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Interview zur Pro7-Show „Renn zur Million“ Rebecca Mir lehnte Game-Werbe-Deal aus moralischen Gründen ab

Rebecca Mir wirbt aus Überzeugung, aber nicht für jeden. Einen hochdotierten Vertrag mit einem Games-Hersteller lehnte sie aus moralischen Bedenken ab. Foto: imago/GartnerRebecca Mir wirbt aus Überzeugung, aber nicht für jeden. Einen hochdotierten Vertrag mit einem Games-Hersteller lehnte sie aus moralischen Bedenken ab. Foto: imago/Gartner 

Berlin. Rebecca Mir, aktuell mit „Renn zur Million“ im TV, ist ein gefragter Werbepartner. Ein Angebot aber war ihr zu grausam.

Für ihre ProSieben-Show „Renn zur Million … wenn Du kannst“ stürzte Rebecca aus 48 Metern schreiend in die Tiefe. Im Interview zur Show spricht sie über ihr blutiges GNTM-Debüt, schmerzfreies Epilieren, den Influencer-Erfolg ihres Hundes und über einen hochdotierten Werbevertrag, den sie aus moralischen Bedenken abgelehnt hat.

Frau Mir, was würden Sie tun, um an eine Million zu kommen? In der Show scheint man sich ziemlich anstrengen zu müssen. 

Rebecca Mir: In der Show muss man sich definitiv anstrengen. Man braucht Muskelkraft, Ausdauer, aber auch –Taktik! Man muss sich überlegen, ob ich links, rechts oder die Mitte lang renne. Und vor allem muss man seine Kräfte einteilen. Wir hatten Kandidaten, die ohne Rücksicht auf Verluste losgesprintet sind und beim ersten Hindernis dann schon aus der Puste waren.

Ist die gesamte Staffel schon abgedreht?

Ja. Und zwar komplett im Dunkeln. Wir hatten Arbeitszeiten von zehn Uhr abends bis fünf Uhr morgens. Das Besondere an der Show ist die schön beleuchtete Kulisse: Der Hindernislauf war auf dem Gelände der Henrichshütte in Hattingen aufgebaut und wir haben einiges an Pyro, Scheinwerfern und Spotlights aufgefahren. Die Nachbarn haben sich schon gewundert, was wir da treiben.

Oha! Die Umstände waren also nicht nur für die Kandidaten hart, sondern auch für Sie.

Zumal es in der Zeit kalt war. Immerhin hat mich das wachgehalten. Ich habe weder Kaffee noch Energy-Drinks gebraucht. Ein Hindernis habe ich auch selbst gemacht: den Hochofen, der 43 Meter hoch ist. Ich hing da oben, habe meine Anmoderation gemacht, bin schreiend runter und habe unten gleich weitermoderiert.

Ein ProSieben-Engagement geht vermutlich immer auf den Adrenalin-Haushalt. Immerhin mussten Sie sich nicht wie Charlotte Roche an vier Titanringen im Rücken von einer Brücke stürzen.

Bei allem, das mit Nadeln oder Haken in der Haut zu tun hat, bin ich raus. Das würde ich auch für eine Million nicht machen. Als ich elf Jahre alt war, hat meine Mutter mich zwei Stunden lang bearbeiten müssen, damit ich mich für einen Piekser in den Finger zum Arzt reintraue. Für Adrenalin-Kicks bin ich aber zu haben. Ich habe kein Problem mit Höhe, Action, Abenteuer.

Wie viel Hindernisse müssen Ihre Kandidaten schaffen?

Es gibt fünf Hindernisse, mit denen man das Geld staffelt. Wenn einem der Verfolger dicht auf den Fersen ist und man mit dem bislang verdienten Geld nach Hause gehen will, kann man sich rausbuzzern. Dafür muss man sich allerdings an dem 43 Meter hohen Hochofen hochziehen, wieder runterlassen und dann den Buzzer drücken. Nach drei Hindernissen hat man die ersten 50.000 Euro sicher. Um an die Million zu kommen, muss man an einem Rundbogen hängend einmal über die komplette Bühne klettern. Nicht einfach, aber es geht ja auch um viel Geld. Mein Plan wäre, das dritte Ziel zu schaffen, damit die 50.000 sicher zu haben und das nächste Hindernis noch zu versuchen.

Bei „taff“ berichten Sie aus der Welt der Schönen und Reichen, von der Sie auch selbst ein Teil sind. Hilft das bei der journalistischen Arbeit oder lenkt es eher ab?

Bei „taff“ betrachte ich mich nur als Moderatorin.

Dabei sind ja nicht nur Sie mit Ihrem Mann Massimo Sinató ein öffentliches Paar – sogar ihr Hund, der Golden Doodle Macchia hat einen Instagram-Account.

Das stimmt. Als sie ganz klein war, dachte ich: Jetzt probiere ich's mal. Und dann habe ich ein Foto hochgeladen. Und was soll ich sagen: Die Leute mögen es. Sie ist halt süß.

Und mit 13.000 Followern fast schon ein Influencer.

14.000 sind es sogar.

Hält Macchia auch Hundefutter in die Kamera?

