„Top Chef Germany“ mittwochs auf Sat.1 Authentische Einblicke in den Küchenalltag

Die Messer sind gewetzt! Zwölf der besten Köche Deutschlands wollen »Top Chef Germany« werden. Foto: SAT.1/André KowalskiDie Messer sind gewetzt! Zwölf der besten Köche Deutschlands wollen »Top Chef Germany« werden. Foto: SAT.1/André Kowalski

Osnabrück. Dass ambitionierte Hobbyköche im Fernsehen zum Wettkampf antreten, ist nicht neu. Wohl aber, dass sich dort gestandene Profis miteinander messen: Am Mittwochabend um 20.15 Uhr wird „Top Chef Germany“ zum ersten Mal bei SAT-1 ausgestrahlt.

In mehr als 20 Ländern ist „Top Chef“ bereits eine erfolgreiche Prime-Time-Kochshow. Ursprünglich kommt das Show-Format, in der zwölf Profi-Köche um den Siegertitel und 50.000 Euro kämpfen, aus den USA: 2006 ist die Sendung dort zum ersten Mal ausgestrahlt worden. Nun ist das international gefeierte Format nach fast 15 Jahren auch in Deutschland angekommen und viele werden sagen: Noch eine Kochshow, muss das denn sein?!

Ja, noch eine Kochshow. Und wer einschaltet, der wird sich vielleicht auch an ein Format erinnern, das es längst in Deutschland gibt: Sowohl das Konzept, als auch die Kochwettkämpfe, der Look, die Begleitmusik und der Tonfall des dreiköpfigen Jury-Teams erinnern zunächst an „Masterchef Germany“, das seit 2016 als sehr sehenswertes Format bei Sky 1 – und damit leider nahezu unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit – ausgestrahlt wird. Der Rahmen ist ähnlich, doch die Unterschiede liegen in den Details: Denn „Top Chef Germany“ ist tatsächlich die erste Kochshow im deutschen Fernsehen, die ausschließlich gestandene und sehr erfolgreiche Profi-Köche gegeneinander antreten lässt. Alle zwölf Kandidaten, die in der ersten Folge vorgestellt werden, sind erfolgreiche Vertreter ihres Faches, vier von ihnen wurden bereits mit jeweils einem der begehrten Michelin-Sterne ausgezeichnet. Und nun haben sie sich beworben, um sich im mehrteiligen Wettkampf als „Top Chef“ des Landes durchzusetzen.

Dieses Kräftemessen wird viele der Kandidaten vor allem deshalb reizen, weil kein geringerer als „Jahrhundertkoch“ Eckart Witzigmann Teil der dreiköpfigen Jury ist. Zusammen mit der Foodjournalistin und Restaurantkritikerin Alexandra Kilian („Der Feinschmecker“) und dem bekannten Zwei-Sterne-Koch Peter Maria Schnurr („Falco“ in Leipzig) bewertet der bekannte Drei-Sterne-Koch Witzigmann die Kreationen der überwiegend jungen Profi-Köche und gibt Tipps für die nächsten Schritte.

„Bei ,Top Chef Germany‘ geht es um die aktive Unterstützung des Spitzenkoch-Nachwuchses. Wir haben in der Gastronomie – und nicht nur dort – ein massives Nachwuchsproblem und „Top Chef Germany“ geht das aktiv an, andere reden nur darüber. Das war letztlich auch der Grund für meine Teilnahme“, sagt Witzigmann in einem Interview mit dem Sender. Tatsächlich zeigt die Show sehr schön und authentisch, wie die Arbeit hinter den Kulissen eines gehobenen Restaurants aussieht: Wie kommen Köche auf ihre Ideen? Wie setzen sie die Gedanken Schritt für Schritt in der Küche um – und wie entsteht bestenfalls innerhalb kürzester Zeit daraus ein Teller, zu dem die Jury nur noch „Wow!“ sagt? Auch die authentischen Einblicke für den Zuschauer sind für Eckart Witzigmann ganz zentral: „Ich hoffe und wünsche mir, dass der Zuschauer durch diese Show einen vernünftigen Einblick in die Welt der Top-Gastronomie bekommt und sieht, wie es dort zugeht.“

Schon in der ersten Folge wird klar, dass der Koch-Beruf für Spitzenköche viel mehr als nur ein Job, eine Aufgabe ist: Die Kandidaten sollen in einer Stunde ihr „kulinarisches Ich“, also ihre ganz eigene kulinarische Handschrift präsentieren. Wer den Kurz-Interviews während des Kochens folgt, der spürt, dass viel Herzblut, Ehrgeiz und Kreativität im Spiel ist – ganz wesentliche Voraussetzungen für den Koch-Beruf. Vor allem, wenn er in der gehobenen Küche ausgeübt wird.

Ähnlich wie bei „Masterchef Germany“, wo Hobbyköche um den Siegertitel kochen, müssen sich die Kandidaten auch bei „Top Chef Germany“ immer wieder neuen Koch-Aufgaben, auch außerhalb des Studios stellen. Dazu kommen Gast-Juroren in die Sendung, die das Jury-Urteil punktuell für die jeweilige Folge ergänzen.

Was das Ganze neben den kreativen Einblicken spannend macht: Die Kandidaten bilden für einzelne Aufgaben Teams – genauso wie im echten Küchen-Alltag auch. In diesen Momenten stellen sie sich den Wettkämpfen gemeinsam, nicht als Einzelkämpfer. Geht etwas schief, muss der Team-Chef eigene Team-Mitglieder nominieren, die ins Entscheidungskochen gehen und anschließend unter Umständen die Sendung verlassen müssen. Das mag im ersten Moment übertrieben und nach künstlicher Provokation für soziale Eskalationen im Team klingen – spiegelt aber eben auch den Alltag im echten Koch-Leben wieder: Jeden Tag gilt es Höchstleistungen auf gleichem Niveau abzuliefern. Und wenn etwas nicht klappt, muss reagiert werden. Dann zeigt sich auch, ob ein Team-Chef seiner Aufgabe gewachsen ist und die richtigen Entscheidungen trifft. 300 Köche sollen sich nach Senderangaben für „Top Chef Germany“ beworben haben, zwölf von ihnen haben es in die Show geschafft.

Fazit: Trotz der Ähnlichkeiten zu „Masterchef“, übrigens ein britisches Format, ist „Top Chef“ eine sehenswerte Bereicherung für die Kochshow-Landschaft und gleichzeitig auch eine Chance für die Branche, die spannenden und authentischen Einblicke in die Spitzen-Gastronomie ins Publikum zu tragen. Ein Muss für Hobby-Köche.

Die Folgen laufen immer mittwochabends ab 20.15 Uhr bei SAT-1.


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