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Eckart von Hirschhausen über Adels- und Doktortitel, Humor und eine neue Show „Privat oder Kasse?“

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„Doktor Glück“ ist überall: Eckart von Hirschhausen ist Arzt, Kabarettist, Kolumnist, Buchautor, Talkshow-Gastgeber und Show-Moderator. Und er fordert mehr Humor am Arbeitsplatz. Foto: ARD„Doktor Glück“ ist überall: Eckart von Hirschhausen ist Arzt, Kabarettist, Kolumnist, Buchautor, Talkshow-Gastgeber und Show-Moderator. Und er fordert mehr Humor am Arbeitsplatz. Foto: ARD

Bonn. Seine Visitenkarte ist aus Plastik und hat die Form einer Krankenkarte. Unter dem Namen „Dr. med. Eckart von Hirschhausen“ steht „Lachen, wenn der Arzt kommt“. Keiner hat so erfolgreich wie er Medizin und Humor verbunden, seine Bücher sind Bestseller, seine Tourneen ausverkauft. Doch der Arzt und Kabarettist ist auch noch Showmoderator, Stiftungsgründer und Zeitungskolumnist. Im Bonner Büro einer Freundin ziehen wir uns wunschgemäß die Schuhe aus – und unterhalten uns dann über Adels- und Doktortitel, Humor und seine neue ARD-Show „Das fantastische Quiz des Menschen“, die am Donnerstag erstmals auf den Bildschirm kommt:

Herr... Wie spreche ich Sie eigentlich am besten an? Herr Hirschhausen, Herr Dr. Hirschhausen, Herr von Hirschhausen oder Herr Dr. von Hirschhausen?

Wenn Sie „Herr Doktor“ sagen, muss ich fragen „privat oder Kasse“? (lacht) Viele Leute denken ja, dass Eckart von Hirschhausen ein Künstlername sei, aber ich bin damit geboren worden. Als Kind habe ich lange mit meinem Vornamen gehadert, weil Eckart zuletzt populär war im Mittelalter. Aber ein alter Name hat einen großen Vorteil: Man sieht damit immer ein bisschen jünger aus. So hab ich inzwischen meinen Frieden damit. Und den Doktortitel habe ich auch legal erworben.

Es fällt auf, dass dieser Doktortitel auf Buchtiteln, Tournee-Ankündigungen oder bei Fernsehshows nie fehlt.Nicht ganz. Bei der Talkshow spielt meine frühere Profession keine Rolle, da taucht er auch nicht auf. Aber beim „Fantastischen Quiz des Menschen“ haben wir uns entschieden, den Doktortitel dazuzunehmen. Wir wollten die Qualifikation andeuten, weil wir etwas ganz Neues versuchen – eine Medizin- und Wissenssendung als Unterhaltungsshow. Zum einen ist der Doktortitel nun mal Teil meines Namens, zum anderen sollen die Leute aber auch die Gewissheit haben, dass das, was ich ihnen erzähle, erlernt und nicht ausgedacht ist.Dabei haben Sie Ihre Doktorarbeit mal als die größte Zeitverschwendung Ihres Lebens bezeichnet.Weil ich über vier Jahre daran gearbeitet und erst im Nachhinein kapiert habe, dass der Ansatz des Experimentes zum Scheitern verurteilt war.Worum ging es denn?Um Blutvergiftung und um die Möglichkeit, das Abwehrsystem bei einem Angriff von Bakterien zu schützen. Ich habe dabei viel gelernt – vor allem, nicht alles blind zu glauben, was die Wissenschaft so produziert.Dann war es doch keine Zeitverschwendung.Ich hätte mich lieber so intensiv mit einem Thema beschäftigt, das mich dann auch später interessiert hat. Das Thema gehörte in die experimentelle Chirurgie, viel spannender aber fand ich schon damals die Wechselwirkungen von Körper und Seele. Da bin ich dann ja auch zwangsläufig auf die Themen positive Psychologie und Glück gestoßen, die haben für mich deutlich mehr Reiz als Blutvergiftungen – die Kopf-Entgiftung!Würden Sie selbst zu einem Arzt gehen, der keinen Doktortitel hat?

