Wie der Mann uns durchschaut Thorsten Havener: „Ich lese an Ihrem Körper“

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Kassel. Der Mann ist ein Phänomen: Thorsten Havener findet eine im großen Saal versteckte Nadel und vom Hubschrauber aus eine in Tokio versteckte Frau. Er scheint die Gedanken anderer Menschen lesen zu können wie eine Zeitung, weiß die Gesichts- und Körpersprache seines Gegenübers perfekt zu deuten und zeigt Managern, wie sie erfolgreicher werden. Seine Bücher sind Bestseller, seine Shows und Vorträge meist ausverkauft. In einem Kasseler Hotel unterhalten wir uns über Körpersprache, männliche und weibliche Lügen und die Chancen eines „Gedankenlesers“ bei „Wer wird Millionär?“:

Herr Havener, die „Süddeutsche Zeitung“ hat Sie als angehendes Weltwunder“ bezeichnet. Was denkt so ein Weltwunder, wenn es morgens in den Spiegel guckt?

Kommt immer darauf an, wann ich ins Bett gegangen und wann aufgestanden bin. Manchmal denke ich „Aaah, das ist ja viel zu früh“. Aber ich bin da sehr weltlich und gucke morgens als rstes nach den Kindern, wenn ich auf bin.

Ihr aktuelles Programm trägt den verheißungsvollen Titel „Ich weiß, was Du denkst“. Wenn ich so etwas höre, denke ich normalerweise „denkste“.

(lacht) Deshalb haben wir ja auch einen Hasen mit aufs Plakat geholt, der soll zeigen, dass das nicht so ernst, sondern mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist. So einer skeptischen Grundhaltung wie bei Ihnen bin ich anfangs sehr oft begegnet. Wenn ich als Gedankenleser angekündigt wurde, dachten die Leute, der hat sie doch nicht mehr alle. Wenn der sich als übersinnlich oder Heilsbringer verkaufen will, dann zeig ich’s ihm mal richtig. Inzwischen ist das aber viel seltener geworden. Es geht darum, dass wir Spaß haben, einen tollen Abend miteinander verbringen und ich die Leute inspiriere.

Dass Sie nicht Gedanken lesen können wie andere Leute Zeitung, liegt auf der Hand. Wie ist denn Ihre Definition von Gedankenlesen?

Meine Definition von Gedankenlesen ist Körperlesen. Gedächtniskunst und Körperlesen sind die beiden Dinge, mit denen ich mich außergewöhnlich lange und intensiv beschäftigt habe. Ich lese nicht in den Gedanken, sondern ich lese am Körper. Ich achte auf die Mimik, auf die Augen. An Ihnen bemerke ich gerade, dass Sie sich auf die Unterlippe beißen - das zeigt mir, dass Sie zuhören und mich auch nicht unterbrechen wollen. Wenn Sie Ihre Haltung ändern, könnte ich daraus vermutlich etwas lesen. Was machen Sie mit den Händen, was mit den Füßen? Wippen Sie hin und her? Bewegen Sie sich schnell oder langsam? Das alles nehme ich wahr.

Aha, Sie lesen also gerade an meinem Körper. Was liest man da denn so?

Na klar lese ich. Es ist doch auch wichtig, dass wir eine gute Einheit bilden. Wir sind ja gerade ein Team und wollen gemeinsam ein schönes Interview. Zum Beispiel haben wir beide, ohne es gemerkt zu haben, die gleiche Sitzposition eingenommen. Ich weiß nicht, wer als Erster so saß, und wer sich dem anderen angepasst hat. Aber es zeigt, dass wir gerade auf einer Wellenlänge liegen und uns miteinander beschäftigen. Wenn Sie jetzt ganz anders und vor allem lange anders da sitzen würden als ich, dann würde irgendwas nicht stimmen.

Können Sie das ein- und ausschalten oder läuft dieses Programm immer bei Ihnen?

Es gibt ein paar Dinge, die sind wirklich schon in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn man sich so intensiv mit Körperlesen beschäftigt hat, guckt man genauer hin, ohne dass man es bemerkt, das läuft im Hintergrund einfach ab. Wenn ich aber etwas herausfinden will, beispielsweise einen von Ihnen versteckten Gegenstand, dann geht das nicht so im Vorbeigehen. Dann muss ich mich auf Sie einlassen und brauche auch Ihre Bereitschaft dazu.

Hätten Sie bei „Wer wird Millionär?“ bessere Chancen als andere, weil Sie Günther Jauch durchschauen und der die richtigen Antworten weiß?

