Im Alter von 84 Jahren Ex-"Tagesschau"-Sprecher Wilhelm Wieben gestorben

Von dpa und Lorena Dreusicke

Der ehemalige Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot. Foto: dpa/Daniel ReimannDer ehemalige Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot. Foto: dpa/Daniel Reimann

Hamburg. Der frühere "Tagesschau"-Sprecher Wilhelm Wieben ist nach ARD-Informationen im Alter von 84 Jahren gestorben.

Der ehemalige "Tagesschau"-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in Hamburg, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mitteilte.

NDR-Intendant Lutz Marmor würdigte Wieben als prägende Fernsehfigur. "Als Sprecher hat er Generationen begleitet", erklärte Marmor in Hamburg. Wieben sei "stets seriös, kompetent und hoch professionell" aufgetreten.

Von 1973 bis 1998 hatte Wieben Deutschlands bekannteste Nachrichtensendung als Sprecher vor der Kamera präsentiert. Zuvor war der an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin ausgebildete Schauspieler am Theater aufgetreten und als Hörfunk-Sprecher sowie Ansager im Fernsehen im Einsatz. Der "Tagesschau"-Redaktion gehörte er schon einige Jahre als Off-Sprecher an, bevor er zu einem ihrer prominentesten Gesichter wurde.

In Songs bekannter Musiker verewigt 

Der gebürtige Dithmarscher, der später in Hamburg lebte, war auch Autor und Herausgeber verschiedener Bücher auf Plattdeutsch, er gab Lesungen und nahm Hörbücher auf. 

Nach seiner letzten "Tagesschau" blieb Wieben konsequent: "Es war für mich eine wunderschöne Berufszeit. Aber wenn es vorbei ist, ist es vorbei", sagte er einmal. Da hatten ihn Musiker wie Falco ("Jeanny"), Udo Lindenberg ("Mein Ding") und die Band Fettes Brot ("Können diese Augen lügen") bereits in Songs verewigt.

25 Jahre lang war Wieben eins der Gesichter der Tagesschau, hier ist er 1997 im Studio zu sehen. Foto: dpa/Markus Beck

Für Schlagzeilen um ihn sorgte Schauspielerin Inge Meysel (1910-2004), als sie 1995 in einem "Stern"-Interview öffentlich seine Homosexualität ansprach: "Eigentlich habe ich nur schwule Freunde. Ich verreise zum Beispiel gerne mit Wilhelm Wieben", sagte Meysel. 

Die Reaktionen danach seien einhellig positiv gewesen, erzählte Wieben später und erklärte: "Inzwischen habe ich eigentlich kein Verständnis dafür, wenn jemand aus seiner Homosexualität ein Geheimnis macht."


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