Reiht „Game of Thrones“ sich ein? Diese Serien enttäuschten ihre Fans und Kritiker

Das Finale der Serie "Lost" enttäuschte viele Fans. Foto: imago-images/Cinema Publishers CollectionDas Finale der Serie "Lost" enttäuschte viele Fans. Foto: imago-images/Cinema Publishers Collection

Berlin. Für eine Serie ein passendes Ende zu finden, ist schwer: Die finale Staffel der Fantasyserie „Game of Thrones“ ist ein aktuelles Beispiel dafür, dass trotz jahrelanger Planung die Enttäuschung bei Fans und Kritikern zum Ende hin groß sein kann. Berühmte Serien, deren Finale enttäuschte, sind zum Beispiel „Lost“ und „How I Met Your Mother“.

Wer zurzeit die achte und finale Staffel der Fantasyserie „Game of Thrones“ schaut, ist Kummer gewöhnt: Nur noch sechs Folgen bleiben, um das Epos von Autor George R. R. Martin zu Ende zu bringen. Und diese sechs Folgen, da sind sich Kritiker und Fans weitgehend einig, reichen nicht. Zu fahrig ist die Handlung, zu schnell die Ereignisse, eine glaubhafte Entwicklung der Charaktere findet nicht mehr statt. Der Frust der Fans geht sogar so weit, dass es eine Online-Petition gibt, in der gefordert wird, dass die achte Staffel neu geschrieben wird. Tausende Fans haben bereits unterzeichnet. (Weiterlesen: Game of Thrones Staffel 8: Die unglaubwürdigsten Wendungen)

Wie die Mysteryserie „Lost“ enttäuschte

Doch „Game of Thrones“ ereilt ein ähnliches Schicksal wie andere Serien, die mal in Mode waren. Ein Aufreger nach wie vor ist das Serienende von „Lost“. 121 Episoden und sechs Staffeln umfasste die Mystery-Serie von Damon Lindelof und Carlton Cuse. Die Serie handelt von den Folgen eines Flugzeugabsturzes auf eine Insel im Pazifik und mysteriösen Ereignisse auf dieser Insel.

Matthew Fox, Dominic Monaghan, Evangeline Lilly, Josh Halloway, Yunjin Kim, Daniel Dae Kim, Malcolm David Kelley, Herold Perrineau, Terry O Quinn, Jorge Garcia, Ian Someshalder, Maggie Grace, Naveen Andrews, Emilie de Ravin. Foto: imago images / Cinema Publishers Collection

Im Laufe der Staffeln wurden viele Rätsel aufgeworfen und geschickt Cliffhanger eingebaut, um die Zuschauer bei der Stange zu halten. Das Ende der Serie wurde mit Spannung erwartet, doch es kam die Enttäuschung: Alle Protagonisten sind tot, die Rätsel wurden damit nicht wirklich aufgelöst. Neben dem unrühmlichen Ende der Serie sprangen schon viele Fans bei der sechsten Staffel ab, die an wahnwitzigen Wendungen kaum zu überbieten war. (Weiterlesen: Game of Thrones: Wer besteigt den Eisernen Thron – Stimmen Sie ab!)

Unrühmliches Ende für „How I Met Your Mother“

Ebenfalls mit Spannung erwartet wurde das Ende der Comedyserie „How I Met Your Mother“. Neun Staffeln lang erzählte Hauptfigur Ted Mosby seinen Kindern die Erlebnisse, die dazu geführt haben, dass er ihre Mutter kennengelernt hat.

Josh Radnor (Ted) Jason Segel (Marshall) Alyson Hannigan (Lily) Neil Patrick Harris (Barney) Cobie Smulders (Robin). Foto: imago images/Cinema Publishers Collection

Nach dem jahrelangen Rätselraten, wer die Mutter ist, wurden die Fans enttäuscht: Die Ehefrau von Ted hatte nur wenige Auftritte im Finale, stirbt recht früh und Ted kommt letztlich wieder mit seiner Ex-Freundin zusammen. Ein Ärgernis für Fans, die sich mehr erhofft hatten.  (Weiterlesen: Durchwachsenes Finale von „How I Met Your Mother“)

Cliffhanger für „ALF“

Im Gegensatz zur Serie „Game of Thrones“, deren Ende lange geplant war, gibt es aber auch plötzliche Serienenden, bei denen die Produzenten von der Absetzung überrumpelt wurden. Berühmtes Beispiel ist „ALF“. Die Sitcom, die Ende der 80er-Jahre in den USA ausgestrahlt wurde, bekam ein unrühmliches Ende, denn sie wurde überraschend eingestellt.

Foto: imago images / United Archives

Der Außerirdische Alf wollte mit einem Raumschiff zu seinem Heimatplaneten von der Erde abreisen, wurde dabei aber vom US-Militär gefangengenommen. Eigentlich sollte die letzte Folge der vierten Staffel der Auftakt zur fünften Staffel sein, sie endete mit einem Cliffhanger. Doch die fünfte Staffel wurde vom US-Sender NBC nie realisiert, so dass die Fans im Ungewissen über Alfs Schicksal gelassen wurden. Ein späterer Kinofilm knüpfte zwar an diesen Cliffhanger an, doch die Familie Tanner, bei der Alf wohnte, kam nicht im Film vor. 