Das könnte ich mir zumindest gut vorstellen. Kürzlich hat ja ein professioneller Pokerspieler bei ihm die Million gewonnen und anschließend behauptet, er hätte im Gesicht von Jauch gelesen. Das war natürlich ein sehr kluger Schachzug von ihm, weil er damit seinen Status als Pokerspieler noch mal untermauert hat. Aber ich kann mir vorstellen, dass er tatsächlich viel im Gesicht von Jauch gelesen hat.

Macht Jauch seinen Job nicht besser als andere Quizmaster?

Er kontrolliert seine Körpersprache inzwischen unglaublich gut, das hängt natürlich auch mit der Vielzahl seiner Sendungen zusammen. Wenn man erst mal die Erfahrung von tausend Sendungen hat, ist man einfach sehr routiniert und kann besser auf das achten, was man preisgibt oder auch nicht. Auf jeden Fall ist er kein einfacher Kandidat zum Körperlesen. Und damit für die Sendung perfekt.

Gibt es Menschen, die Angst vor Ihnen haben? Es lässt sich ja nicht jeder gern in die Karten schauen.

Die meisten Menschen, die wissen, wer ich bin, haben schon mal von meinen Büchern gehört, sie gelesen oder mich schon mal irgendwo gesehen. Und die wissen, dass man vor mir keine Angst haben muss. Ich bin keiner, der andere ins offene Messer laufen lässt, sie bloßstellt oder einen dummen Kommentar von sich gibt. Selbst wenn ich mal etwas sehe, das für den Betreffenden unangenehm werden könnte, würde ich das niemals laut sagen.

Manch einem reicht es sicher schon, durchschaut zu werden, auch wenn Sie nichts sagen.

Ja, deshalb ändern die Leute oft ihr Verhalten, wenn sie mich kennenlernen. Das Interessante daran ist: In dem Moment, in dem jemand versucht, sein Verhalten komplett zu kontrollieren, wird es für mich viel einfacher, ihn zu durchschauen. Deshalb wäre mein Tipp: Einfach locker bleiben.

Sie entlarven ja auch Lügner in Ihrer Show. Wie gelingt Ihnen das?

Das kann ich nicht pauschal beantworten. Wichtig ist immer zu sehen: Was macht derjenige anders als vorher, wann wird er nervös?

Was sind da typische Anzeichen?

Wenn jemand anfängt, hin und her zu wippen. Wenn er eine Schulter hebt, während er etwas sagt. Wenn er den Augenkontakt gar nicht aufrechterhalten kann oder aber – im Gegenteil – ihn zu lange hält. Aber es gibt nicht die eine Geste, die alles verrät. Das ist eine ganz intuitive Sache, dafür habe ich zahlreiche Bücher über die Lüge gelesen, unter anderem von einem Gesichterforscher. Irgendwann habe ich festgestellt, dass es klappt. Aber es bleibt eine Bauchsache. Für Showzwecke ist das perfekt, da klappt es fast immer. Für die echte Welt ist es nicht verlässlich genug.

Es ist ja auch ganz etwas anderes, ob Ihnen jemand auf der Bühne was vorflunkert oder er im wirklichen Leben etwas verbergen will.

In der Regel lügen Menschen, wenn sie nicht bestraft werden wollen. Männer lügen übrigens aus anderen Gründen als Frauen. Männer lügen meistens, um sich selbst in ein besseres Licht zu stellen, sie lügen bei der PS-Zahl ihres Autos, bei ihrem Einkommen, bei Dingen, die sie dominant erscheinen lassen.

Klingt ziemlich erbärmlich.

Ein bisschen erbärmlich ist es auch. Aber es ist auch natürlich, wir sind nun mal Männer, wollen dominant erscheinen und imponieren, das ist Teil des Männlichseins.

Frauen kennen oft nicht mal die PS-Zahl ihres Autos.

Das interessiert die auch gar nicht. Frauen lügen in der Regel, um den anderen sich wohler fühlen zu lassen. Die sagen zum Beispiel „Sieht gut aus, was Du anhast“, auch wenn sie es gar nicht so toll finden. Oder sie sagen zu schwangeren Freundinnen, die Geburt sei gar nicht so schlimm gewesen, obwohl es in Wirklichkeit die Hölle war.

Daraus würde ich jetzt den Rückschluss ziehen, dass Frauen per se sympathischer sind als Männer.

