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In der NDR-„Nordreportage“ Der Rattenfänger von Osnabrück: Unterwegs mit dem Kammerjäger

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Siebenschläfer sind seine Spezialität, doch Konrad Brockmann hilft auch bei allen möglichen anderen Plagegeistern. Foto: Michael Hehmann

Osnabrück. Bei dem Beruf Kammerjäger denken viele Menschen zunächst wohl an Kakerlaken, Mäuse und Ratten. Tatsächlich reicht das Spektrum der Schädlinge vom Siebenschläfer bis zur Termite. In der „Nordreportage“ ist der NDR an diesem Montag in Osnabrück „Unterwegs mit dem Kammerjäger“.

Konrad Brockmann kennt sie alle. Er ist 62 Jahre alt und bereits seit Jahrzehnten Schädlingsbekämpfer, so die offizielle Berufsbezeichnung. Brockmanns Markenzeichen ist sein Gespür für Nager und Insekten. Siebenschläfer kann er sogar am Geruch erkennen, das hat dem „Medien-Kammerjäger“ bereits etliche Fernsehauftritte unter anderem in „DAS“ (NDR) und bei Bettina Böttinger (WDR) eingebracht.

Doch auch für Menschen braucht er ein Gespür. Neben Brockmanns Stammkunden, dem Osnabrücker Zoo, zeigt „die Nordreportage“ auch den kniffligen Fall einer Frau, die mit zwei Hunden in einer Wohnung voller Kot und Unrat lebt und Hilfe benötigt. Allerdings hat sie Angst, ihre Hunde zu verlieren, wenn sie sich an die Behörden wendet. Hier zeigt sich das wichtigste Gebot des Kammerjägers: Diskretion. Er wolle seine Kunden nicht „diffamieren“, so Brockmann. Denn zumindest hierzulande gilt der Besuch eines Schädlingsbekämpfers immer noch – meist zu Unrecht – als Zeichen für mangelnde Hygiene. Darum fährt Brockmann einen unauffälligen Geländewagen ohne Firmenlogo.

In anderen Ländern, etwa den USA, kennt man diese Scham nicht. Dort ist die Anwesenheit der „Pest Control“ oder das „Rodent Proofing“ (Nagerschutz) ein Ausweis korrekter Hygiene. Entsprechend auffällig sind Kleidung und Fahrzeuge der Schädlingsbekämpfer.

Nicht nur Konrad Brockmann geht diskret vor, auch Filmautor Claus Halstrup bleibt in seiner Bildwahl dezent. Genügend Beispiele kennt der Fernsehzuschauer mittlerweile, in denen sich vermeintliche Dokumentationen am Leid von Messies, Menschen mit sogenannten Selbstregulationsstörungen, weiden, die obendrein oft noch gecastet sind. Nicht so in der „Nordreportage“. Das Gesicht der überforderten Hundehalterin ist nie zu sehen, ihre Situation wird weder beschönigt noch ausgeschlachtet. Der Schädlingsbekämpfer bleibt professionell, die Anwesenheit des Fernsehteams bringt ihn nicht aus der Ruhe. Kein Wunder, Konrad Brockmann kennt sich eben aus mit dem NDR. Erst im letzten Jahr war er dort in seiner Eigenschaft als Jagdpächter zu sehen. Damals erklärte er, wie man sich verhalten solle, wenn man ein verletztes Reh entdeckt.

Konrad Brockmanns Herausforderung als Schädlingsbekämpfer beginnt in der Regel mit dem Aufspüren und Bestimmen des Schädlings. Wenn er diesen nicht gerade erschnüffelt, erinnert sein Vorgehen dabei an das der Kriminaltechniker, die man aus einschlägigen Serien kennt. Erst wenn der Eindringling identifiziert wurde, entscheidet Brockmann, welche Art der Bekämpfung sinnvoll ist. Das Versprühen von starkem Gift ist längst nicht mehr das einzige Mittel der Wahl. Viele der Präparate sind natürlich und werden vom Sonnenlicht wieder abgebaut. Die Siebenschläfer fängt Brockmann sogar lebend, um sie im Wald wieder auszusetzen. Bei Ratten allerdings hat er es etwas schwerer als sein historischer Kollege aus Hameln.

Jeden Montag sendet das NDR Fernsehen in der „Nordreportage“ 30-minütige Filme, in denen Menschen wie Konrad Brockmann im Mittelpunkt stehen. Es sind ausdrücklich nicht Prominente, die hier mit der Kamera begleitet werden, sondern Menschen, die in Norddeutschland leben und vor einer persönlichen Herausforderung stehen. Am 9. und 23. Juli folgen etwa „Mit dem Wischmop auf die Insel - Putzfrauen auf Langeoog“ und „Rauschgift und Rotlicht - unterwegs im Polizeirevier Hannover Herschelstraße“.

Die Nordreportage: Unterwegs mit dem Kammerjäger, NDR, Montag, 4. Juni, 18.15 Uhr


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