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Richard Rushs „Die grausamen Sieben“ Rocker und Indianer

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Osnabrück 1969 brachte „Easy Rider“ die motorisierte Gegenkultur auf die Leinwand. Ihre ersten Kinoauftritte absolvierten die Hells Angels und Hippies allerdings bei Richard Rush. Der Regisseur gilt als ein Begründer des New Hollywood – jenes Kinos also, das den großen Studioproduktionen in den 70er-Jahren neue Erzählweisen und gesellschaftskritische Stoffe entgegensetzte. Mit Filmen wie „Hells Angels on Wheels“ (1967), „Psych-Out“ (1968) und „The Stunt Man“ (1980) erwarb Rush sich die Bewunderung von Truffaut und Bergman – und selbstverständlich auch die aller Trash-Liebhaber. Bei Pierrot le Fou erscheint nun Rushs „Die grausamen Sieben“ (1968). Das DVD-Cover wirbt mit der Verheißung: Hier wird einer von Tarantinos Lieblingsfilmenneu aufgelegt. Der Biker-Kracher (Soundtrack von Cream) erzählt vom Krieg einer Motorrad-Bande gegen ein Indianer-Reservat. Was sich zunächst noch als Revierkampf testosterongesteuerter Knallköpfe ausnimmt, endet tödlich. Mehr und mehr bemerken beide Seiten, dass sie alle Opfer einer Intrige sind. Hinter dem Krawall steht das imperialistische Kapital.

Dass Tarantino den Film liebt, kann keinen wundern: Rushs B-Film parallelisiert Pferde und Motorräder, Rocker und Indianer – und macht das wüste Bahnhofskino so zum heimlichen Diskurs über Amerikas Geschichte und Gegenwart.

„Die grausamen Sieben“. Pierrot le Fou.


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