Abschied von ZDF-Moderator Frosch im Hals und Tränen: Claus Klebers unvergessliche TV-Momente

Claus Kleber moderiert am Donnerstagabend zum letzten Mal das ZDF-"heute journal".Claus Kleber moderiert am Donnerstagabend zum letzten Mal das ZDF-"heute journal".
dpa/Klaus Weddig

Mainz. Spannende Interviews, peinliche Versprecher und verdrückte Tränen: Das waren Claus Klebers unvergessliche TV-Momente als Moderator beim ZDF-"heute journal".

Claus Kleber ist als Anchormann im ZDF-"heute journal" eigentlich nicht mehr wegzudenken – doch am Donnerstagabend endet die Ära. Der langjährige Moderator geht zum letzten Mal auf Sendung. 

Kleber verabschiedet sich nach 2977 Ausgaben in fast 20 Jahren. Erstmals war der 66-Jährige am 3. Februar 2003 Hauptmoderator der Sendung – als Nachfolger von Wolf von Lojewski. Nachzusehen ist die erste "heute-journal"-Sendung mit Kleber im ZDF-Archiv. Thema damals unter anderem: die verlorene Bundestagswahl von Gerhard Schröder.

Unvergessen bleibt aber nicht nur Klebers erste Nachrichtensendung. Es folgten zahlreiche weitere einzigartige TV-Momente. Typisch waren für Kleber dabei ungewöhnliche Wege der Anmoderation. Zum Vorbild nahm sich der Journalist dabei seine US-amerikanischen Kollegen. Wofür der Moderator noch in Erinnerung bleiben wird – ein Rückblick.

Claus Kleber im ZDF: Legendäre TV-Momente im "heute journal"

Doppeltes Interviewglück

Claus Kleber bekam so viele prominente Politiker live zum Gespräch vor die Kamera wie nur wenige Journalisten in Deutschland. Und was ein absoluter Traum für viele Berichterstatter gewesen wäre, gelang dem ZDF-Mann sogar zweimal: Er konnte dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama seine Fragen stellen.

Torsten Silz/ZDF/dpa

Schwer zu glauben, doch wie Kleber selbst in einem Beitrag schrieb, sei er beide Male nicht aufgeregt gewesen. Das erste Mal saß der Moderator Obama während seiner Amtszeit im Jahr 2014 gegenüber – zum Höhepunkt der NSA-Affäre. Wieder von Angesicht zu Angesicht sprachen die beiden 2021, als bereits der Republikaner Donald Trump im Weißen Haus eingezogen war.

Kleber war vor seinem Engagement beim "heute journal" für die ARD als Korrespondent und Studioleiter in den USA und später in Großbritannien tätig.

Bedrohliche Worte

Bedrohliche wirkte die Anmoderation in einer Sendung Anfang April 2019. Der Moderator leitete ein mit: "Guten Abend! Zu Wasser und in der Luft sind heute Nacht amerikanische, deutsche und andere europäische Verbündete unterwegs nach Estland, um die russischen Verbände zurückzuschlagen, die sich dort ähnlich wie vor einigen Jahren auf der Krim festgesetzt haben." 

Für viele Zuschauer klang das nach einem heraufziehendem Krieg, in den Deutschland verwickelt sei. Kleber löste den Schock-Moment sofort auf: Es handle sich nur um eine Vision wie eine Antwort der Nato bei einem Angriff auf das Territorium einer ihrer Mitgliedsstaaten im Ernstfall aussehen könnte. Wachgerüttelt hatte der TV-Moderator damit allemal.

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Peinliche Ausrutscher

Dass bei einer Live-Sendung nicht immer alles glatt läuft, davor war auch Kleber nicht gefeit. Selbst als erfahrener Moderator leistete er sich hin und wieder einen Ausrutscher. Der ein oder andere Versprecher war dabei. Schwer über die Lippen ging dem Sprecher etwa das Wort "Woodstock". Kleber versuchte es mit "Woodbox", kam auch im zweiten Anlauf nicht auf den korrekten Namen und endete schließlich ganz abgeklärt mit: "Sie wissen schon."

Unglücklich verlief Klebers Anmoderation eines Finales beim 5000-Meter-Lauf der Frauen in Berlin. "Diese Szene von den Finals in Berlin könnte ihnen Appetit machen", leitete Kleber den Beitrag ein, dazu eingeblendet wurde ein Bild von einer Gruppe Läuferinnen mit dem Unterkörper der Siegerin und einem Zeitlupen-Schwenk nach oben. Der Fauxpas sorgte für Spott in den sozialen Medien, war aber sicherlich nicht gewollt.

Einen Hustenanfall vor laufender Kamera hätte er sich während seiner TV-Karriere lieber erspart, doch bei einem Beitrag über den verstorbenen Schalke-Manager Rudi Assauer und Demenz kämpfte Kleber mit einem Frosch im Hals. "Das ist furchtbar", kommentierte er sichtlich genervt. Seine Moderation konnte er erst nach dem Einspielen des Nachrichtenfilms fortsetzen.

Verdrückte Tränen

Nicht immer zogen die Nachrichten an Claus Kleber spurlos vorbei. In einer Sendung im August 2015 kämpfte der gestandene Nachrichtenmoderator sogar mit den Tränen. Sichtlich berührt erzählte der ZDF-Mann nach einem Beitrag über die Integration von Flüchtlingen die Geschichte eines Busfahrers aus Bayern, der die Neuankömmlinge mit einer Willkommens-Durchsage begrüßte.

Unfreiwilliger Rapper

Während seiner Zeit als Nachrichtensprecher ging Claus Kleber auch unter die Rapper – aber eher unfreiwillig. Für ein Satire-Video schnitt ein Kabarett-Duo des Senders Wortfetzen des Moderators zusammen und unterlegte diese mit der Melodie des Songs "MfG" von den Fantastischen Vier. 

Ob Claus Kleber auch während seiner letzten Sendung am Donnerstagabend singt? Zumindest hat er schon angekündigt, wie es für ihn nach seiner ZDF-Karriere weitergehen soll. Auch im Ruhestand will der 66-Jährige als Journalist weiter arbeiten und Dokus drehen. 


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