Radikale Neuverfilmung Feministische Sisi mit Susanne Wolff und Sandra Hüller

Karlheinz Böhm und Romy Schneider in Marischkas "Sissi"-Trilogie.  Foto: imago/images/Prod.DBKarlheinz Böhm und Romy Schneider in Marischkas "Sissi"-Trilogie. Foto: imago/images/Prod.DB
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Berlin. Sandra Hüller und Susanne Wolff sind die Stars eines neuen Sisi-Films. Frauke Finsterwalders Konzept ist feministisch.

Sisi wird neu verfilmt: Der Stoff, der Romy Schneider zum Star machte, soll dabei eine ganz neue Lesart bekommen. Dafür steht schon das Team hinter der Filmbiografie mit dem Arbeitstitel „Sisi und ich“: Die Regie übernimmt Frauke Finsterwalder. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Christian Kracht, schreibt sie auch das Drehbuch. In gleicher Arbeitsteilung haben die beiden bereits Finsterwalders Spielfilm-Debüt „Finsterworld“ ins Kino gebracht. Eine weitere Sisi-Adaption hatte kürzlich der Streamingdienst Netflix angekündigt. 

Wer spielt die neue Sisi?

Das Konzept wurde schon vor fast einem Jahr kommuniziert; inzwischen stehen auch die Schauspielerinnen fest – und man darf sagen: Bessere hat das deutsche Kino nicht zu bieten. Die Hofdame, aus deren Sicht die Geschichte  erzählt wird, spielt Sandra Hüller („Toni Erdmann“); Sisi selbst wird von Susanne Wolff („Styx“) verkörpert. Weitere Rollen übernehmen Ella Rumpf, Stefan Kurt, Angela Winkler und Sophie Rois. „Ein gutes Drehbuch hilft hier natürlich, aber es sind die Schauspielerinnen und Schauspieler, die die Bilder zum Leben erwecken“, sagt Regisseurin Frauke Finsterwalder. „Ich kann mir bei Weitem kein außergewöhnlicheres Ensemble für „Sisi und ich “ vorstellen als dieses. Eigentlich könnte ich täglich ausflippen vor Freude wenn ich daran denke!“ 

Wie sieht der neue Sisi-Film aus?

DCM, der Verleih hinter der Produktion, beschreibt das Konzept als schwarzhumoriges Drama „fernab des kitschigen ‚Sissi‘-Klischees“. Im Zeichen des Feminismus soll der Film die Figur radikal umdeuten. Finsterwalder, heißt es, schildert eine Figur, „die sich jahrelang ohne ihren Mann, nur von Frauen umgeben, auf Reisen durch ganz Europa wagt, sechs Sprachen beherrscht, Hochleistungssport treibt und mit ihrem freien Geist ganz und gar nicht in das enge Korsett des Wiener Hofes passt“. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Hofdame Irma.  

Sisi im Kino

Das Leben der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn hat eine ganze Reihe von Filmen inspiriert. Schon 1920 entstand ein Stummfilm von Rolf Raffé mit Carla Nelsen in der Titelrolle. 1931 war Lil Dagover als „Elisabeth von Österreich“ zu sehen. Zeitgleich mit dem ersten „Sissi“-Film von Ernst Marischka spielte Ruth Leuwerik die Kaiserin in Helmut Käutners „Ludwig II. – Glanz und Ende eines Königs“ (1955). Romy Schneider hat Elisabeth nicht nur in der „Sissi“-Trilogie übernommen. Nachdem sie jahrelang gegen das Image ankämpfte, das ihr die Heimatromanzen eingehandelt hatten, war sie als Weltstar noch einmal in der Rolle zu sehen – in Vischontis „Ludwig II.“ (1972).

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