Schatten im Paradies Reportage über Flüchtlinge und Einheimische auf Lesbos

Ein kleines Flüchtlingsmädchen in einem Lager auf der Insel Lesbos, in dem menschenunwürdige Zustände herrschen. Foto: Antje Büll / NDREin kleines Flüchtlingsmädchen in einem Lager auf der Insel Lesbos, in dem menschenunwürdige Zustände herrschen. Foto: Antje Büll / NDR

Osnabrück. Da den vielen Flüchtlingen auf der Insel Lesbos nicht ausreichend geholfen wird, leidet auch der Rest der Insel.

Kleine Kinder müssen durch stinkende Müllberge klettern, um an Trinkwasser zu gelangen. Ganze Familien leben in dünnwandigen Zelten, die kaum Schutz vor Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit bieten. Und die medizinische Versorgung kann den massiven Aufgaben nicht gerecht werden. Dass das alles in Europa geschieht, ist beschämend. Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, zehn Kilometer von türkischen Küste entfernt, ist die Situation für die meist aus Syrien oder Afghanistan kommenden Menschen katastrophal. Und nicht nur sie werden von der Politik im Stich gelassen. Die Einwohner von Lesbos, die vom Tourismus leben, beklagen den massiven Rückgang an Besuchern. Grund dafür ist die Berichterstattung in den Medien, die bei machen Ausländern die Lust am Urlaub vergrätzen. Zudem leiden die Einwohner an der griechischen Wirtschaftskrise. Diese Arte-Reportage zeigt auf, mit welchen Mitteln Privatpersonen nun versuchen, die Situation zu verändern – in den Lagern, aber auch im für die Insel so wichtigem Fremdenverkehr. Eine schwierige, europäische Aufgabe. Dass die EU aber meist wegschaut, und die schlimme Situation seit Jahren besteht, macht umso trauriger. Ein aufrüttelnder Bericht über ein kaum präsentes Thema.

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„Re: Lesbos und die Flüchtlinge“. Arte, 5. 11. 2019; 19.40 Uhr. 


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