Heute Abend TV-Doku im NDR "Die Nordstory - Mit der Bahn von Lübeck nach Stettin"

Dies ist keine Modelleisenbahn, sonder der Bahnhof Oertzenhof kurz vor der polnischen Grenze. Foto: NDR/Video Magic.Dies ist keine Modelleisenbahn, sonder der Bahnhof Oertzenhof kurz vor der polnischen Grenze. Foto: NDR/Video Magic.

Osnabrück. Nette Fahrgäste, kein Stress und beinahe ein Idyll – in ihrem Film „Mit der Bahn von Lübeck nach Stettin“ innerhalb der Reihe „Die Nordstory“ (NDR, Freitag, 20.15 Uhr) zeigt Kathrin Matern in pittoresken Bildern die Fahrt auf einer mehr als 150 Jahre alten Bahnlinie.

Der Spruch „pünktlich wie die Eisenbahn“ war früher. Heute reicht das Horror-ABC der Bahnkunden von „Anschluss verpasst“ bis „Zugausfall“, und dazwischen platzt immer wieder der böse Begriff vom „Schienenersatzverkehr“. Auf den mussten zahlreiche Pendler auf der Strecke zwischen Lübeck und Stettin in den vergangenen zwei Wochen zwar auch zurückgreifen. Aber die Zuschauer von Kathrin Materns bereits im vergangenen Jahr gedrehten Film „Mit der Bahn von Lübeck nach Stettin“ bekommen davon freilich nichts mit.

Dieser hübsche Film zeigt eher ein kleines Idyll, zu dem nicht nur nette Fahrgäste und Schaffner – Pardon – „Kundenbetreuer im Nahverkehr“ gehören. Links und rechts der Gleise trifft Matern auch auf interessante Menschen und Geschichten. Wie zum Beispiel auf einen selbsternannten „Waldschrat“, der mit seinen 72 Jahren „in der Natur, mit der Natur und für die Natur“ lebt. Oder auf einen alten Lokschuppen in Pasewalk, der nun als „Eisenbahnerlebniszentrum“ dient. Aber auch die wechselhafte Geschichte der über 150 Jahre alten Bahnlinie wird angerissen. Was fehlt, ist ein Blick auf die echten Probleme der Deutschen Bahn. Das pittoresk wirkende Bild, das hier über die Mattscheibe flimmert, wirkt beinahe zu schön, um wahr zu sein.

Wertung: 4 von 6 Sternen.

„Die Nordstory – Mit der Bahn von Lübeck nach Stettin“. NDR, Freitag, 17. Mai, 20.15 Uhr.


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