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Stabwechsel im NDR-Studio

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Am Tag des Wechsels waren alle zufrieden: Hanna Legatis, dass sie nach drei Jahren Studioleitung in Osnabrück in die Fernsehredaktion nach Hannover wechseln kann, Waltraud Luschny, dass sie ihre Aufgabe übernehmen darf. Und auch ihr Chef Arno Beyer, Direktor des Landesfunkhauses Hannover, ist zufrieden. "Was sich von heute an ändern soll?", fragte er aufgeräumt bei der Übergabe: "Ich hoffe nichts!"

Das NDR-Studio am Osnabrücker Markt ist zuständig für die regionale Berichterstattung in Hörfunk und Fernsehen. Achtmal pro Tag schaltet das Hörfunkprogramm NDR 1 Niedersachsen für Nachrichten und aktuelle Beiträge dorthin, zugeliefert wird auch für das tägliche Fernsehmagazin "Hallo Niedersachsen". "Drei- bis viermal pro Woche waren wir dort mit Beiträgen vertreten", sagt Hanna Legatis im Gespräch mit unserer Zeitung. "Dafür habe ich in den letzten drei Jahren ein ganz neues Fernsehteam aufgebaut."

Sieben feste und fünfzehn freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat das Studio, das auch Büros in Lingen und Vechta unterhält. "Damit ist die Region gut aufgestellt", betont Arno Beyer mit Blick auf den Personalabbau in seinem Sender. Dass dennoch in der Grafschaft, im Emsland und im Osnabrücker Bereich Menschen unzufrieden sind mit der Menge der Berichterstattung, versteht die scheidende Studioleiterin Hanna Legatis kaum: "Das sind Leute, die von 30 Minuten 'Hallo Niedersachsen' 25 aus ihrer Ecke sehen wollen."

Für ihre Nachfolgerin Waltraud Luschny ist die Arbeit in einem Regionalstudio nicht neu. Sechs Jahre lang leitete die 51-Jährige das Studio Oldenburg, bevor sie als stellvertretende Chefredakteurin zum deutsch-französischen Kulturkanal Arte ging. "Nach fünf Jahren endete die Freistellung, und ich musste mich entscheiden", sagt die Mutter einer 15-Jährigen. "Und obwohl Straßburg schön und die internationale Arbeit spannend war, ist mir das nicht schwer gefallen."

In der nächsten Zeit will die Politikwissenschaftlerin, die in der Deutschen Journalistenschule in München ihr Handwerk lernte, Kontakte knüpfen: "Ich werde mich sowohl auf Kirmessen wie auf Neujahrsempfängen sehen lassen." Soweit das zeitlich möglich sei, denn im Hörfunk moderieren und Fernsehbeiträge machen will sie auch. "Das ist das Tolle an der Studioleitung: Man muss organisieren, hat eine hohe Verantwortung und ist dennoch nah dran am Alltagsgeschäft."

Hanna Legatis (51) geht, wie sie sagt, "mit einem traurigen Gefühl" und freut sich dennoch auf die TV-Dokumentationen, die sie in der nächsten Zeit machen wird. "Du hast hier tolle Leute", macht sie ihrer Nachfolgerin Mut. Eines kann sie jedoch nicht verstehe: dass die ARD-Internet-Redaktion bis heute ihre Vorgängerin als Studioleiterin führt. So leicht zu übersehen war sie in Osnabrück doch gar nicht.


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