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Alles andere als ein Käseblatt

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Neu am Kiosk: das Holland Magazin. Fotos: AP, VerlagNeu am Kiosk: das Holland Magazin. Fotos: AP, Verlag

Mit dem „Holland Magazin“ ist eine neue Illustrierte auf dem Markt. Dank seiner Städteporträts und Fotostrecken betreibt das Blatt landeskulturellen Journalismus jenseits der Tulpen- und Käseklischees.

Holland hat man schnell erledigt. Zumindest wenn man in Kategorien von Reiseveranstaltern denkt, die Mottotrips in der Art von „Ganz Europa in zehn Tagen“ offerieren. Da reduziert sich ein facettenreiches Land auf nur eine Metropole: Amsterdam. Grachtenrundfahrt, Anne-Frank-Haus, Rembrandthaus, fertig. Ganz Verwegene riskieren vielleicht noch eine Stippvisite in einen der „Coffee Shops“, wo Kaffee bekanntlich nicht die wichtigste Handelsware darstellt.

Angesichts dieser vermeintlich überschaubaren Anzahl an Attraktionen erscheint es geradezu verwegen, wenn der niederländische Verlag Credits Media BV nun eine Hochglanzillustrierte mit dem Titel „Holland Magazin“ auf den deutschen Markt bringt. Insgesamt dreimal im Jahr möchten der aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet stammende, heute in Amsterdam ansässige Chefredakteur Jo Simons und seine Mitarbeiter vor allem über die kulturellen Belange unseres Nachbarlandes informieren.

Natürlich macht das Premierenheft mit einer großen Amsterdam-Geschichte auf, und natürlich zitiert Autor Fabian Takx die bekannten Touristenmagneten, die auch diesem Text als Einstieg dienten. Aber schon die Fotos von Maarten Schets gehen über jedes Klischee hinaus, wie überhaupt die gesamte Bebilderung als besonderes Qualitätsmerkmal des 148-seitigen Heftes betont werden muss.

Amsterdam ist beileibe nicht alles – weitere ausführliche Texte und Fotostrecken gelten der Stadt Maastricht, den Watteninseln und der alten Festungsstadt Naarden, in der der Designer Jan des Bouvrie in historischem Umfeld ein Studio und Ausstellungsräume eingerichtet und Naarden damit um einen besonderen Anziehungspunkt bereichert hat.

Der Text über Naarden nebst dem Porträt über Jan des Bouvries machen die Vorzüge des Konzepts, das vom Verlag auch schon in Titeln wie dem „Frankreich Magazin“ und dem „Spanien Magazin“ erprobt wurde, deutlich: Die Zusammenführung von Stadtgeschichte(n), Designgeschichte und Personenbeschreibung vermittelt lebendige Eindrücke und weckt Entdeckungslust. Mit Porträts des Erfolgsschriftstellers Geert Mak und des Sternekochs Paul Fagel kommen auch Literatur und Esskultur zu ihrem Recht.

Dazwischen eingestreut finden sich wiederkehrende Kolumnen und ein buntes Allerlei aus Ausflugs- und Konsumtipps – verkappte Werbung, gewiss, aber charmant serviert. Und manche Produkte sind tatsächlich von origineller Art. Schön, mal von ihnen gelesen zu haben.

Das „Holland Magazin“

erscheint drei Mal jährlich zum Preis von 4,95 Euro. Das Jahresabo kostet

16 Euro.


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