Frauen sind nur anders als Männer, wobei die Gründe zu lügen tatsächlich sympathischer sind. Aber es wäre falsch, daraus den Rückschluss zu ziehen, Frauen seien generell sympathischer. Solche Stereotype sind eigentlich Blödsinn. Jüngste Studien haben gezeigt, dass sich Männer und Frauen nur noch geringfügig unterscheiden. Oft sind die Unterschiede zwischen einzelnen Frauen oder einzelnen Männern viel größer als die Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Apropos Unterschiede: Sie treten auch in Japan auf, Ihre Bücher werden in Russland, Korea und China gelesen. Ist Körpersprache denn global? Ich würde vermuten, die Körpersprache eines Japaners sei völlig anders als die eines Deutschen.

Da stimmt überhaupt nicht. In ihren Ritualen, zum Beispiel bei der Begrüßung, haben sie natürlich eine ganz andere Körpersprache als wir. Aber wenn es wirklich um das Persönliche, das normale Miteinander geht, ist vor allem die Mimik komplett gleich.

In Tokio haben Sie aus dem Hubschrauber heraus eine Person ausfindig gemacht, die sich in dieser Riesenstadt versteckt hatte. Wie ging das denn?

Das war wirklich ein unglaubliches Ding. Ich war zu einer japanischen Fernsehshow als Gast eingeladen, und der Regisseur kam im Vorfeld nach München, um mich kennenzulernen. Er fragte mich, was ich denn zeigen möchte, daraufhin habe ich ihn eine Stecknadel im Hotel verstecken lassen und habe sie wiedergefunden. Ich habe ihm dann gesagt, er könnte die Nadel auch irgendwo in Tokio verstecken und ich würde sie finden.

Klingt ganz schön waghalsig.

Ich wusste ja, dass ich es kann. Er fragte mich dann, ob ich auch eine Person in Tokio finden könnte. Ich habe natürlich Ja gesagt, eine Person ist ja viel größer als eine Stecknadel. Darauf er: Können Sie denn auch aus dem Hubschrauber heraus eine Person finden? Und da habe ich etwas unüberlegt gesagt: Selbstverständlich. Die Nummer wollte er dann haben. Ich habe es dann tatsächlich mit derselben Methode wie bei der Stecknadel gemacht, und es hat funktioniert.

Wie denn?

Mir war wichtig, dass der Mensch, der versteckt wird, Deutsch spricht, also kein Dolmetscher mehr gebraucht wird. Es war dann eine Frau aus Innsbruck, die ich vor der Show gebeten habe, sich zu überlegen, wo sie sich verstecken möchte. Ich habe ihr dann einen Stadtplan von Tokio gezeigt, bin mit meiner Hand über diesen Plan gegangen und habe ihr gesagt: Denk einfach mal, wie ich meine Hand bewegen muss, um über den Ort zu kommen, an dem du dich verstecken wirst. Sie ist dann mit dem Auto losgefahren, wir sind in den Hubschrauber eingestiegen und ich habe sie tatsächlich gefunden. Ohne übernatürliche Kräfte.

Setzen Sie Ihre Fähigkeiten auch im Privatleben ein, bei Ihrer Frau und den Kindern?

Meine Frau kennt ja meine ganzen Methoden. Wir sind quasi zusammen groß geworden – als wir zusammenkamen, war ich noch ein völlig unbedeutender kleiner Tischzauberkünstler. Ich nutze es aber, wenn die Kinder nicht einschlafen können. Die machen das ja nicht, weil sie böse sind, sondern weil sie vergessen haben, wie müde sie eigentlich sind. Wenn man dann Beeinflussung und Hypnose gelernt hat, benutzt man eben den einen oder anderen Dreh, um die Kinder dazu zu bringen einzuschlafen.

Und das geht wie?

Man muss sich erst mal ein paar Minuten Zeit nehmen, neben das Bett setzen und vor allen Dingen ruhig bleiben. Wenn man selbst total gestresst und genervt ist, überträgt sich das natürlich auf das Kind.

Also?

Setze ich mich ruhig mit ans Bett. Dann nehme ich irgendetwas, das sowieso im Zimmer ist, zum Beispiel das Ticken einer Uhr. Dann sage ich: „Du kannst jetzt ganz ruhig werden.“ Können ist übrigens ein ganz wichtiges Wort, sagen Sie nicht „Du musst“, sagen Sie immer „Du kannst“. Hör meiner Stimme zu, und hör mal das Ticken der Uhr. Sie merken vielleicht, dass ich jetzt schon viel langsamer und ruhiger spreche.

