Schauspieler im Interview Jan-Gregor Kremp: „Der Alte“ über die Abgründe seiner Jugend

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München. Das Fernsehpublikum kennt den Schauspieler Jan-Gregor Kremp (56) vor allem in seiner Rolle als „Der Alte“ im Krimi-Klassiker des ZDF. Der Rheinländer hat aber auch einen ausgeprägten Sinn für Humor und ein Faible fürs Kabarett. Und so führen wir in einem Münchner Straßencafé ein Interview der etwas anderen Art:

Herr Kremp, auf Ihrer Homepage findet sich eine bemerkenswerte Vita. Ich schlage vor, dass ich jeweils einen Satz daraus vorlese und Sie diesen erläutern.

Okay, dann mal los! (Jan-Gregor Kremp zur neuen Staffel von "Der Alte)

Erstes Zitat also: „Als viertes von sechs Kindern wuchs er in Leverkusen auf.“

Meine Mutter hat innerhalb von acht Jahren sechs Kinder bekommen. Das bedeutete: immer volles Haus, immer volles Programm. Unser Haus war immer offen, meistens saßen mittags noch ein paar andere Kinder mit am Tisch, das machte dann auch nichts mehr aus. Wir waren eine sehr katholische Familie, da war viel Verzicht, viel Teilen, aber auch viel Musik – mein Vater war ja Musiklehrer und später auch Professor.

Worauf mussten Sie denn verzichten?

Klamottentechnisch waren wir nicht weit vorne, das war damals aber auch nicht so wichtig wie heute. Ich habe immer die gleichen Jacken getragen wie meine beiden Brüder, Windjacken hießen die früher. Wir hatten die gleichen Frisuren, und unsere Schuhe mussten immer geflickt werden. Mein Vater hat die im Keller in die Schraubzwinge gesteckt und mit Leim wieder geflickt. Es kam auch vor, dass wir mal nicht irgendwohin mitfahren konnten, weil dafür kein Geld da war.

Nächstes Zitat: „Seine Kindheit war geprägt von Fußball, Messdienerdienst, kein Kaugummi, keine Jeans, aber dafür zwei Instrumente.“

Mein Vater hat sich wirklich den Rücken krumm gesessen auf der Orgelbank, damit jeder ein Instrument lernen konnte. Ein Klavier gab es sowieso zu Hause, und zu Weihnachten ein Instrument zu schenken kostete mehr als die Mitgliedschaft in einem Fußballverein. Damit hatte mein Vater nichts am Hut.

Womit?

Mit Fußball und Vereinen. Was aus Amerika kam, fand er oft nicht so toll, Kaugummis und Jeanshosen also auch. Das musste nicht sein. Und deshalb habe ich mich immer danach gesehnt – genauso wie nach einem Urlaub, in dem wir nur richtig blöd am Strand rumliegen. Aber den gab’s bei uns nicht. Wenn überhaupt, fuhren wir unserem Ford Transit voll besetzt durch die Gegend von einer Kirche zur nächsten, sangen mehrstimmige Lieder und immer hieß es: Ist das nicht schön?

Was war mit den Messdienerdiensten?

Eigentlich spielte sich bei uns alles rund um die Kirche ab. Das war gar nicht schlecht, schließlich gab’s auch Messdiener-Fußball und -Tischtennis. Ich war leidenschaftlicher Messdiener, das lag allerdings auch ein bisschen an der Show, die da gemacht wurde. Ich fand’s chic, mit dem Weihrauchfass rumzulaufen, eine liturgische Miene aufzusetzen und alle Blicke auf mich zu ziehen.

Sie waren Messdiener mit Leib und Seele?

Das machte uns schon Spaß. Wir hatten einen Subsidiar, der hieß Ulrich Maria Wendelin Lange. In der Predigt haute er immer auf diesen Steinaltar, und wir Messdiener zählten, wie oft er dabei „gleichsam“ sagte – einmal sind wir auf über 40-mal gekommen. Ich ging auch beichten und fand das eine gute Sache, weil ich mich danach so erleichtert fühlte. Und dann saß ich eines Tages bei Ulrich Maria im Beichtstuhl, hab ihm was erzählt, und er machte den Fehler, am Ende „Schönen Gruß zu Hause, Jan“ zu sagen. In dem Moment war mir klar, dass ich dem nicht mehr meine Sünden erzählen kann. Fortan ging ich dahin und hab mir so was ausgedacht wie „Ich hab meiner Mutter nicht beim Abwasch geholfen“ und ähnlich Belangloses.

Was war mit Fußball?

Durfte ich halt nicht – ich hab wohl Fußball gespielt, aber nie im Verein. Ich war Straßenkicker, bin jeden Tag mit dem Fahrrad vier Kilometer zum Bolzplatz meiner Kumpels gefahren, wo wir dann den ganzen Nachmittag gekickt haben. Abends wieder zurück, wo ich den Ball dann auch noch gegen die Hauswand geschossen hab. Was das anging, war ich ein bisschen verrückt. Fußballprofi zu werden, das wär was gewesen, aber das Talent war durchaus nicht vorhanden (lacht).