Ich halte die wissenschaftliche Medizin schon für eine große Errungenschaft. Der Doktortitel aber sagt zunächst mal nur aus, dass man eine Doktorarbeit geschrieben hat. Viel wichtiger ist die Frage, was man damit anstellt. Ein guter Arzt wird man durch viel Erfahrung, die kann man mit oder ohne Doktortitel irgendwann haben. Die zweite große Fähigkeit eines guten Arztes ist, sein eigenes Tun immer wieder kritisch zu hinterfragen. Das lernt man als Wissenschaftler eher, als wenn man sich auf Einzelfälle und seine Intuition verlässt.

Klingt da Skepsis gegenüber der Homöopathie durch?

Wichtig ist, seine Grenzen zu kennen. Ich habe leider oft erlebt, dass viele Heilpraktiker sehr einseitig von sich überzeugt sind und viele wissenschaftliche Belege ignorieren, die gegen ihre Theorien und eine Wirksamkeit ihrer Mittel sprechen. Andererseits: Wenn viele Menschen gute Erfahrungen mit Homöopathie machen, muss man natürlich fragen: Warum nicht? Wenn die wissenschaftliche Medizin immer sagt, das sei alles nur ein Placebo-Effekt, stellt sich doch die Frage, warum man solche Effekte nicht besser nutzt. Und an der Arzt-Patienten-Beziehung von Homöopathen kann sich so mancher Drei-Minuten-Doktor eine Scheibe abschneiden. Homöopathen erfragen sehr viel genauer die persönliche Krankengeschichte. Das gehört aber eigentlich zu jedem guten Arztgespräch.

Zurück zu Ihrem Namen: Der Adelstitel wurde Ihrer Familie vom russischen Zaren verliehen. Wofür?

Meine Vorfahren waren vor vielen Generationen ausgewandert, haben in Estland gelebt, die Männer waren Pastoren, und einer davon hat sich mit der Erforschung der estnischen Sprache beschäftigt. Er hat vor etwa 150 Jahren ein Wörterbuch erstellt, das es bis damals noch nicht gab. Dafür wurde er vom Zaren in den erblichen Adelsstand erhoben. Seit 1945 lebt meine Familie wieder in Deutschland.

Sind Sie aus eigenem Antrieb Arzt geworden, oder haben Ihre Eltern Sie gedrängt?Mein Großvater war Psychiater, meine Tante Radiologin, mein Vater Chemiker. Da hat es mich schon als Kind interessiert, wie die Dinge zusammenhängen, wie wir Menschen so ticken. Und natürlich hatte ich einen Hobby-Chemiebaukasten und habe da vor mich hin gebastelt. Mütterlicherseits kam das psychologische Interesse dazu, sodass mich früh interessierte, warum und woran Menschen kranken und wann sie aufblühen.Mittlerweile gelten Sie als das wandelnde Glückshormon. Was hat Ihre Stimmung denn heute so auf Touren gebracht?Das Verrückte ist ja, dass die Stimmung vielmehr von vielen Kleinigkeiten abhängt als von Großereignissen. Ein kleines Glücksmoment für mich war heute, dass ich in einer alten Kiste gewühlt habe, die ich seit zwei Jahren nicht mehr angerührt hatte. Da bin ich auf Ideen und Notizen von mir gestoßen, die ich schon längst vergessen hatte. Mir macht es ganz viel Freude, mir Sachen auszudenken, mir fällt oft mehr ein, als ich aktuell verwenden kann, dann vergesse ich die Ideen wieder, und dann tauchen sie auf wundersame Weise wieder auf – oder auch nicht. Man begegnet sich selbst aus einer anderen Zeit, und das ist manchmal eine kuriose und beglückende Erfahrung.Sind Sie beim Glück eher ein stiller Genießer, oder teilen Sie gern mit anderen Menschen?Ein großes Glücksgefühl für mich ist, Menschen zum Lachen zu bringen und mit anderen Spaß zu haben. Insofern kommt mir die Bühnentätigkeit eher entgegen als das Fernsehen. Die Reaktionen sind direkter. Im Theater bin ich in meinem Element, das mache ich seit über 15 Jahren und dank gestiegener Popularität auch vor immer mehr Zuschauern. Anderseits erreiche ich übers Fernsehen mit einer einzigen Sendung mehr Menschen, als jemals in eine Halle passen würden. Das ist die indirekte Freude daran. Da ich meine Dosis an öffentlichem und lautem Glück durch den Beruf schon habe, muss ich dafür in meiner Freizeit nicht mehr schreiend durch die Straßen laufen, sondern bin da eher der stille Genießer.Es heißt ja, Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Wann lachen Sie trotzdem?Bei einer Fernsehmoderation kriegt es ja jeder mit, wenn man mal einen schlechten Tag hat. Und als Moderator einer großen Show bin ich das Aushängeschild für die 50 oder 100 Leute, die im Hintergrund arbeiten. Da ist es schon mal für ein paar Momente stressig, und dann muss ich mich schon wieder an das erinnern, was ich anderen Leuten in meinen Büchern geraten habe (lacht). So was wie: „Ärger, den man nicht gehabt hat, hat man nicht gehabt.“Lachen Sie eigentlich auch über schwarzen Humor?Auf jeden Fall. Ich habe ja ein Jahr in England studiert, und das hat mein Humorverständnis schon sehr geprägt. Sketch-Shows in Deutschland laufen ja sehr oft auf einen Gag hin, und dann ist es vorbei. Der Humor der Briten erschöpft sich dagegen häufig in einer absurden Situation, die gar nicht aufgelöst wird. Das ist schräg, um die Ecke und schon sehr meins.Sie schreiben Bücher, Zeitungskolumnen und Bühnenprogramme – beschäftigen Sie mittlerweile einen Ghostwriter?

