Die Vorstadt als Vorhölle Brillant: Arte zeigt ab heute "Eine kleine Lüge"

Blickt hinter die bürgerliche Fassade: Elvira behauptet krank zu sein, ihr Freund Patrick will daraufhin sein Lotterleben ändern. Foto: Unité de Production/ARTE FranceBlickt hinter die bürgerliche Fassade: Elvira behauptet krank zu sein, ihr Freund Patrick will daraufhin sein Lotterleben ändern. Foto: Unité de Production/ARTE France

Osnabrück. Der TV-Mehrteiler "Eine kleine Lüge" entlarvt Abgründe und neue Lebensweisheiten.

Hinter bürgerlichen Fassaden lauert oft das Grauen. So auch in einer properen Einfamilienhaussiedlung in Frankreich, wo die Büroangestellte Elvira lebt. Ihr Freund geht fremd, ihre pubertäre Tochter macht Ärger in der Schule, die transsexuelle Tochter verliebt sich in einen Austauschschüler, der nichts davon ahnt, dass „Sie“ körperlich noch ein „Er“ ist, und die jüngste Tochter verheimlicht, dass sie ahnt, dass mit ihrer Mutter etwas nicht stimmt. Denn Elvira, glänzend von Marina Hands gespielt, behauptet, Krebs zu haben. Eine Lüge. Doch sobald sie von der angeblichen Krankheit spricht, erfährt sie, die sonst leicht Übersehende, endlich Mitgefühl,und das Familienleben scheint sich zu bessern. Aber rasch wird die „Notlüge“ zu einem Selbstläufer und zu einem Kartenhaus, das droht, einzustürzen. Geheimnisse in der Familie, und zwar von allen Mitgliedern, sind hier die Grundfedern  dieser mitunter artifiziellen Tragikomödie, die zwischendurch sogar Musicalelemente enthält. Dass in Erlogenen jedoch auch viel Wahrheit stecken kann, zeigt dieser ausgezeichnete Sechsteiler von Fabrice Gobert auf ebenso spannende wie melodramatische Art. Die ersten drei Teile strahlt Arte heute am Stück aus, Teil 4-6 folgen in einer Woche.

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Arte, Donnerstag, 10. 10. 2019; 21 Uhr: „Eine kleine Lüge“


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