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Folge "Sievers und die Tote im Strandkorb" heute im ZDF "Nord Nord Mord"- Schauspieler Oliver Wnuk: "Drehzeit ist Lebenszeit"

Oliver Wnuk Foto:StilpiratenOliver Wnuk Foto:Stilpiraten

Osnabrück. Schauspieler Oliver Wnuk ("Stromberg") steht für Komik. Am Montag spielt er in der neuen "Nord Nord Mord"-Folge "Sievers und die Tote im Strandkorb" (ZDF, 20.15 Uhr) erneut komisch seinen Hinnerk Feldmann. Doch der Künstler kann mehr, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion verrät.

Spätestens seit seiner Rolle als Ulf Steinke in „Stromberg“ ist Oliver Wnuk als Schauspieler mit Humor den Zuschauern ein Begriff. Auch in der neuen „Nord Nord Mord“-Folge ist Wnuk als Kommissar Hinnerk Feldmann für die komischen Momente da. Doch der Künstler hat noch mehr auf der Pfanne, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion verriet. 

„Sievers und die Tote im Strandkorb“ heißt die neue Folge. Es ist eine der besten Filme der „Nord Nord Mord“-Reihe. Neben dem Stammpersonal mit Peter Heinrich Brix als Sievers in seinem zweiten Sylt-Einsatz ist dafür ein „tröpfelndes Trio“ verantwortlich: Dieter Hallervorden, Dietrich Hollinderbäumer und Rolf Becker machen als agile Altherrenriege Feldmann das Leben schwer. Wobei der auch noch gegen Kollegin Behrendsen ankämpft, denn einer von beiden soll Sievers Nachfolger werden.

Er sei halb so alt, aber doppelt so anstrengend wie die älteren Kollegen, äußert sich der 41-jährige Oliver Wnuk in der Pressemappe zum Film. Doch was genau ist bei ihm anstrengend? „Ach, das war eine Huldigung an die Professionalität der Kollegen. Mit 84 auch noch so am Set sein zu können fände ich toll. Ich bin, glaube ich, am Set sehr kooperativ. Anstrengend sein darf man sich heute auch gar nicht mehr erlauben.“


Hinnerk (Oliver Wnuk) ist den drei cleveren Senioren auf ihrer Flucht ins Netz gegangen und befindet sich in misslicher Lage: Hilflos sitzt er im Zimmer eines Sylter Leuchtturmes an einen Stuhl gefesselt und hofft darauf, von Ina und Sievers befreit zu werden. Foto: ZDF/Georges Pauly


Heimat ist da, wo man ist

Der aus Konstanz stammende, in Berlin lebende und für „Nord Nord Mord“ auf Sylt drehende Wnuk, der durch seine Kindheit am Bodensee eine besondere Affinität zum Wasser hat, arbeitet gerade an einem Projekt mit der Südwestdeutschen Philharmonie zum Thema „Heimat“. Die Conclusio seiner Texte sei, „dass Heimat da ist, wo man ist. Für mich ist das überall, wo ich bin.“ Und das ist oft in Berlin, wo er mit Lebenspartnerin Yvonne Catterfeld und ihrem gemeinsamen Sohn wohnt.

Zwei kreative Künstler in einer Beziehung – dies könnte doch zu einigen Knackpunkten führen. Doch Oliver Wnuk widerspricht: „Wenn man das Gleiche macht, aus dem gleichen Stall kommt, versteht man, über welche Hürde man springen muss. Es gibt mehr Verständnis für die ungeregelten Arbeitszeiten und das unstete Leben des anderen. Man muss es nicht erklären. Kreativ arbeiten wir relativ unterschiedlich – von den Ansätzen her.“ Näher erläutern möchte Wnuk das nicht, denn das sei so, „als wenn ein Zauberer offenbart, wie der Trick funktioniert.“

Neben seinen schauspielerischen Arbeiten betätigt sich Oliver Wnuk auch als Sprecher, Schriftsteller, Autor und Texter. Damit ist Wnuk breit aufgestellt. Durcheinander kommt er bei seinen vielfältigen Aufgaben aber nicht. „Wenn ich spiele, spiele ich. Wenn ich schreibe, schreibe ich. Ich sehe mein Leben als Gestaltungsraum. Und ich kann nicht aufhören zu gestalten.“

Drehzeit ist Lebenszeit

Wnuks Filmrollen wie die des Hinnerk Feldmann beinhalten oft Komik und Humor. Eine Sache, die durchaus sein Ding ist. „Zumindest werde ich dafür gebucht und bezahlt. Aber ich habe auch andere Dinger auf der Pfanne und bin froh, diese immer wieder zeigen zu dürfen.“ Eine bestimmte Rolle wünscht er sich nicht, denn der zentrale Punkt sei, „dass es gar nicht darum geht, was ich spiele, sondern mit wem. Denn die Drehzeit ist ja alles Lebenszeit. Es muss sich nicht nur inhaltlich lohnen – sondern vor allem menschlich.“

Ingo Osborn (Dietrich Hollinderba?umer, r.) und Olaf Bolt (Dieter Hallervorden, l.) haben ihr Opfer Hinnerk Feldmann erfolgreich in die Falle gelockt und gefesselt. Ihrem Fluchtplan steht nichts mehr im Weg. Foto: ZDF/Georges Pauly


Aber mit wem würde Oliver Wnuk gerne arbeiten? „In Deutschland wird es eng. Da hatte ich das Vergnügen, schon mit vielen zu arbeiten. Da freue ich mich auf jeden, der da kommt. Weltweit? Ich hätte Angst vor meinem Englisch“, erklärt der Schauspieler und lacht. „Aber angenommen, alle könnten Deutsch: Robert de Niro und Meryl Streep. Und im Französischen mit fast jedem Schauspieler, weil ich die verehre.“

In „Nord Nord Mord“ spielt Wnuk nach dem Weggang von Robert Atzorn jetzt an der Seite von Peter Heinrich Brix. Ein Wechsel mit Folgen. „Ja, es ist komplett einmal auf links gedreht. Es ist eine andere Dynamik, eine andere Temperatur. Peter Heinrich Brix ist ein komplett anderer Spieler mit einer völlig anderen Ausstrahlung. Dies macht es spannend und lebendig.“ Schon in Kürze steht für Wnuk und seine Kollegen der Dreh für eine neue Folge an.

Es würde allerdings erstaunen, hätte der umtriebige Oliver Wnuk nicht noch weitere Pfeile im Köcher. So hat er aktuell ein Drehbuch geschrieben. Und er mache demnächst für den NDR eine „sehr, sehr lustige Geschichte zum Thema Silvester“, erklärt Wnuk. Mehr will er nicht verraten. „Nee. Kann ich nicht. Ich habe, glaube ich, selber noch gar keinen Vertrag“ erzählt er und lacht wieder. Sehr sympathisch.

Nord Nord Mord - Sievers und die Tote im Strandkorb

Montag, 29. April 2019, 20.15 Uhr, ZDF


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