Bislang habe ich niemanden gefunden, der so denkt und schreibt wie ich. Es gibt in meinen Büchern keine einzige Zeile, die nicht von mir stammt. Inzwischen ist auch die Art und Weise, wie ich Sachen betrachte oder beschreibe, so geprägt durch meinen eigenen Lebensweg, meine Erfahrungen und das Querdenken von verschiedenen Wissensgebieten, dass es kaum möglich ist, jemanden zu finden, der das in dieser Weise liefert. Ich bin aber auch in der glücklichen Lage, dass mir immer noch genug selbst einfällt.

Sie sind der „Doktor Allgemeinwohl“ und der „Doktor Glück“ – sind Sie da nicht furchtbar einsam, wenn Sie mal unglücklich sind?Gott sei Dank nicht. Ich habe ja nie behauptet, dass dauerhaftes Glück ein erstrebenswerter Zustand ist. Und Leute, die mit einem „Kopf hoch“ und „Du musst nur lächeln“ ständig missionieren wollen, gehen einem ja zu Recht auf die Nerven. Die Grundidee, die ich auch selbst versuche umzusetzen, heißt: Finde raus, was dir Freude macht, was dir guttut, und dann tu mehr davon – für dich und andere. Die sicherste Quelle von Freude ist das Miteinander. Glück kommt selten allein.Das beantwortet aber meine Frage nicht. Können Sie es akzeptieren, wenn Sie mal unglücklich sind, oder empfinden Sie so etwas wie eine Bringschuld des Glücks?Überhaupt nicht. Aber das Gegenteil von Glück ist ja nicht Unglück, sondern Depression. Mal unglücklich zu sein ist völlig okay, das gehört zum Auf und Ab des Lebens. Zum Glück ist mir das Erlebnis von Depression bislang erspart geblieben. Das ist die emotionale Null-Linie, da geht überhaupt nichts mehr auf und ab, man fühlt sich nur noch leer. Das kenne ich nur aus der Klinik von Patienten, und es ist eine der häufigsten seelischen Störungen, daher logischerweise auch in meinem Bekanntenkreis. Jeder kennt so etwas von sich, krankhaft wird es, wenn die Menschen darunter länger leiden und das Gefühl haben, sie könnten daran nichts ändern.Welches Rezept stellen Sie aus?Meine Vision von Gesundheit fängt bei den Kindern an. Wir sollten uns nicht immer nur den Kopf zerbrechen, wie viel Mathe sie können und wie viele Rechtschreibfehler sie machen. Das Wichtigste, was ein Kind in der Schule lernen kann, ist, sich selbst zu kennen. Was macht mir Freude, wo bin ich gut, wie kommuniziere ich, wie gehe ich mit meinem Körper um? Wir haben doch die größten Probleme mit Depressionen, Rückenschmerzen und Übergewicht, und diese drei Volkskrankheiten werden immer häufiger schon bei Kindern beobachtet. Gesundheit, Körpergefühl und Lebensfreude sollten als Schulfach eingeführt werden. Das ist meine stille Mission, die hoffentlich in zehn oder zwanzig Jahren gar nicht mehr so verrückt klingt wie heute.Sie haben die Stiftung „Humor hilft heilen“ gegründet, deren Ziel „das therapeutische Lachen in Medizin, Arbeitswelt und Öffentlichkeit“ ist. Wie wollen Sie denn mehr Humor in die Arbeitswelt bringen?

