Melancholisch bis euphorisch „As Long As You Are“: Future Islands an einem Wendepunkt

Von dpa

Future Islands sind wieder in der Spur.Future Islands sind wieder in der Spur.
Justin Flythe/4ad/Beggars Group/dpa

Vaterstetten. Ein später Durchbruch hat die Band Future Islands nicht vor den Schattenseiten des Ruhm bewahrt. Ihr neues Album „As Long As You Are“ soll nun ein Wendepunkt sein.

Ein Auftritt beim amerikanischen Late-Night-Talker David Lettermann ebnete der US-Band Future Islands einst den Weg zum Durchbruch.

Der plötzliche Ruhm führte aber nicht zu mehr Glück - sondern zu Selbstzweifeln und Burnout, wie die Synthiepop-Musiker später einräumten. Mit dem neuen Album „As Long As You Are“ sei man aber nun gewissermaßen zu Hause angekommen.

Das sechste Studioalbum der Band aus Baltimore beginnt mit Gänsegeschnatter und schneidenden elektronischen Klängen. Zwar steigt die Vorfreude beim Einsetzen der markanten Stimme von Frontmann Sam Herring - so ganz bricht sie sich dann aber doch nicht Bahn. Der Opener „Glada“ ist nämlich keine fulminante Einzugshymne, sondern eine getragene Ballade - und es wird nicht die Einzige bleiben.

4 Minuten und 12 Sekunden - so lange dauerte 2014 der Auftritt bei Letterman. Damals spielten Future Islands den Song „Seasons“ von ihrem vierten Studioalbum. Elektronische New-Wave-Anklänge und ein treibender Bass stehen spätestens seitdem für den Sound der Band. Wer genau dies sucht, muss nicht lange warten. „For Sure“ setzt direkt nach „Glada“ ein und ist eine willkommene Einkehr bei der Reise durch die variantenreiche Welt von „As Longs As You Are“.

Neu gewesen seien bei diesem Album die eigenen Klangexperimente, berichtet Keyboarder Gerrit Welmers. „Wir hatten wirklich die Möglichkeit, genau darüber nachzudenken, was wir hinzufügen wollten - egal ob viele Gitarren oder subtile Synthie-Sounds.“ Mit dem Ergebnis ist die Band offenkundig zufrieden. Laut Sänger Herring handelt es sich um das am besten klingende Werk der Future Islands bisher.

Richtig Fahrt nimmt die neue Musik ab Album-Mitte auf. Songs wie „Waking“, „The Painter“ oder „Hit The Coast“ bilden ein Gegengewicht zu den ruhigen Balladen. Zusammen erzeugen die aktuellen Stücke ein stimmiges Klangbild zwischen Melancholie und Euphorie. Wenn das für die Amerikaner zu Hause ist, können sie gerne dort bleiben und so weitermachen.


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