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Schauspielerin erlebte in der Waldorfschule keinen Stress, aber Gewalt Karoline Eichhorn: An die Heizung gekettet

Karoline Eichhorn Foto: dpaKaroline Eichhorn Foto: dpa

js Osnabrück. Schauspielerin Karoline Eichhorn hat als Kind ihre Stuttgarter Waldorfschule von zwei völlig verschiedenen Seiten kennengelernt. Im Interview mit unserer Zeitung sagte die 45-Jährige: „Wir hatten richtig heftige Lehrer. Die haben geschlagen, uns in den Schrank gestellt und an die Heizung gekettet.“

Auch sie selbst sei in körperliche Auseinandersetzungen verwickelt gewesen, berichtete Eichhorn weiter: „Wir hatten von der ersten bis zur achten Klasse immer denselben Klassenlehrer, und der hat mich zur Weißglut gebracht. Mit dem habe ich mich immer richtig gezankt, und den bin ich auch mal körperlich angegangen, weil er jemanden in meinen Augen ungerecht behandelt hatte. Er hat mich aber auch geschlagen.“

Andererseits habe sie ihre Schulzeit in der Waldorfschule durchaus in guter Erinnerung behalten, sagte die Schauspielerin: „Kein Druck, kein Stress, keine Noten, kein Sitzenbleiben, kein Abitur und natürlich viele tolle Fächer und Aktionen. Ich hab mich ziemlich locker durch meine Schulzeit durchgeschwänzelt und nie das Gefühl gehabt: Jetzt musst du aber mal was machen.“

Regelmäßig habe sie sich allerdings beim Spielen Verletzungen zugezogen, sagte Eichhorn: „Ich hatte immer den Todessprung im Kopf. Alles, wobei man besonders mutig sein musste, hat mich immer ganz arg gereizt. Sprünge vom Baum ins Wasser fand ich zum Beispiel toll - es musste immer ein Tick mehr sein als das, was die anderen machten.“ Ihre Mutter habe sie mehrfach von der Schule abholen müssen, „weil ich mir beim ,Todessprung‘ mal wieder irgendwas gebrochen hatte,“ sagte Eichhorn. Vor allem das Knie habe ihr Probleme bereitet: „Den Meniskus hat’s erwischt, ich hatte mehrere Kreuzbandrisse und musste einige Male operiert werden.“

Film und Fernsehen spielten für die junge Karoline Eichhorn hingegen kaum eine Rolle: „Meine Eltern wollten nicht, dass ich Fernsehen gucke, wir hatten lange gar keinen Apparat, und als wir irgendwann einen hatten, wurde er nie eingeschaltet. Ich habe ohne Wissen meiner Eltern manchmal bei unseren Nachbarn ferngesehen, aber ich kann überhaupt nicht mitreden, wenn meine Generation von ihren kindlichen Fernseherinnerungen erzählt.“ Ein Fernsehheld sei aber doch in ihrer Erinnerung hängengeblieben: Prinz Eisenherz. „Der war mein absoluter Traum, davon habe ich heute noch eine alte VHS-Kassette. Den habe ich auch heimlich bei unseren Nachbarn gesehen, und wir Kinder haben damals immer Prinz Eisenherz nachgespielt.“

Eichhorn, die im Radio-“Tatort“ die schwäbische Kommissarin Nina Brändle darstellt, würde eine solche Rolle fürs Fernsehen niemals annehmen: „Das ist nicht mein Ding. Mir wurde schon mehrfach eine Kommissarin angeboten, sowohl im ,Polizeiruf‘ als auch im ,Tatort‘. Aber ich habe alles abgelehnt. Mich wird immer die andere Seite mehr interessieren. Ich finde, dass ich da einfach mehr Spielfutter habe, und das ist es nun mal, was ich machen will - spielen.“ Zudem haben in Eichhorns Augen alle Fernsehkrimis einen gemeinsamen Mangel: „Alle sprechen überall Hochdeutsch. Ich habe immer und immer wieder Regisseure gefragt, ob ich eine Rolle im Dialekt oder Akzent spielen kann. Und immer wieder hieß es: Nein, das versteht dann doch keiner.“

Das vollständige Interview lesen Sie am Samstag in Ihrer Tageszeitung.


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