Angefangen habe ich mit dem Krankenhausbereich. Da gehen Clowns in die Kinderabteilungen und auch zu den Dementen. Aber die Klinik ist ja nicht nur die Welt der Patienten, sondern auch die Arbeitswelt von Ärzten und Schwestern. Die sind ständig unter Zeitdruck, überfordert und in Gedanken schon zwei Schritte weiter. Echter Kontakt entsteht aber nur, wenn man den Stress auch mal außen vor lässt und auf die Situation vor einem spontan reagiert. Das kann man lernen, und deshalb machen wir Workshops mit den großen Themen Stressmanagement und Improvisation. Wenn Ärzte und Schwestern gut gelaunt ihren Job machen und wirklich in Kontakt mit den Patienten treten, profitieren alle davon.

Arbeitgeber sehen das Verhältnis von Kosten und Nutzen. Führt mehr Humor zu einem besseren Ergebnis?

Auf alle Fälle. Humor heißt ja nicht, dass jemand am Arbeitsplatz ständig Witze erzählt. Es geht um eine Geisteshaltung im Sinne eines heiteren, gelassenen Darüberstehens. Die meisten Menschen in Deutschland arbeiten ja nicht rein körperlich, sondern gedanklich. Sie haben Ideen, müssen Informationen aufnehmen, bewerten und verarbeiten. Und wenn man dabei in Stress gerät, kommt nie etwas Gutes raus. Dann ist es existenziell wichtig, sich selbst über die Schulter gucken zu können und mit einem Augenzwinkern gegenzusteuern.

Heißt es nicht bei gut gelaunten Mitarbeitern „Dem geht’s wohl zu gut“?

Jeder Chef sollte eigentlich frohlocken, wenn es seinen Mitarbeitern gut geht. Aber da sind viele mit dem Kopf noch im Industriezeitalter. Im Bergwerk galt dieser blöde Satz „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Heute finde ich: Wer beim Arbeiten kein Vergnügen hat, macht grundsätzlich etwas falsch.

Klingt gut.

Viele Unternehmen sind nur noch nicht so weit. Wenn sie Stellen ausschreiben, wird immer ein „teamfähiger, innovativer, kreativer Kopf“ gesucht. Wenn man sich dann ansieht, wer Karriere macht, sind es oft doch die Ellenbogen-Typen. Und die netten Kreativen und Teamfähigen sind die Doofen, an denen kann man ja vorbeiziehen, die nehmen es einem ja nicht übel.

Sie selbst sind ja schon länger glücklich, in den letzten Jahren sind Sie auch noch reich und berühmt geworden. Wird Ihnen bei dem ganzen Erfolg nicht mal angst und bange?

Ja, tatsächlich. Ich hätte nie damit gerechnet, dass es einmal diese Dimension annimmt. Es ist ja ein großes Privileg, als Künstler schon zu Lebzeiten so bekannt zu sein (lacht). Wenn ich an die vielen anderen denke, die erst 100 oder 200 Jahre nach ihrem Tod entdeckt wurden...

Das waren aber meistens Komponisten oder Maler.

Ja, denken Sie doch mal an van Gogh, der arm undpsychotisch gestorben ist. Wenn der heute aus dem Himmel zuguckt, wie bei Sotheby’s Millionen für seine Bilder hingeblättert werden, dann muss der sich doch in den Arsch beißen. Soweit man das im Himmel kann. Ich genieße meinen Erfolg und habe offensichtlich etwas gefunden, das funktioniert und auf ein Bedürfnis stößt. Da ist eine Fernsehshow, die genau auf mich zugeschnitten wird, ein echter Höhepunkt.

