Schauspieler dreht zweite Staffel "Meiberger" Tatort-Kommissar: Cornelius Obonya würde Angebot annehmen

Von Ute Grundmann

Würde zum Job als Kommissar nicht nein sagen. Cornelius Obonya hier als Darsteller in einem Bremer Tatort mit Lilith Stangenberg. Foto: Radio Bremen/Christine SchröderWürde zum Job als Kommissar nicht nein sagen. Cornelius Obonya hier als Darsteller in einem Bremer Tatort mit Lilith Stangenberg. Foto: Radio Bremen/Christine Schröder

Osnabrück. Ihn treibt es gerade hin zu Film und Fernsehen, eher weg vom Theater. Cornelius Obonya will Geschichten erzählen, von Menschen, die sich wandeln. Auf der Bühne aber drehe sich im Moment zu viel um „Textflächen“, um „postdramatisches Theater“, bedauert er. Aber er macht lieber eine Krimireihe wie „Meiberger“. Bei den Dreharbeiten zur zweiten Staffel in München ist Gelegenheit zum Gespräch.

Wenn ihn jemand fragen würde, ob er „Tatort“-Kommissar werden wolle, würde Cornelius Obonya nicht nein sagen, auch wenn ihn das für zehn Jahre festlegen würde. „Gutmenschen und Riesenarschlöcher spiele ich am liebsten“, lacht er, der im Bremer „Tatort“ als Nicht-Österreicher agiert. „Der Quoten-Österreicher wird ja von vielen im deutschen Film geliebt, den hab ich drauf, mache es aber lieber nicht.“  

Dafür vieles andere: „Vera Brühne“, „Kommissar Rex“, „Schnell ermittelt“, „Egon Schiele: Tod und Mädchen“ sind nur ganz wenige seiner Film- und TV-Arbeiten. Seine Eltern sind Elisabeth Orth und Hanns Obonya, den er schon mit neun Jahren verlor, seine Großeltern Paula Wessely und Attila Hörbiger, Burgschauspieler allesamt. Wie sein Großvater hat Cornelius Obonya in Salzburg den „Jedermann“ gespielt, ein Vergleich aber „ist absurd“, sagt er fast barsch. Sonst aber wirkt er, im März 50 geworden, entspannt und energiegeladen, gelassen und neugierig zugleich.

Regie mit der Frau

Sein Debüt als Opernregisseur hatte er an der Mailänder Scala mit der „Fledermaus“, jetzt führte er erstmals gemeinsam mit seiner Frau Regie, bei Mozarts „Zauberflöte“ im „Theater im Steinbruch“ in St. Margarethen. „Ein Ort der Energie“, sagt Carolin Pienkos, „28 Meter hohe Felsen, 70 Meter breit, da muss man erst mal eine Bühne bauen.“ Sie stammt aus Osnabrück, wo ihre Mutter Lydia Pienkos-Schawe seit 65 Jahren das „Haus der Schönheit“ führt. Ihre jüngste Tochter ist gelernte Regisseurin, „von der Pike auf“, ergänzt Obonya, er dagegen „stand wie ein Ochs vorm Tor“. Doch sie haben „das Klassenziel erreicht“ – Riesenjubel - und lassen ein wenig in ihre Werkstatt blicken.

„Wir ergänzen uns produktiv, reiben uns aneinander, wälzen Ideen“, schildert Pienkos. „Der Trick“ für Obonya ist, „sich neu aufeinander einzulassen, nicht zu wohlzufühlen, den privaten Raum verschwinden zu lassen.“ Und: „Ihre Ideen müssen nicht mein Geschmack sein, sie müssen nur möglich sein“. „Wir zeigen den Aberglauben, den dynamischen Streit zwischen Religionen, Männer und Frauen, aber das Ideal, der Anspruch erfüllen sich nicht“, skizziert Pienkos.

Geschichten faszinieren auch Sohn Attila Ruben (13), der bleibe bei YouTube nur hängen, erzählt der Vater, „wenn er eine Geschichte bekommt, den Ausbruch des Verlierers etwa“. So etwas will auch Obonya erzählen, sei es bei „Meiberger“, sei es beim Film, den er mit Constantin Costa-Gavras drehen wird: Thema ist das Buch des griechischen Ex-Finanzministers Varufakis. „Das ist wichtig und erzählenswert“, betont er und hofft auf eine Premiere in Cannes.

In Wien hat Cornelius Obonya 2011 100 Mal das Kabarett-Solo „Cordoba“ gespielt, 28 Rollen, auch Frauen, diverse Dialekte - „das wollten plötzlich alle, ich hab es verweigert, weil ich nicht mein eigener Reproduktionscomputer sein mag“. Statt Wiederholung lieber Widerborstigkeit, „hoffentlich bald wieder eine Oper zu zweit“ – und die Frage nach dem „Tatort“-Kommissar kann ja noch kommen.


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