Skandalauftritt im ZDF-Fernsehgarten Mitarbeiter des ZDF sollen von Luke Mockridges Plänen gewusst haben

Von dpa

Luke Mockridge nutzte einen Auftritt im ZDF-Fernsehgarten, um seine neue Show zu promoten. Foto: dpa/Rolf VennenberndLuke Mockridge nutzte einen Auftritt im ZDF-Fernsehgarten, um seine neue Show zu promoten. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd 

Mainz. Nach dem irritierenden Auftritt von Luke Mockridge im ZDF-Fernsehgarten wurde bekannt, dass viele ZDF-Mitarbeiter über die Pläne des Comedians Bescheid wussten – nur Moderatorin Andrea Kiewel nicht. Es scheint nun auch klar, was hinter dem verkorksten Auftritt steckt: seine neue Sendung und Kinder.

Der ungewöhnliche Auftritt des Comedians Luke Mockridge beim "ZDF-Fernsehgarten" machte Moderatorin Andrea Kiewel stinksauer. "Shame on you", sagte sie vor laufenden Kameras in Richtung des Komikers und brach seinen Auftritt ab. Auch viele Zuschauer reagierten verärgert und sorgten auf Twitter für einen Shitstorm. Zwei Tage später wurde bekannt, dass viele Mitarbeiter des ZDF von den Plänen Mockridges Bescheid wussten. Auch dessen Beweggründe werden immer klarer. 

Schlechte Witze und Buhrufe

Mockridge (30) hatte in der Sendung am Sonntagmittag unter anderem Witze über alte Menschen gemacht ("Sie haben graue Haare, sie sind schrumpelig und sie riechen immer nach Kartoffeln"), war wie ein Affe über die Bühne gelaufen und hatte so getan, als würde er mit einer Banane telefonieren. Von seinen Furzgeräuschen ganz zu schweigen. Aus dem Publikum gab es Buhrufe.

Neue Show im September

In den sozialen Medien gab es zahlreiche Spekulationen, was Mockridge geritten haben könnte. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung (Montag) war er mit einem eigenen Kamerateam zum "ZDF-Fernsehgarten" gekommen. Die Aufnahmen von seiner schrägen Nummer sollen für "Luke! Die Greatnightshow" benutzt werden, die am 13. September bei Sat.1 startet. Der Sender gab dazu auf Anfrage keine Antwort, teilte aber am Montag vieldeutig mit: 

Luke Mockridge ist ein wunderbarer Künstler, der sich zu all seinen Auftritten viele Gedanken macht und gut vorbereitet. Wir freuen uns auf seine neue Show.Sat.1-Statement zum Auftritt von Luke Mockridge

Hinter den Kulissen dürften auch viele ZDF-Mitarbeiter über den Auftritt gelacht haben. Ein Produktionsmitarbeiter sagte gegenüber der "Bild"-Zeitung, dass "sehr viele" seiner Kollegen von den schrägen Plänen Mockridges wussten. Moderatorin Kiewel zählte nicht dazu. Dementsprechend harsch fiel ihre Reaktion aus.

"Wir waren im Vorfeld darüber informiert, dass Luke Mockridge mit einem Social Media-Team kommt. Das ist nicht unüblich", teilte ZDF-Showchef Oliver Heidemann am Dienstag mit. "Sein Auftritt im 'Fernsehgarten' war aber so nicht abgestimmt und hat sowohl die Redaktion als auch Andrea Kiewel völlig überrascht."


"Auflösung kommt in seiner neuen Show"

Doch was hat Mockridge, der ansonsten keinen schlechten Ruf als Comedian hat, dazu getrieben, den Auftritt dermaßen zu verkorksen? Offenbar hatte er im Vorfeld Kinderwitze gesammelt, um diese dem Fernsehgarten-Publikum zu präsentieren. Ein Produktionsarbeiter sagte:

Es war seine eigene Idee und wurde lange geplant. Es steckt keine weitere Person mit drin, es gab also keinen Auftrag von Joko und Klaas oder so.Ein Produktionsmitarbeiter zum Auftritt von Luke Mockridge – via "Bild"-Zeitung

Der namentlich nicht genannte ZDF-Mitarbeiter ergänzte: "Die Auflösung kommt in seiner neuen Show." Der Mann bestätigt damit die Vermutung, dass alles nur ein PR-Stunt war. 

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Keine Konsequenzen für Mockridge

Mit konkreten Folgen von Seiten des Senders muss der erst in diesem Jahr mit dem Grimmepreis ausgezeichnete Comedian dementsprechend nicht rechnen. Es seien keine Konsequenzen für Mockridge geplant, teilte ein ZDF-Sprecher am Montag auf Anfrage mit. Zur Frage, ob mit dem Komiker für den Auftritt eine Gage vereinbart war und ob es dabei bleibe, machte er keine Angaben – zu vertraglichen Angelegehnheiten äußere sich der Sender nicht. Moderatorin Kiewel (54) hatte Mockridge schließlich unterbrochen und danach erklärt, dass ein junger Künstler es wage, vor ihrem Publikum als Affe herumzuspringen, sei das mieseste Verhalten, was es unter Kollegen geben könne.

Mockridge selbst hat sich bisher nicht in die Karten schauen lassen. Sein Manager reagierte auch am Montag nicht auf Anfragen. 


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