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MeToo und Heidi Klums Brüste Ulmen und Yardim schildern ihren peinlichsten Tag am roten Teppich

Fahri Yardim und Christian Ulmen. Foto: Joyn / Anatol KotteFahri Yardim und Christian Ulmen. Foto: Joyn / Anatol Kotte

Berlin. Christian Ulmen und Fahri Yardim kennen keine Scham. Es sei denn, sie werden auf Galas zu Klums Brüsten befragt.

Eine Frage, elf Antworten: Beim „jerks.“-Interview haben wir Christian Ulmen und Fahri Yardim um ein Statement zu peinlichen Interviews gebeten. Und die beiden haben nicht aufgehört zu antworten. Wegen der Überlänge und ihrer Relevanz als Branchennachricht haben wir die Passage ausgegliedert:

Ärgern Sie sich bei Interviews nur über die lässige Vorbereitung oder gibt es auch Fragen, für die Sie sich schämen?

Ulmen: Peinlich ist mir eigentlich nichts.

Yardim: Mir ist das schon manchmal peinlich. Zumindest bin ich genervt.

Ulmen: Ja, das bin ich auch oft.

Yardim: Interviews könnten eine Chance sein, miteinander Neues zu erkunden. Es ist unendlich schade, wenn dabei nur uninspirierte Fragen kommen. Welchen Stress müssen Journalisten haben, wenn ihre Zeit nur dafür reicht, mir ihre fantasielosen Erst-Assoziationen auf den Tisch zu knallen?

Ulmen: Fahri und mir war tatsächlich mal was peinlich. Da waren wir beim Fernsehpreis und kurz davor ging die MeToo-Debatte um Dieter Wedel los. Fahri kam direkt aus den Dreharbeiten; ich steckte mitten in Schnitt und hatte gerade noch Zeit, den Smoking aus der Reinigung zu holen. So purzelten wir auf die Gala, und am roten Teppich zückt dann so eine Eule das ARD-Mikro und fragt, was ich zu Wedel sage. Ich hatte keine Ahnung, was los war, mir nicht ansatzweise Gedanken darüber gemacht und genau das auch geantwortet. Da sagt sie: Also, Herr Ulmen, das ist doch ein wichtiges Thema. Hier geht’s um Vergewaltigung, und Sie sind in derselben Branche, da werden Sie doch ein paar Gedanken zu haben. Und auf einmal stand ich wie jemand da, der nicht mal zu Vergewaltigung eine Haltung hat. Fahri hat mich gerettet und gesagt, dass der rote Teppich nicht der richtige Ort für das Thema ist.

Yardim: Witziger Weise hat mir drei Journalisten weiter dann einer Nacktfotos von Heidi Klum unter die Nase gehalten. Eine Minute nach MeToo sollte ich Paparazzi-Bilder kommentieren. Ich war baff über diese Indiskretion und Unverschämtheit. Und dann habe ich mir selbst dabei zugesehen, wie ich in die Falle reinlatsche und vor Schreck ungefähr antworte: „Die hat ja noch ganz gute Ömmel für ihr Alter“. Rote Teppiche müssten verboten werden!

Ulmen: Komischer Weise komme ich mit Fragen an roten Teppichen nie klar – obwohl sie so stumpf sind. „Na, haben Sie ihrer Frau schon was zum Valentinstag geschenkt?“ Auf solche Fragen kann man nur debile Antworten geben. Man möchte die Situation ja rocken, aber dann redet man von Blumen oder belehrt die Welt, wie kommerziell der Valentinstag ist.

Yardim: Und weil es am roten Teppich immer laut ist, schreie ich meine banalen Antworten dann auch noch. JA, ICH HABE MEINER FREUNDIN EINEN GANZ SCHÖNEN BLUMENSTRAUSS …

Ulmen: Wenn der Beitrag hinter läuft, hörst du dann nie die Frage. Die stellen es so dar, als hätte man aus freien Stücken, nur aus Spaß am roten Teppich erzählt: Wissen Sie, meiner Frau habe ich zum Valentinstag gerade Blumen gekauft. Als hätte man Lust gehabt, so einen Quatsch einfach mal mitzuteilen.

Yardim: Und wenn du fertig bist und dich noch in deinen Wunden suhlst: Mein Gott, war ich wieder grauenvoll, dann kommen die nächsten Futzis um die Ecke und klugscheißen: Die Amis, die machen das immer so toll. Und ich denke nur noch, danke, du Arschgeige.

Ulmen: Die sagen: Hey, you're looking great! Oh, thank you, you look great, too! Das ist ein gemeinsamer Song, den die singen. Ich habe nur die Melodie nicht drauf.

„jerks.“: Die dritte Staffel läuft ab Dienstag, 8. Oktober, dienstags ab 22.45 Uhr bei ProSieben.

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