Reden Sie weiter, ich werd auch schon ganz ruhig.

„Mit jedem Ticken von der Uhr spürst du, dass du immer mehr müde werden kannst. Das ist doch schön.“ Und wenn sie dann anfangen zu gähnen, kann ich weitermachen: „Je mehr du dieses Ticken hörst, desto müder kannst du werden. Und je müder du wirst, desto wohler fühlst du dich. Und je wohler du dich fühlst, desto müder wirst du auch.“ Das nennt man eine Schleife, die hat keinen Anfang und kein Ende, es geht immer weiter: „Wenn du möchtest, kannst du mal die Augen schließen. Jetzt zähle ich mal langsam rückwärts, und mit jeder Zahl, die du hörst, kannst du noch zehnmal müder werden als vorher.“ Und so macht man einfach weiter, bis das Kind schläft.

Das klappt immer?

Nicht immer, aber erstaunlich oft. Ist ja auch kein Wunder. Abends um zehn sind Kinder müde und platt. Die haben es nur vergessen, sie sind aufgedreht.

Zurück zu den Erwachsenen: Wenn der Papa seinen Chef dazu bringen möchte, sein Gehalt zu erhöhen, obwohl er es eigentlich nicht will – was muss er tun?

Wenn es wirklich gegen seinen Willen ist, würden Sie das nicht mal mit Hypnose schaffen. Wir tun nichts, das komplett gegen unseren Willen ist. In meinem aktuellen Programm verzichte ich auch völlig auf Suggestion und Hypnose, weil die Leute ein bisschen Angst vor dem Kontrollverlust haben. Und ich möchte ausschließlich nur noch gute Laune verbreiten und nicht mal einen Ansatz von Angst erzeugen.

Könnten Sie eine Politesse dazu bringen, ein Knöllchen zurückzunehmen, das sie gerade hinter Ihren Scheibenwischer geklemmt hat?

Das habe ich schon geschafft. Aber nicht mit Hypnose, sondern mit einem Mittel, das uns allen zur Verfügung steht und viel zu selten nutzen: Freundlichkeit. Wenn man von einem anderen Menschen etwas möchte, ist aufrichtige Freundlichkeit die beste Methode.

Erzählen Sie mal von der Politesse.

Ich hatte vor meinem eigenen Haus geparkt, den Parkausweis aber einem Freund gegeben, der da auch parken wollte. Sie hatte mir ein Knöllchen geschrieben, daraufhin habe ich zu ihr gesagt: Sie haben dieses Auto doch sicher schon ein paar Mal gesehen, das steht normalerweise in der Einfahrt. Ich weiß, dass ich jetzt diesen Ausweis nicht im Wagen habe, aber ich wohne ja hier und stehe hier auch nur fünf Minuten. Wollen Sie mir dafür jetzt wirklich ein Knöllchen geben? Das wäre doch doof. Sie guckte mich dann und sagte: Da haben Sie recht, fahren Sie den Wagen dann mal gleich in die Einfahrt. Wäre ich da cholerisch geworden und hätte sie angebrüllt „Was fällt Ihnen eigentlich ein?“, hätte sie das Knöllchen mit Sicherheit nicht zurückgenommen.

Wodurch unterscheiden sich eigentlich Ihre Shows und Ihre Vorträge?

In der Show habe ich das Primärziel zu unterhalten, Spaß zu haben. Im Vortrag ist mein erstes Ziel, den Leuten Informationen zu geben und sie zu inspirieren, es auszuprobieren, was ich ihnen da erzähle. In der Show stimmt nicht alles so, wie ich es sage, im Vortrag aber sehr wohl. Keine Zauberei im Vortrag.

Was kann man besser, wenn man Ihren Vortrag gehört hat?

Ich weiß nicht, ob 90 Minuten ausreichen, um einem etwas so zu zeigen, dass er es danach besser kann. Aber die Leute unterschätzen sich und ihre Möglichkeiten ganz enorm, das will ich ihnen deutlich machen. Mit unserem Körper und unserem Kopf hat uns die Natur ausgestattet – wenn wir es auf den Automarkt übertragen – wie einen Porsche 911 Turbo mit Super-Sonderausstattung und dem höchstmöglichen Motorvolumen. Und wir nutzen diesen Porsche, um in der Tempo-30-Zone rückwärts einzuparken. Meine Einladung ist: Fahr mit dem Ding doch mal mit 280 über die Autobahn, nutze es mal aus.

Es kommen ja viele Geschäftsleute zu Ihnen, die erfolgreicher werden wollen.

