Paudar in der „Höhle der Löwen“ Brat-Fett in Pulverform? Brauchen wir auch das noch?

Paudar: In der "Höhle der Löwen" soll das Pulverfett seinen Durchbruch schaffen. Foto: Daniel BenedictPaudar: In der "Höhle der Löwen" soll das Pulverfett seinen Durchbruch schaffen. Foto: Daniel Benedict
Daniel Benedict

Berlin. Wir testen Produkte aus der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“. Heute das pulverförmige Bratfett Paudar.

Jedes Jahr hilft die „Höhle der Löwen“ innovativen Produkten auf den Markt, Grußkarten aus Holz zum Beispiel, Abfluss-Stopfen mit integriertem Duftstein, tanzenden Eiscreme-Robotern und dem „Pannenfächer“ – einer Sammlung neongelber Hinweisschilder, die „in knappen Worten eine Pannensituation an vorbeifahrende Fahrzeuge kommunizieren“. Braucht man das? Wir testen es.

Was ist Paudar Bratpulver ?

Paudar ist Bratfett,dass man nicht in die Pfanne gießt oder streicht – sondern streut. Es ist pulverisiert und verflüssigt sich erst beim Erhitzen. „Schmeckt clever“, lautet der Claim, mit dem Johannes Schmidt und Deniz Schöne das Braten revolutionieren wollen. „Geschmacksneutral“ ist Paudar laut Homepage allerdings auch. Und zumindest das stimmt: Ein testhalber gebratenes Spiegelei ist auch nach dem Einsatz von Paudar noch genießbar.  

Wozu braucht man das?

Paudar geht mit zwei Versprechen ins Rennen: Beim Braten soll es „kaum“ spritzen und außerdem den Fetteinsatz reduzieren. Beim Spritzschutz beruft das Unternehmen sich auf die wasserbindende Kraft des zugesetzten Sonnenblumenlecithins. Hauptargument für beide Vorteile ist allerdings die Pulverform. Und zwar, weil Paudar sich dadurch angeblich besser dosieren lässt. Das Produkt peilt also die Zielgruppe stark zitternder Köche an, die regelmäßig ganze Ölflaschen in ihre Pfanne entleeren. Ein schmaler Markt.

Braucht man Paudar wirklich?

Jenseits dieser Nische leidet Paudar darunter, dass Pulverfett bei aller Innovationskraft Erinnerungen an Kunsthonig, Gerstenkaffee und andere Ersatzprodukte der Nachkriegsjahre weckt. Und hier wird ja auch wirklich was ersetzt, und zwar Butter, Sonnenblumen- oder Olivenöl durch Palmfett – das als Regenwaldkiller einen nicht allzu guten Ruf hat. Nicht weniger als drei der FAQ-Fragen auf der Paudar-Homepage argumentieren deshalb wortreich gegen das Negativ-Image an. Da vergisst man leicht die nahe liegenden Einwände: Mit Paudar kann man wirklich nur braten – und weder Salatdressing noch Pizzateig machen oder auch nur ein Butterbrot schmieren. Diese attraktiven Features bleiben altmodischeren Konkurrenten vorbehalten.

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