. „Und Griechenland war natürlich in den letzten Monaten in aller Munde, auch bei Kindern.“ Also sagt die Maus an diesem Sonntag „kalimera“ (Guten Tag).

Seltsame Buchstaben

Dennoch geht es nicht um Politik und Wirtschaft. „Im Mittelpunkt steht bei uns immer eine ganz normale Familie“, so Caspers. „Wir zeigen, wie ganz normale Leute in dem jeweiligen Land leben.“ Am Sonntag laden Katerina (11) und Alkiviadis (13) und ihre Eltern zu sich nach Hause ein. „Wir wollen so etwas wie die Mittelschicht darstellen“, sagt Caspers, und die unterscheidet sich offenbar nicht so sehr von den „Mittelschicht-Zuschauern“ der Maus bei uns: Vater und Mutter sind berufstätig, die Kinder gehen zur Schule, die Familie bewohnt eine Eigentumswohnung in einem Wohnblock in einem Vorort von Athen, jedes Kind hat ein eigenes Zimmer.

„Die Familie ist nicht arm, aber sie müssen schon ein bisschen aufs Geld gucken“, beschreibt Caspers seinen Eindruck. Vielleicht wird deshalb der Kleinwagen ein bisschen eng, wenn der deutsche Moderator mit hineinschlüpft. Durchtragendes Element der Sendung ist die griechische Sprache mit ihren seltsamen Buchstaben. Zusammen mit der Schulklasse von Katerina erklärt die Maus, wie die Buchstaben aussehen, und wie sie ausgesprochen werden. Und sie zeigt, wie viele unserer Wörter griechische Wurzeln haben, zum Beispiel „Chaos“ oder „Theater“ oder so auch alltägliche Worte wie „Meter“ oder „Schule“. Da schauen auch viele Eltern interessiert hin. „Wir machen gar nicht speziell Fernsehen für Kinder“, meint Ralph Caspers. „Wir fragen uns eher: Ist die Geschichte erzählenswert? Dann halten wir noch die Sprache einfach, sodass man gut folgen kann. Aber das ist ja auch für Erwachsene angenehm.“ Natürlich gibt es viele Infos, die Kinder besonders interessieren, wie zum Beispiel Schule oder Sport. Aber daneben wirft das Maus-Team eben auch einen Blick auf die Akropolis, auf alte Tempel und orthodoxe Kirchen, auf die vorgelagerte „Pirateninsel“ oder auf leer stehende Geschäfte. „Wenn die Wirtschaftskrise die Familie betrifft, dann erwähnen wir sie auch“, sagt Caspers.

Der 41-jährige Filmemacher , der selbst Vater von drei Kindern ist, ist inzwischen eines der bekanntesten Gesichter im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen. Sein jungenhafter Charme und sein leicht ironischer Witz haben ihn bei seinen jungen Zuschauerinnen und Zuschauern zum beliebten Moderator gemacht, auch von Wissens-Formaten wie etwa der KiKa-Reihe „Wissen macht Ah!“.

„Ganz ehrlich: In erster Linie mache ich die Sendungen für mich; ich selbst habe am meisten Spaß dabei“, erzählt er. „Ich mache kein Kinder-Fernsehen, ich mache Ralph-Fernsehen!“

„Bis ins hohe Alter“

Diesen ganz eigenen Spaß merkt man ihm deutlich an, auch wenn er inzwischen seit 15 Jahren für die „Maus“ und andere unterwegs ist. „Wenn die mich lassen, mache ich die Maus noch bis ins hohe Alter. Total gerne!“, antwortet er auf die Frage eines jungen Zuschauers. Zu bereisen und zu erfahren gibt es noch viel. „Ich habe nicht den Eindruck, dass ich durch meine Wissenssendungen viel schlauer geworden bin. Ich habe jetzt mehr Faktenwissen, klar, aber ich merke eigentlich jeden Tag, wie wenig Ahnung ich habe und wie viel es noch zu lernen gibt.“

Und was hat ihn in Griechenland überrascht? „Das leckere Essen und die vielen Süßigkeiten. Wir kennen vom griechischen Essen ja eher die riesigen Fleischportionen und den Gyros-Spieß. Aber in Wirklichkeit ist das sogar was für Vegetarier.“ Und dass auf Griechisch „Hallo“ und „Tschüss“ genau dasselbe heißt. „Echt praktisch!“

Die Sendung mit der Maus – „Griechenland-Spezial“, ARD, Sonntag, 11.30 Uhr.


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