Freitagabend im Ersten Komödienreihe "Väter allein zu Haus" mit Peter Lohmeyer

Die vier Männer müssen sich vor der Direktion rechtfertigen. V.l.n.r Mark Lanius (David Rott), Andreas (Tobias van Dieken), Gerd Frick (Peter Lohmeyer), Timo Savona (Tim Oliver Schultz), Direktorin Wemke (Martina Eitner-Acheampong) Foto: WDR/Kai SchulzDie vier Männer müssen sich vor der Direktion rechtfertigen. V.l.n.r Mark Lanius (David Rott), Andreas (Tobias van Dieken), Gerd Frick (Peter Lohmeyer), Timo Savona (Tim Oliver Schultz), Direktorin Wemke (Martina Eitner-Acheampong) Foto: WDR/Kai Schulz

Osnabrück. Vier Komödien, ein Ensemble. Unsere Redaktion sprach mit Hauptdarsteller Peter Lohmeyer über die neue Mini-Reihe und seinen Austritt bei „Schalke 04“.

Das Erste zeigt am Freitag die erste von vier Komödien, die alle mit demselben Personal bestückt sind. Ungewöhnlich. Im Fokus jedes Films steht jeweils einer von vier Vätern, die die Rolle des Hausmanns übernommen haben. Schauspieler Peter Lohmeyer spielt in „Gerd“ die gleichnamige Hauptrolle und äußert sich im Gespräch mit unserer Redaktion über das auf der australischen Fernsehserie „House Husbands“ basierende Projekt. 

„Wenn man selber spielt, hat man weniger die Zuschauerperspektive. Aber ich finde es spannend, dass man an vier Menschen herangeführt wird. Und das nicht nur über so abgebrochene 40 Minuten“, erklärt Lohmeyer. „Man sollte insgesamt viel mutiger sein, Formate ausprobieren und schauen, wie die funktionieren. Es wäre schön gewesen, wenn die vier Filme in kurzem Abstand gesendet worden wären. Ist aber durch den Produktionsablauf nicht möglich.“ Während „Mark“ am darauffolgenden Freitag gesendet wird, werden die Filme drei und vier der Reihe wohl erst 2020 laufen.

Lohmeyers Gerd– Vater dreier Kinder von drei unterschiedlichen Frauen und Inhaber eines kleinen Handwerksbetriebs – hat es seiner Partnerin Michaela (Christina Große) fest versprochen: Wenn ihre gemeinsame Tochter Laura in die Schule kommt, wird er deren Betreuung übernehmen, und Michaela kann zurück in ihren Job als Krankenschwester. Nur wenn er diese Aufgabe übernimmt und sich vom Tag der Einschulung an als reifer, verantwortungsvoller Hausmann erweist, wird sie endlich seinen Heiratsantrag annehmen – so ist es abgemacht. Und die Anträge von Gerd (so viel sei verraten) haben es in sich.

Die Kinder kurz vorm "Pinguincgrash". Foto: WDR/Kai Schulz

Mehrwert Komödie

Erstmal aber geht alles gründlich schief. Die Kinder bauen vor der Schule mit Gerds Auto einen „Pinguinunfall“ und so muss dieser mit seinen Leidensgenossen Mark (David Rott), Timo (Tim Oliver Schultz) und Andreas (Tobias van Dieken) bei der gestrengen Direktorin antanzen. Die Autoren Jan Martin Scharf (auch Regie) und Arne Nolting haben ihrer ersten Hauptfigur noch weitere Steine wie eine Hasenplüschjagd, eine schwangere Tochter und eine flirtwillige Immobilienmaklerin in den Weg gelegt, bevor die Komödie ihrem guten Ende entgegen steuert.

Der Film stellt augenzwinkernd zur Musik von Johnny Cash Geschlechterklischees auf den Kopf und hinterfragt so immer noch bestehendes Rollendenken. Kann eine derartige, durchaus charmante, aber zuweilen wenig bissige Komödie, etwas bewirken? „Ja, immer. Ich habe in Kuba zwei Komödien gedreht. In Kuba wird der politische Stoff immer in einer Komödie verarbeitet, weil man es gar nicht offen zeigen darf. Ein Beispiel für mich, wie man durch Komödien Dinge aufzeigt, Sachen anreißt“, verrät Lohmeyer. „Aber: die Komödie muss im Kern ernst genommen werden. Wenn Komödie nur Schenkelklopfen ist, dann wird sie zur reinen Unterhaltung ohne Mehrwert.“ Ein Mehrwert bietet sich dem Zuschauer durchaus. Der ein oder andere wird sich trotz ironischer Überhöhung in manchen Situationen wiederfinden. Das sehenswert spielende Ensemble, zu dem auch Felicitas Woll gehört, nimmt seine Figuren ernst.

Vier Väter und ihre Kinder. Foto: WDR/ARD Degeto

"Eigentlich bin ich ein Wunschpartner"

Im Film ist Lohmeyers Figur zu Beginn im Haushalt zwar bemüht, aber noch ungeschickt. Wie sieht es bei dem Schauspieler, selber Vater von vier Kindern von unterschiedlichen Frauen, in der Realität aus? „Ich kann bügeln, staubsauge gerne, stelle den richtigen Waschgang ein, kann handwerkliche Sachen. Eigentlich bin ich ein Wunschpartner. Ich kann sogar Knöpfe annähen oder eine Nähmaschine bedienen. Wo ich am wenigsten Erfahrung habe, ist das Kochen, aber da bin ich dran.“ Wenn Peter Lohmeyer nicht liiert wäre, könnte es jetzt Dates hageln.

Medial war Peter Lohmeyer in letzter Zeit äußerst präsent. Sein Austritt als Mitglied aus dem Fußballverein „Schalke 04“ nach den verbalen Entgleisungen von Vereinsboss Tönnies machte Schlagzeilen. Für Lohmeyer durchaus bewegende Tage: „Ich habe für meinen Austritt viel Zuspruch, aber auch einen großen Shitstorm erlebt, von Menschen, die denken, sie könnten sich jetzt alles erlauben.“ Und Fußballfan Lohmeyer ("Ich ärger mich jetzt genauso über Niederlagen und freue mich über Siege wie vorher") erklärt seinen Schritt. „Ich habe mich aber schon immer für eine grundsätzliche Freiheit, für eine Offenheit gegenüber anderen Menschen und Kulturen eingesetzt. Ich bin ausgetreten, weil ich nichts durchgehen lasse. Tönnies hat sich entschuldigt. Entschuldigen kann man sich vielleicht für einen Moment, der einem passiert, nur dann sollte man sich auch bei denen entschuldigen, die man beleidigt hat. Und es geht zu weit, wenn man so etwas aufschreibt und es vor 1200 Menschen in einer Rede zitiert.“

Väter allein zu Haus: Gerd

Freitag, 13. September 2019, 20:15 Uhr, Das Erste


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