Kaum wiederzuerkennen Promi Big Brother 2019: Ist das wirklich Zlatko?

Promi Big Brother 2019: Jochen Schropp und Marlene Lufen. Foto: Sat.1/Marcus HöhnPromi Big Brother 2019: Jochen Schropp und Marlene Lufen. Foto: Sat.1/Marcus Höhn
Sat.1/Marcus Höhn

Berlin. Drei Stunden dehnt „Promi Big Brother“ die Spannung vor Zlatkos Rückkehr. Und tatsächlich: Er ist nicht wiederzuerkennen.

Als „Promi Big Brother 2019“ am Freitagabend auf Sendung geht, wohnen die ersten neun Kandidaten schon über zwei Tage in ihrer Zeltlager-Kulisse. Mit Beginn der Live-Show hören sie aus der Ferne Rufe aus dem Publikum, und das immer wieder. Was skandiert wird, verstehen sie nicht – weil sie ja noch nicht wissen, wer nach beinahe zwei Jahrzehnten seine Rückkehr feiert: „Sladdi! Sladdi! Sladdi!“ 

Promi Big Brother 2019: Zlatko mit Jochen Schropp und Marlen Lufen. Foto: Sat.1/Willi Weber

Warten auf Zlatko

Drei volle Stunden zerdehnt Sat.1 die Spannung, bis Zlatko Trpkovski – Star der allerersten „Big Brother“-Staffel – vor die Kamera tritt. Bis dahin zelebrieren Jochen Schropp und Marlen Lufen ein großes Geheimnis. „Wie sieht Zlatko heute aus?“, raunen die beiden Moderatoren. Sie fiebern auf den „Gänsehautmoment“ hin und beschwören Sladdis unsterbliche Legende. Archivbilder erinnern an den Zlatko von damals. Aktuelle Fotos gibt es keine, nicht mal auf dem Presseserver, der Promo-Bilder aller übrigen Kandidaten versammelt.

Was also mag aus dem Mann geworden sein, der seinen Bildungsmangel zum Markenzeichen gemacht hatte, der mit Party-Hits tourte, eine Soap drehte und sich im Zorn vom Publikum verabschiedete, als er beim ESC-Vorentscheid ausgebuht worden war. („Vielen herzlichen Dank, ihr Fotzköpfe!“) Kehrt er kleinlaut heim? Als auftrumpfender Selbstüberschätzer? Als Enttäuschter, der dem „Big Brother“-Kollegen Jürgen Milski den Ballermann-Erfolg neidet? Als Selbstparodie, die sich jetzt als Witz verkauft? Anfangs hat man noch ein bisschen Angst vor dem Wiedersehen. Irgendwann scheint die Neugier überreizt. Kein Ex-Kandidat, denkt man, kann sich so spektakulär verändert haben, dass es die drei belanglosen „Big Brother“-Stunden davor aufwiegt. 

Ist das wirklich Zlatko? 

Dann aber kommt Zlatko, und nun hat das Warten doch gelohnt. Wie auch immer die „Bild“ vorab rausbekommen hatte, dass er einzieht – zufällig erkannt haben kann ihn keiner. Nichts an ihm erinnert an das Großmaul der Jahrtausendwende, und das liegt nicht allein an der Glatze und dem grauen, spitz geschnittenen Bart, die ihn älter als 43 wirken lassen. Die einstige Labertasche ist einsilbig geworden. Wach und abwartend lässt er die anderen reden, erst die Moderatoren und später die Mitbewohner. Warum er aus dem Medienzirkus ausgestiegen ist, wird er gefragt. „Weil es zu viel war“, sagt er. „Du musst dafür geboren sein, um den Blödsinn zu machen.“ 

20 Jahre im Geschäft zu bleiben wie Jürgen Milski – das ist eine Leistung. Bei Zlatkos fokussiertem Auftritt fragt man sich jetzt allerdings, ob der Ausstieg nicht noch mehr Selbstdisziplin und Stärke erfordert. Mit seiner Verwandlung blamiert Zlatko auch die anderen Teilnehmer von „Big Brother“. All die GNTM-, „Bachelor“- und „Love Island“-Kandidaten hecheln einem C-Promi-Status hinterher, den er schon weggeworfen hat, als den Begriff noch nicht mal gab. Natürlich hat die Geste einen Schönheitsfehler: Zlatkos mediale Askese lässt sich nur bewundern, weil er gerade mit ihr bricht. Das Angebot von Sat.1, sagt er dazu, war einfach zu hoch. Hält er die nüchterne Haltung durch? Mutiert Zlatko doch noch zur Rampensau? Die nächsten zwei Wochen werden es zeigen. Auch wenn es schmerzt: Wir weitern weiter einschalten müssen. 

„Promi Big Brother 2019“. Bis zum Finale am 23. August läuft die Show täglich ab 22:15 Uhr, freitags schon ab 20.15 Uhr.

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