Abruptes Ende für „Angel – Jäger der Finsternis“

Ein ebenfalls recht abruptes Ende bekam die Fantasyserie „Angel – Jäger der Finsternis“ von Joss Whedon. Whedon wurde mit der Serie „Buffy – Im Bann der Dämonen“ einem größeren Publikum bekannt, später als Regisseur der Comicverfilmung „Marvel’s The Avengers“ und „Avengers: Age of Ultron“ berühmt. Die Serie „Buffy“ bekam ein für Fans versöhnliches und verständliches Ende, die Ablegerserie „Angel“ hingegen wurde abrupt nach der fünften Staffel abgesetzt.

Die Serie "Angel" wurde abrupt abgesetzt und endet daher mit einem Cliffhanger. Hier zu sehen: Andy Hallett, Charisma Carpenter, Amy Acker, David Boreanaz (Angel), Anthony Stewart Head, J. August Richards. Foto: imago images/Cinema Publishers Collection

Joss Whedon hatte kaum Zeit, die Serie für ein schlüssiges Ende vorzubereiten und so endete sie in einem gewaltigen Cliffhanger, der alle Protagonisten in einen epischen Kampf führt, Ende offen. Zwar wurden beide Serien später als Comics fortgeführt, aber die Fans waren erbost über die Absetzung von „Angel“. 

Serienmörder als Holzfäller: Das Ende von „Dexter“

Die Serie „Dexter“ über einen mordenden Forensiker hatte weltweit zahlreiche Fans. Die ebenfalls mit dem Ende der Krimiserie nicht einverstanden waren: Dexter täuschte in der finalen Folge seinen Tod vor, um ein unauffälliges Leben als Holzfäller weiterzuführen. Ziemlich untypisch für einen Serienkiller, der acht Staffeln lang Freude daran hatte, Menschen umzubringen. 

Michael C. Hall als Serienmörder. Foto: imago images/Cinema Publishers Collection


Die Macher von „Dexter“ wollten ein offenes Ende und es den Fans überlassen, wie es mit ihm weitergeht und ob seine Obsession doch noch auffliegt. Ebenfalls auf die Phantasie der Fans setzten die Autoren der Serie „Die Sopranos“. In der letzten Episode in Staffel 6 sitzt die Mafiafamilie beim Essen im Restaurant, als der Bildschirm schwarz wird. Keine Musik, kein Abspann - was mit den Sopranos letztlich passiert, wird nie geklärt. Vielleicht ist das aber einfach nur das geniale Ende einer genialen Serie...

"Die Sopranos" mit Steve Schirripa, Michael Imperioli, James Gandolfini, Steve Van Zandt, Tony Sirico. Foto: imago images/Cinema Publishers Collection

Alles nur erfunden bei „Roseanne“

Eigentlich können Fans nur vom Ende ihrer Lieblingsserie enttäuscht werden. Wie Joan Kristin Bleicher vom Hamburger Institut für Medien und Kommunikation im Interview mit unserer Redaktion vor einiger Zeit berichtete, sei es umso schwieriger, alles zu einem logischen Ende zu führen, je mehr Fragen man aufwirft. (Weiterlesen: „Ende von Serien wie How I Met Your Mother nie gelungen“)

Roseanne, Comedyserie, USA 1988 - 1997, Die Darsteller: (v. l.) John Goodman, Laurie Metcalf, Alicia Goranson, Michael Fishman, Roseanne Barr. Foto: imago-images/United Archives

Auch die Macher der Serie „Roseanne“ aus den 90er-Jahren griffen am Ende zu einem Kunstkniff, der die Zuschauer verärgerte: Hauptfigur Roseanne hatte sich so gut wie alles aus den vergangenen Staffeln nur ausgedacht, um sich über den Tod ihres Ehemannes hinwegzutrösten. Acht Staffeln waren also nur Zeitverschwendung für den Zuschauer, alles nicht echt.  

Bei „Game of Thrones“ hingegen wünscht man sich, dass einer der Protagonisten, vielleicht sogar Ned Stark, der in Staffel 1 geköpft wurde, im Bett aufwacht und zu seiner Frau Catelyn Stark sagt: „Ich hatte einen fürchterlichen Alptraum!“ Denn dazu könnte sich das Finale der einst hochgelobten Fantasyserie durchaus entwickeln. (Lesen Sie dazu auch: Game of Thrones Staffel 8: Sieben enttäuschende Szenen aus Folge 4)

Zu Ende geht „Game of Thrones“ am Montag, 20. Mai 2019, auf dem Bezahlsender Sky. (Weiterlesen: Game of Thrones Staffel 8: So können Sie die neuen Folgen sehen)


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