Neue Folge "Das heilige Grab" heute im TV Götz Schubert zu "Wolfsland": Butsch würde auch den Papst duzen

MDR/Molina Film/Steffen JunghansMDR/Molina Film/Steffen Junghans
MDR/MOLINA FILM/Steffen Junghans

Osnabrück. Heute Abend im TV-Programm: Das Erste zeigt mit "Das heilige Grab" die erste von zwei neuen Folgen der in Görlitz spielenden "Wolfsland"-Krimis. Und Hauptdarsteller Götz Schubert hält seine Figur "Butsch" Schulz für jemanden, der auch den Papst duzen würde. Ein Gespräch über Görlitz, "Butsch" und Tränen vor der Kamera:

Wenn Götz George von einem Fan auf der Straße mit „Schimanski“ angesprochen wurde, konnte der Schauspieler schon mal aus der Haut fahren. Das war ihm eindeutig zu viel der Identifikation, da kam ihm seine eigene Paradefigur zu nah. Seinem Namensvetter Götz Schubert könnte das nicht passieren.

Dabei liegen Parallelen auf der Hand: Schubert gibt in den „Wolfsland“-Krimis aus Görlitz ein echtes Raubein, das ein wenig wie der Schimanski des Ostens daherkommt: Der Ermittler Burkhard „Butsch“ Schulz ist ein Görlitzer Urgestein. Einer der Deutschlands östlichste Stadt wie seine Westentasche kennt, einen ruppigen, mitunter gar rüpeligen Umgangston pflegt und für den das „Sie“ ein Fremdwort ist: „Ich glaube, der würde auch den Papst duzen,“ sagt Schubert im Gespräch mit unserer Redaktion. „Und ihn mit Papst ansprechen: Sag mal, Papst…“

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Götz Schubert ist so ziemlich das Gegenteil von diesem „Butsch“ Schulz. „Ich lege durchaus Wert auf Freundlichkeit und Höflichkeit,“ sagt der 56-Jährige. „Aber gerade, weil wir uns so unterscheiden, macht mir diese Figur umso mehr Spaß.“ Niemals käme er allerdings auf die Idee, einen Fan anzupflaumen, weil der ihn mit seinem Rollennamen angesprochen hat. Im Gegenteil – immer häufiger sagen die Leute auf der Straße in Görlitz „Butsch“ zu ihm. Und das gefällt dem im sächsischen Pirna geborenen und aufgewachsenen Schauspieler.

An diesem und am nächsten Donnerstag ermittelt Schubert alias Schulz wieder zusammen mit der von Yvonne Catterfeld dargestellten Viola Delbrück in Görlitz. Wobei ihn der erste Fall auch ganz persönlich betrifft, denn seine Tochter gerät in höchste Gefahr, als sie den Vater in der Lausitz besuchen will. Für Schubert eine ganz wichtige Gelegenheit, „ihn als Menschen zu zeigen und andere Seiten von ihm zu erzählen“.

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Der Fall geht dem Ermittler sogar derart unter die Haut, dass ihm die Tränen kommen. „Ich habe da keine spezielle Technik,“ antwortet Schubert auf die Frage, wie er es anstellt, vor der Kamera zu einen. „Meinen Figuren nähere ich mich immer über die Psychologie, ich hole sie nah an mich heran. Und wenn der Butsch um seine Tochter weint und der Schubert an seine Tochter denkt, geht das ganz schnell. Ich glaube nicht mal, dass das im Drehbuch stand. Aber auch das ist eine andere Seite an ihm, Butsch ist eben nicht nur ein Kotzbrocken, sondern da ist noch ganz viel Anderes in ihm.“

Als Heimspiel will der heute in Potsdam lebende Sachse den Görlitz-Krimi nicht verstehen, schließlich liege zwischen Pirna und Görlitz eine anderthalbstündige Autofahrt. Eigentlich habe er mehr auf die Rollenbeschreibung als auf den Ort geachtet, an dem die Krimis spielen. Aber als er dann zugesagt hatte, ging ihm doch auf, dass ihn mit Görlitz eine ganz besondere Erinnerung verbindet: „Ich habe meinen ersten großen Film ,Der Geisterseher‘ 1987 in Görlitz gedreht. Damals war ich vier oder fünf Wochen am Stück in der Stadt und habe in einem Hotel gewohnt, in dem wir jetzt wieder gedreht haben.“

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Görlitz, so erinnert sich Schubert, „war damals noch eine ganz andere Stadt als heute, wo es richtig rausgeputzt ist und mir fast schon ein bisschen zu angemalt vorkommt. Andererseits sind diese hellen und farbenfrohen Fassaden für unsere Filme eine wunderbare Kulisse, die sofort dazu reizt, dahinterzugucken“.

Von dem Beinamen „Görliwood“ hält der Schauspieler allerdings nicht allzu viel. Zwar entstanden vorwiegend in der Altstadt Szene zu Filmen wie „Inglorious Basterds“, „The Monument Men“, „Grand Budapest Hotel“ oder „Der Vorleser“, doch Schubert findet: „Es ist nicht so, dass die Görlitzer wahnsinnig davon profitieren, dass einmal im Jahr Hollywood vorbeikommt. Die Chance zur Kontinuität sind eher wir, wenn wir zweimal im Jahr für vier oder fünf Wochen da sind. Ich glaube, dass ,Wolfsland‘ mittlerweile ein bisschen zum guten Ruf von Görlitz beiträgt.“ Und das nimmt erst mal auch kein Ende: „Wir drehen jetzt die Teile sieben und acht, für neun und zehn gibt es eine gute Perspektive.“

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Wo Götz Schubert dann wohnen wird, weiß er heute schon: „Ich habe eine Ferienwohnung in der Nähe des Sees gefunden – da ist es so ruhig wie ich noch nie gewohnt habe. Fast schon ein bisschen unheimlich, aber wunderbar.“

Wolfsland: Das heilige Grab. Das Erste, Donnerstag, 28. November 2019, 20.15 Uhr.

Wolfsland: Heimsuchung. Das Erste, Donnerstag, 5. Dezember 2019, 20.15 Uhr.


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