Sind Sie mit dem „Fantastischen Quiz des Menschen“ da, wo Sie immer hin wollten?

Ja, und ich bin für diese Chance sehr dankbar. Das ist purer Luxus.

Worauf haben Sie beim Konzept der Show besonderen Wert gelegt?

Ich möchte die Zuschauer gern verblüffen. Es gibt so viele Sachen, über die man sich eigentlich mal wundern könnte – oder wussten Sie, warum auf dem Kopf andere Haare wachsen als unter den Armen? Warum ist Lachen gesund? Wozu ist der Blinddarm da? Warum haben Männer Brustwarzen? Warum kann man sich nicht selbst kitzeln? Warum ist die Haut an verschiedenen Körperstellen unterschiedlich empfindlich? Fängt man einmal an, über den Menschen nachzudenken, kommt man eigentlich aus dem Staunen und Fragen nicht mehr heraus. Die Sendung wird auch die Zuschauer zum Experimentieren mit ihrem eigenen Körper anregen. Oder wüssten Sie spontan, an wie vielen Stellen Sie ihren Puls fühlen können?

Spielerische Wissensvermittlung also?Ja, es soll viel gespielt werden. Eine Idee, die man auch zu Hause nachspielen kann: Gegenstände mit den Füßen erkennen. Und schließlich war mir auch daran gelegen, den Medizinbetrieb etwas anschaulicher zu machen. Wir werden zum Beispiel drei ganz schön schwangere Frauen im Studio haben, die von den Kandidaten mit einem entsprechenden Gerät geschallt werden.Geschallt?Upps, war das jetzt Fachjargon? Aber so heißt das. Ultraschall. Sie können auch „sonografieren“ sagen. Diese Schneegestöberbilder hat jeder schon mal gesehen, wir wollen zeigen: Was erkennt man da eigentlich, und worauf kommt es an?Nicht wirklich. Haben Sie eigentlich als Kind schon Fernsehshows gemocht?

Ich war ein Fan von Hans Rosenthal und „Dalli Dalli“, und ich fand Wim Thoelke mit Wum und Wendelin toll, die ja mein großes Vorbild Loriot erfunden hat. Ansonsten bin ich ziemlich fernsehfern aufgewachsen. Ich habe immer nur mit meinen Eltern diejenigen Sachen sehen dürfen, die von ihnen als familientauglich befunden wurden. Da war es jedes Mal ein „Event“, wie man heute sagen würde, wenn wir Geschwister im Schlafanzug und mit geputzten Zähnen noch ein bisschen fernsehen konnten. Ich erinnere mich, dass wir Spiele von „Dalli Dalli“ nachgespielt haben. Wenn so etwas gelingt, finde ich Fernsehen wunderbar. Das strebe ich auch an: einen Sprung aus der zweidimensionalen Welt des Fernsehers in die Wohnzimmer, ins Leben.

Wie könnte das mit Ihrer Show funktionieren?Ideen gibt es genug. Eine: Wigald Boning kommt als Organ in die Sendung, und wir spielen mit ihm „Was bin ich?“. Er beantwortet in seiner Rolle die Fragen unserer Kandidaten, und die müssen dann raten, welches Organ er ist. So etwas kann man auch nachspielen. Wobei es nicht für jedes Organ eine typische Handbewegung gibt, zum Beispiel für die Niere.In Ihren Sendungen und Bühnenshows gibt es immer viel zu lernen – was würden Sie denn gern noch mal lernen?

Ich kann überhaupt nicht kochen (lacht). Ich würde auch gern richtig gut singen können. Und ich fände es schön, noch besser Spanisch und Französisch zu sprechen, weil man sich mit jeder Sprache auch wieder eine andere Art des Denkens aneignet. Und wenn wir schon gerade bei meinen Wünschen sind: Ich habe neulich mal mit Loriot telefoniert, den würde ich sehr gerne mal treffen und befragen, weil er für mich einer der ganz Großen ist.

Sie haben ja eine gewisse Neigung zum Kalenderspruch, mein Favorit ist „Reich ist, wer weiß, dass er genug hat“. Sagen Sie mir einen Spruch für diesen Samstag.

Lebe jeden Tag so, als wäre es dein letzter – eines Tages wirst du recht behalten.


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