Ich glaube, die Hauptkompetenz in der heutigen Zeit besteht darin, nicht nur die richtigen Informationen zur richtigen Zeit zu haben, sondern vor allem auch richtig miteinander umzugehen. Das Miteinander wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger, aber komischerweise auch immer technischer. Kommunikation läuft immer öfter nur noch über E-Mail und SMS und passt nicht so ganz zusammen. Und wenn ich den Leuten zeigen kann, wie man besser miteinander umgeht, indem man den anderen mal genau beobachtet, genau hinhört, die Körpersprache liest und nutzt, dann hilft das. Es geht nicht darum, einen anderen in die Ecke zu drängen, sondern besser mit ihm umzugehen und zu erkennen, was er will.

Das wirkt sich dann wie aus?

Wenn ich als Geschäftsführer die Leute so einsetze, wie sie eingesetzt werden wollen, oder wenn ich mit meinen Mitarbeitern so umgehen kann, dass die erkennen, was ich will, dann haben alle ein viel schöneres Arbeitsleben und können viel mehr Dinge machen, für die sie wirklich brennen. Ich bin überzeugt davon, dass es nur deshalb so viele Fälle von Burn-out gibt, weil die Leute das, was sie gerade machen, total ätzend finden und keine Lust darauf haben. Überarbeitet waren die Menschen früher auch schon, aber nicht in der Form wie jetzt. Und der Ursprung dessen ist der Umgang miteinander.

Bei Wikipedia heißt es, Ihre Methoden seien in der Raumfahrt, beim Militär, von Verhörspezialisten und Geheimdiensten eingesetzt worden.

(lacht) Ich weiß nicht, wer das da geschrieben hat. Ich finde das amüsant und dementiere das natürlich nicht. Aber wenn Sie mich so direkt darauf ansprechen, muss ich aufrichtig sagen: Die haben nie bei mir angerufen und gefragt: „Dürfen wir das auch benutzen?“ Es ist vielmehr so, dass ich mich mit Dingen beschäftigt habe, mit denen sich Verhörspezialisten, Motivationsexperten oder Militärs auch befassen. Daraus zu schließen, dass die meine Bücher lesen und quasi als Handbuch nutzen, ist natürlich totaler Quatsch.

Was würden Sie eigentlich selbst noch gern lernen?

Ich würde gern besser Gitarre spielen können. Ich spiele schon so lange Gitarre und werde einfach nicht besser, weil ich nicht genug Zeit habe zu üben. Das wird in diesem Leben wahrscheinlich auch nix mehr werden.

Zum Auftakt der Vortragsreihe „Von den Besten profitieren“ ist Thorsten Havener am 22. Oktober zu Gast in der Osnabrück-Halle. Infos unter www.unternehmen-erfolg.de .

Thorsten Havener

wird am 27. September 1972 in Saarbrücken als Sohn einer Lehrerin und eines Zahnarztes geboren. Der Junge, der auch noch zwei Halbgeschwister hat, verliert als 13-Jähriger seinen sechs Jahre älteren Bruder durch einen Unfall. Von ihm erbt er die ersten Zauberrequisiten, die sein Leben verändern werden. Schon als Schüler hat er erste Auftritte als Zauberer, macht 1993 sein Abitur und studiert nach dem Zivildienst in Saarbrücken und Monterey (Kalifornien) Sprach- und Übersetzungswissenschaften mit den Schwerpunkten Englisch und Französisch. Seinen Abschluss macht Thorsten Havener als Diplom-Übersetzer.

1995 gewinnt er die französische Meisterschaft der Zauberkunst, nach der Jahrtausendwende aber wendet sich Havener von der Zauberei ab und konzentriert sich auf Themen wie Körpersprache, Suggestion, Wahrnehmung und Hypnose. 2005 debütiert er mit einer ersten TV-Sendung „Der Gedankenleser“ bei Sat.1, ab 2007 kommen Shows hinzu, mit denen er regelmäßig auf Tournee geht, das aktuelle Programm heißt „Ich weiß, was Du denkst“. Zudem bietet Havener Vorträge und Seminare an, seine drei Sachbücher steigen in den Bestsellerlisten auf vorderste Plätze, sind mittlerweile über eine Million mal verkauft und in zahlreichen Ländern, darunter Japan, China, Russland und Korea erschienen.

Haveners Frau Christiane managt eine Zauberschule in München, mit seinen drei Kindern im Alter von fünf, acht und zehn Jahren lebt das Ehepaar in der Nähe von München.


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