zuletzt aktualisiert vor

Sein schwerer Weg zum Vorsitzenden Wichtige Hürden überwunden: Böhmermann kann endlich SPD-Mitglied werden

Von dpa

Jan Böhmermann will weiterhin SPD-Chef werden. Foto: dpa/ZDF/Julia HüttnerJan Böhmermann will weiterhin SPD-Chef werden. Foto: dpa/ZDF/Julia Hüttner

Berlin. So schnell gibt Jan Böhmermann nicht auf. Der Satiriker will weiterhin SPD-Parteichef werden. Im Oktober soll feststehen, ob er ein SPD-Parteibuch bekommt.

Wird der Fernseh-Satiriker Jan Böhmermann in die SPD aufgenommen? – Diese Frage entscheidet sich am 1. Oktober. Dann will der SPD-Kreisverband Anhalt-Bitterfeld bei seiner nächsten Sitzung über den Aufnahme-Antrag des 38-Jährigen entscheiden, wie Kreischef Ronald Mormann am Montag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Es sei wahrscheinlicher, dass das Gremium grünes Licht gebe, als dass es den Antrag ablehne. "Sollten wir zu dem Schluss kommen, dass es Jan Böhmermann um die Partei geht und nicht um die Zuschauerquote, dann werden wir ihn aufnehmen", so Mormann.

Böhmermanns Ersuchen, SPD-Mitglied zu werden, beschäftigt seit mehr als einer Woche mehrere Gremien der Partei. Der Grund: Der 38-jährige Moderator der ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" will nicht an seinem Wohnort Köln-Ehrenfeld als Mitglied geführt werden, sondern im sachsen-anhaltischen Köthen.

Zwei Hürden genommen

Dafür muss er aber nicht nur vom Ortsverband Köthen akzeptiert werden, sondern braucht zusätzlich grünes Licht von der SPD in seiner Heimat – und vom zuständigen Kreisverband in Anhalt. Sowohl die SPD in Köthen als auch die in Köln stimmten der Aufnahme bereits zu.

Die Kölner SPD habe beschlossen, ihm eine Ausnahmegenehmigung vom Wohnortprinzip zu erteilen, erklärte Frank Mederlet, Geschäftsführer der Kölner SPD, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Ursprünglich hatte die Kölner SPD darüber erst am 26. September beschließen wollen.

Zu spät für Bundes-Kandidatur – aber nicht für Landes-SPD-Spitze

Falls der Kreisverband im Oktober entscheidet, Böhmermann in die SPD aufzunehmen, kann dieser aber nicht mehr an der Wahl des Kandidaten-Führungs-Duos der Partei teilnehmen. Stichtag für einen Eintritt, um bei der Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz mitzuentscheiden, ist der 16. September. Vorziehen will Mormann die Entscheidung nicht: "Herr Böhmermann wird sicherlich nicht wollen, dass der Grundsatz der Gleichbehandlung aufgegeben wird, der seit 156 Jahren in der SPD gilt", so der Kreischef.

Einen Trost gäbe es für Böhmermann, sollte er schließlich aufgenommen werden: Auch in Sachsen-Anhalt wird eine Doppelspitze per Mitgliedervotum bestimmt – Eintrittsstichtag ist der 1. Oktober.

Böhmermann hatte angekündigt, SPD-Vorsitzender werden zu wollen. Die Frist für Kandidatur lief jedoch am Sonntag vor einer Woche ab.


Böhmermann gibt noch nicht auf

Jan Böhmermann betonte in der letzten Ausgabe seiner ZDFneo-Sendung "Neo Magazin Royale", dass er weiterhin SPD-Chef werden wolle: "Ich bin nicht ganz sicher, ob ich jetzt Mitglied in der SPD bin oder nicht. Das Ganze ist noch ein schwebendes Verfahren. Das wird hoffentlich geklärt sein bis Ende des Monats." Der 38-Jährige deutete an, womöglich weiterhin den Chefposten anzustreben: 


Die Juristinnen und Juristen vom Team #Neustart19 hatten natürlich von vorneherein einen Plan. Wir haben seit Sonntag 18 Uhr durchgearbeitet, um doch noch einen Weg zu finden, wie ich legal und just in time Parteivorsitzender der SPD werden kann. Ich möchte noch nicht zuviel verraten. Nur soviel: Ich werde der neue Parteivorsitzende der SPD.Jan Böhmermann


Weiterlesen: Wie Böhmermann jetzt weitermachen will

Böhmermann regte sich in seiner Show auch scheinbar darüber auf, dass viele SPD-Obere und Medien seine Kandidatur für den Vorsitz von Deutschlands ältester Partei als Witz oder Nachtreten auf eine Organisation am Boden dargestellt hätten. "Kaum blubbern ein paar panische Sozialdemokraten Twitter voll, plappern die Medien diese Opfergeschichten sofort nach." Positiv äußerte sich Böhmermann aber auch: "Ich freu mich aber als Mensch, als Journalist, als Fernsehmoderator, als vielleicht zukünftiger Genosse und vor allen Dingen als Fan der Sozialdemokratie, dass die Ernsthaftigkeit meiner Kandidatur als SPD-Parteivorsitzender in den Medien ausführlicher besprochen und hinterfragt wurde als die von Olaf Scholz."


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN