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Folge 1 im Test VOX reanimiert „Survivor“ – hat die Show Chancen?

Lost ohne Rauchmonster: Die 18 Kandidaten der VOX-Show "Survivor".  Foto: TVNOW / Richard HübnerLost ohne Rauchmonster: Die 18 Kandidaten der VOX-Show "Survivor". Foto: TVNOW / Richard Hübner

Berlin. Dritter Versuch: Die Action-Show „Survivor“ bekommt eine neue Chance. Kann VOX an den gewaltigen US-Erfolg anknüpfen?

Kann VOX mit „Survivor“ an seine Show-Erfolge wie „Die Höhle der Löwen“ oder das Tauschkonzert anknüpfen? Wir haben die erste Folge gesehen und erklären, worum es geht.  

Macht „Survivor“ Spaß?

Für unbefangene Augen wirkt die Überlebensshow wie eine laienhaft nachgestellte „Lost“-Episode – nur halt ohne Rauchmonster, Flugzeugwrack, Spannung, Geheimnis und Handlung. Die ersten 20 Minuten bestehen im Wesentlichen aus einem Pfahlstehwettbewerb. Die Siegerin erspielt dabei irgendeinen Vorteil, den man zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal begreift. Damit sich das ändert, werden über die ganze Episode Interview-Spots eingeschnitten, in denen die 18 Kandidaten sich vorstellen, die Spielregeln erklären und beteuern, dass zumindest ihnen selbst die Show schon richtig viel Spaß macht.

Der Einstieg ist also zäh, aber das muss noch nichts heißen: Reality-TV lebt davon, dass die sich Kandidaten auf den Geist gehen. Das braucht Zeit, und hier verspricht immerhin jeder Zweite ausdrücklich, die anderen schamlos aufs Kreuz zu legen. Besonders gehässig zeigt sich dabei Bärbel, eine 40-jährige Dozentin aus Coventry. Als fanatischer „Survivor“-Geek kennt sie alle 568 US-Episoden und dazu noch die australischen; und schon dafür, dass sie ständig ihr Expertenwissen raushängen lässt, möchte man sie jetzt auch gern scheitern sehen. Bei TVNOW ist die erste „Survivor“-Folge schon verfügbar.

Bärbel hat über schon über 500 "Survivor"-Folgen überlebt - als Zuschauerin. Foto: TVNOW / Richard Hübner

Wie funktioniert „Survivor“ überhaupt?

18 Spieler ziehen für 39 Tage auf eine naturbelassene Insel, auf der sie ohne fremde Hilfe Nahrung, Wasser, Feuer und Schlafplätze organisieren müssen. Bei zusätzlichen Aufgaben können sie sich in Teams „Immunität“ erspielen, das Recht auf der Insel zu bleiben. Die Verlierer müssen einen der ihren von der Insel verstoßen. In einer Schlussrunde entscheiden alle verbliebenen Insulaner gemeinsam, wem sie den Sieg und damit eine halbe Million Euro zuerkennen. Die Kombination aus Duellspiel und Mehrheitswahlrecht zwingt die Kandidaten zu einem Balanceakt, bei dem das Schmieden von Allianzen genauso wichtig ist wie der frontale Angriff.

Was für Kandidaten machen mit?

Die harten Lebensbedingungen ziehen zuallererst professionelle Überlebensspezialisten an: den Berufssoldaten mit 750 Tagen Auslandseinsatz im Rücken, die Molotow-erprobte Polizistin, den Feuerwehrmann und eine unerschrockene Lehrerin, die sich ihren Schülern über Jahre mit dem Mathebuch genähert hat und jetzt ein Sabbatjahr macht. Als klassische Reality-Kandidatin ist eine Musicaldarstellerin mit dabei. Daneben zieht die deutsche „Survivor“-Ausgabe verblüffend viele Akademiker an; zwei sind Ärzte – was angesichts des täglich drohenden Hungertods nur ein Vorteil sein kann. Einer der beiden heißt Ingo, ist Kieferchirurg und stellt sich so vor: „Als Chirurg bin ich in der Lage, jedes Tier zu zerlegen, ohne mit der Wimper zu zucken.“ Worte, nach denen man sich zweimal überlegt, ob man seine Zahnspange gerade von ihm haben möchte.

Florian Weber. Foto: TVNOW / Richard Hübner

Wer ist der Moderator Florian Weber?

Was die Kandidaten in der Inselhölle zu tun haben, erklärt ihnen der Moderator Florian Weber. Der 43-Jährige hat das ZDF-Format „Wombaz“ und „Das Duell im Ersten“ präsentiert, an Shows wie „Wer hat’s gesehen?“ (NDR), „Die Wies’n Champions“ (BR) und „Mach-dich-ran“ (MDR) und sich in „Inga Lindström“- und „Utta Danella“-Geschichten auch schon als Schauspieler ausprobiert.

Wo kommt das Format her?

Was auf den ersten Blick nur wie eine weitere Action- und Insel-Show aussieht, ist in Wahrheit ein Klassiker. 1997 von Charlie Parsons unter dem Titel „Expedition Robinson“ für den schwedischen Markt entwickelt, lief das Format inzwischen in Dutzenden Ländern. Am erfolgreichsten ist „Survivor“ in den USA, wo seit der Jahrtausendwende bereits 38 Staffeln gesendet wurden. In Deutschland hat die Show bislang nicht funktioniert. RTL2 gab sie 2001 nach zwei Staffeln wieder auf. Auf ProSieben überlebte „Survivor“ sechs Jahre später nur eine einzige Staffel lang.

Wird „Survivor“ bei VOX ein Erfolg?

Auch wenn das deutsche Publikum sich dem Format gegenüber bislang reserviert gezeigt hat, beginnt VOX den dritten Versuch mit ungebrochenem Optimismus. Die erste Staffel ist auf nicht weniger als 13 Folgen angelegt. Und mit einer zweiten Staffel rechnet der Sender schon vor der Premiere so fest, dass er bereits die erste Kandidatin für die Fortsetzung bestimmt hat: Als Gewinnerin eines öffentlichen Pfahlstehens – im „Survivor“-Kosmos ist die Disziplin offenbar ein Muss – wird die Österreicherin Solanny auf jeden Fall dabei sein. Falls es eine zweite Staffel gibt.

VOX zeigt die 13 Folgen „Survivor“ ab dem 16. September 2019 immer montags um 20.15 Uhr. Bei TVNOW Premium sind alle Folgen jeweils eine Woche vorab abrufbar.

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Geht immer: Pfahlspiele in der VOX-Show "Survivor". Foto: TVNOW


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