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Konzern nennt das "herzlos" Streit um Marvel-Film "Black Widow": Scarlett Johansson verklagt Disney

"Black Widow" mit Scarlett Johansson zeigen einige deutsche Kinoketten bewusst nicht."Black Widow" mit Scarlett Johansson zeigen einige deutsche Kinoketten bewusst nicht.
dpa/Marvel Studios/Walt Disney/Film Frame

Los Angeles. Schauspielerin Scarlett Johansson hat Disney verklagt. Grund dafür ist die gleichzeitige Veröffentlichung des Marvel-Films "Black Widow" in den Kinos und auf der Streaming-Plattform Disney+, berichten US-Medien.

Hollywood-Star Scarlett Johansson hat im Streit um ihren neuen Film "Black Widow" den US-Unterhaltungsriesen Disney verklagt. Vor Gericht in Los Angeles reichte Scarlett Johansson am Donnerstag eine Klage wegen Vertragsbruch ein, berichten US-Medien unter Berufung auf die Gerichtsdokumente. 

Der zeitgleiche Start des Films im Kino und auf der Streaming-Plattform Disney+ habe gegen Vertragsabsprachen verstoßen, macht Johansson in der Klageschrift geltend. Ihr sei bei Vertragsabschluss im Jahr 2017 eine exklusive Filmveröffentlichung auf der Leinwand zugesagt worden – ihr Verdienst basiere auf den Kinoeinnahmen.

Disney: Pandemie-Auswirkungen werden "herzlos" missachtet

Der Disney-Konzern wies die Vorwürfe mit scharfen Worten zurück. Diese Klage sei unbegründet und zudem "ausgesprochen traurig und bedauerlich", weil sie die weltweiten Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie "herzlos" außer Acht lasse. In der Mitteilung führte Disney weiter aus, man habe den Vertrag eingehalten. Johansson hätte durch die Streaming-Veröffentlichung ihre Einkommensmöglichkeiten noch verbessert – zusätzlich zu den 20 Millionen Dollar, die sie bereits erhalten habe.

"Black Widow" war am 9. Juli in den US-Kinos und gleichzeitig bei Disney+ erschienen. Der Film unter der Regie der Australierin Cate Shortland erzählt die Vorgeschichte der als Schwarze Witwe bekannten Spionin Natasha Romanoff.

Einige deutsche Kinoketten boykottieren Film

Laut "New York Times" brachte "Black Widow" in den ersten drei Kinotagen weltweit 158 Millionen Dollar ein. Zusätzlich spielte der Film am Startwochenende auch rund 60 Millionen Dollar über den Streaming-Kanal Disney+ ein.

MeinungRalf DöringRalf Döring

Einige deutsche Kinoketten entschieden sich wegen des frühen Streamingstarts dagegen, den Film zu zeigen. So hieß es auf den Webseiten von Kinopolis: "Um auch zukünftig qualitativ hochwertiges Kino zu fairen Preisen anbieten zu können, müssen wir daher leider – allen Einigungsversuchen zum Trotz – schweren Herzens auf den Einsatz von Black Widow verzichten." 

Früher hatten Kinos nach Filmstart exklusives Zeitfenster

Kinopolis gehört zu der Verhandlungsgruppe "Cinema-Family-Group". Diese wurde Anfang Mai gegründet, um mit Filmverleihern über die Verwertungsfenster zu verhandeln. Auch Besucher der anderen Kinos der Verhandlungsgruppe suchten "Black Widow" nach einem Bericht von Blickpunkt Film vergeblich. Dazu gehören die Kinoketten Astor, Traumpalast, Filmpalast und die Cineplex-Häuser. In den Kinos der internationalen Ketten wie UCI, Cinestar, Cinemaxx sowie den Kinos von K-Motion läuft der Marvel-Film allerdings.

Noch mehr interessante Themen:

Immer mehr Studios schlagen die neue Vermarktungsstrategie ein, Filme zeitgleich auf der Leinwand und per Streaming herauszubringen. Die Corona-Pandemie hatte dieses Modell vorangetrieben, nachdem über Monate hinweg viele Kinos geschlossen waren oder mit geringerer Kapazität auskommen mussten. Gewöhnlich liegen viele Wochen oder Monate zwischen der Veröffentlichung im Kino und der späteren Streaming-Verwertung auf den Bildschirmen.


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