Sie isst gern Hundefutter; in die Kamera halten kann sie mit ihren Pfoten ja nichts.

Jana Ina Zarrella hat mit ihrem Dackel Tyson eine komplette Kampagne bestritten. Das macht Macchia also nicht?

Noch nicht – aber ich werde ihr nicht im Weg stehen. Macchia müsste die Verhandlungen natürlich selbst führen. Sie ist beim Futter allerdings sehr wählerisch. Es muss alles bio sein und sehr hochwertig.  (Hier berichtet Jana Ina Zarrella über die Werbung mit ihrem Dackel.)

Als ich eben Ihren Namen gegoogelt habe, lautete der oberste Eintrag: „Taff-Moderatorin Rebecca Mir oben ohne – die Fans sind begeistert“. Ist das eine lästige Schlagzeile oder eine gute?

Um ehrlich zu sein, kriege ich so was immer erst mit, wenn mein Vater mich anruft und fragt, ob es was Neues bei uns gibt. Das passiert vor allem dann, wenn mir wieder ein Baby-Bauch angedichtet wird. Dabei weiß er doch, dass die Familie das auf jeden Fall vor der Presse erfährt.

Anfang des Jahres hat Stefanie Giesinger eine Studie dazu vorgestellt, wie Influencer das Körperbild von Mädchen beeinflussen. Sie selbst unterläuft das Beauty-Ideal, indem sie hin und wieder auch mal eine OP-Narbe zeigt. Was wollen die Fans von Ihnen sehen?

Ich habe viele weibliche Follower. Und die wollen mich natürlich und lächelnd. Das entspricht mir aber sowieso. Ich mache auch mal ein ungeschminktes Selfie; aber beruflich bin ich als Model natürlich auch oft geschminkt. So etwas wie Stefanie Giesinger habe ich noch nicht gemacht; da ist auch die Frage, wie viel man preisgeben möchte. Ich finde zum Beispiel, zuhause darf man das Handy auch mal weglegen. (Mehr zur Instagram-Studie: Darum sehen Giesinger, Gercke und Garrn im Netz alle gleich aus.)

Sie nutzten Instagram auch für Werbung – auf einem Foto epilieren Sie sich die Beine. Übrigens mit einem verblüffend entspannten Gesichtsausdruck.

(Rebecca Mir lacht.)

Darunter stehen zuallererst kritische Kommentare. „Rebecca ich liebe dich, aber du postest auch jeden Scheiß“, schreibt eine Userin. Die nächste: „Du siehst irgendwie schwanger aus.“ Machen die Werbeeinahmen den Spott wett?

Ach, sobald man in der Öffentlichkeit steht, hat man beides: positive und negative Kritik. Bei mir ist es mehr positiv. Aber es stimmt natürlich: Die Leute reden darüber und schreiben online vermutlich mehr, als sie mir ins Gesicht sagen würden. Mir hat bislang jedenfalls noch niemand auf der Straße mitgeteilt, wie schwanger ich wieder aussehe. Und was soll ich den Leuten antworten, die Werbung nicht mögen? Ich bin Model. Das bedeutet doch nichts anderes als Werbung.

Sie werben für Esprit, Swarovski und die verdauungsförderden Joghurt-Kulturen von Danone. Wie entscheiden Sie, was zu Ihnen passt? Oder passt alles, wenn die Summe stimmt?

Ich muss mich auch privat damit identifizieren können. Natürlich trage ich auch Pullover, wenn mir das Muster nicht gefällt. Aber ich will mich mit der Marke wohlfühlen; und ganz ehrlich: Ich hatte schon Anfragen, bei denen sehr hohe Summen auf dem Tisch waren – aber das passte einfach überhaupt nicht zu mir.

Was also passt überhaupt nicht zu Ihnen?

Gewaltverherrlichende Computerspiele passen nicht zu mir. Ich werde ihnen natürlich keine Namen nennen, aber ich unterstütze keine Gewalt.

Und das, obwohl Sie Ihre Karriere bei Heidi Klum auf blutenden Füßen begonnen haben –sozusagen als der Bruce Willis von GNTM.

Stimmt. Das war der allererste Drehtag; da hatten wir knapp 26 Stunden gedreht und die Challenge war, auf High Heels über ein Laufband zu gehen. Die waren nagelneu, und jede Frau kennt das: Neue Schuhe tun weh. Das gibt Blasen; aber als ehrgeizige Kandidatin ziehe ich das natürlich durch. Und genau in den drei Minuten vor Heidi Klum ist mir eine Blase geplatzt, und auf dem Laufsteg war Blut. Ich weiß noch, dass ich es selbst gar nicht gemerkt hatte. Wahrscheinlich war ich einfach zu angespannt und voller Adrenalin. Was soll's! Es hat mich auf mein späteres ProSieben-Leben vorbereitet. Wie gesagt: Bei „Renn zur Million“ haben die Kollegen mich in 43 Metern Höhe aufgehängt. Nach der GNTM-Schule schockt mich nichts mehr.

„Renn zur Million … wenn Du kannst!“. ProSieben zeigt Show ab Dienstag, 10. September 2019, um 20.15 Uhr.

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