Nächstes Zitat: „Sooft es ging, verweigerte er sich den Hausaufgaben, was bedeutenden Einfluss auf seine schulischen Leistungen hatte.“

Heißt im Klartext: faule Sau (lacht). Als ich zum Studieren weggezogen bin, hat meine Mutter in meinem Zimmer ein noch eingeschweißtes Bio-Buch aus meinem Leistungskurs gefunden. Im Nachhinein bin ich nicht wirklich stolz darauf, denn ich habe ein paar ganz schöne Lücken. Wenn ich zum Beispiel in Französisch die Zeit einfach nur ein bisschen besser genutzt hätte, dann hätte ich viel mehr mitnehmen können. Aber das weiß man in dem Alter ja nicht. Ich hab mich halt lieber damit beschäftigt, den Klassenclown zu geben. Tja, die Jugend ist verschwendet an die jungen Leute.

Welche Fächer gingen für Sie gar nicht?

Chemie, Physik, aber auch Mathe war ganz schwierig, da konnte ich eigentlich nur Geometrie. Unser Lehrer Josef Bauer sagte immer „Mattmatik“ – eines Tages hatte ich eine Nachprüfung bei ihm und war versetzungsgefährdet. Er fragte mich: „Na, wie fühlen Sie sich denn?“ – „Nicht so gut. Wenn ich ehrlich sein soll: Mir ist schlecht.“ Da guckte er mich nur an und sagte: „Merken Sie sich das Gefühl. Und sehen Sie zu, dass Sie das nie wieder verspüren müssen.“ Er hat mich dann versetzt, ohne mich zu prüfen. Diese Lektion habe ich verstanden.

Was ging besser als Mathe?

Musik. Leistungskurs, das ging sehr gut, weil ich ja mit Musik groß geworden bin. Sport habe ich gerne gemacht, war aber nicht überall so gut.

Nächstes Zitat: „Sein Bestreben war es, mit möglichst nichts viel zu erreichen.“

Ich war tatsächlich so, muss ich leider zugeben. Wenn die Fünf auch gereicht hätte, dann hätte ich’s bei der belassen und nicht zur Sicherheit mal die Vier machen wollen. Ich hab wirklich mit dem Feuer gespielt, keine gute Idee. Mittlerweile weiß ich: Der Aufwand, den man betreiben muss, wenn man in einer Mathearbeit sitzt, keine Ahnung hat und dann versucht, hier und da rüberzuschielen, der ist wesentlich größer, als wenn man einfach in der Stunde mal die Ohren aufmacht.

Hatten Sie eine bestimmte Technik, sich mit möglichst geringem Aufwand durchzuwurschteln?

Abschreiben, wenn’s ging. Und in den Laberfächern konnte ich immer ein bisschen was vortäuschen. Aber wenn’s ans Eingemachte ging…

Welche Rolle spielten die Mädels?

Doch, durchaus, aber in dem Alter ist es ja auch schwierig, wenn man sich mal verliebt. Ich war in eine junge Dame verknallt, die saß eine Reihe vor mir, und da war es schon das Höchste der Gefühle, wenn man sie mit dem Fahrrad – ihre Schultasche hintendrauf – bis zur Bushaltestelle gebracht hat. Da wurde ich schon fast ohnmächtig.

Wie fanden Ihre Eltern das alles?

Dadurch, dass wir sechs waren, fiel’s nicht so auf, aber ich war schon der Faulste von allen. Es gab mal eine Zeit, da musste ich im Arbeitszimmer meines Vaters die Hausaufgaben machen, unter Aufsicht sozusagen, das war nicht so toll. Ich bin ja nie sitzen geblieben, aber meine Geschwister waren schon weiter vorn. Die drei Mädchen waren sowieso fleißiger, und mein älterer Bruder hat einfach aufgepasst und gearbeitet, der ist Lehrer geworden, ein ganz kluger, belesener Mann.

Und Sie?

Bei mir kam das später mit dem Lesen. Ich habe nach der Schulzeit erst wirklich angefangen zu lesen, mit großer Leidenschaft. Aber mal ehrlich: Was soll man damit anfangen, wenn man in der neunten Klasse „Kabale und Liebe“ lesen muss? Ich denke, man sollte die Leseleidenschaft entfachen und die Schüler nicht mit Klassikeranalysen vergraulen.

Nächstes Zitat: „Der Lehrkörper drohte ihm das Konsilium abeundi an.“ Konsilium abeundi?

Der Rat abzugehen, weg zu sein. Latein, guck mal an, ist doch was hängen geblieben, den Ausdruck gab’s früher. Es wurde einem nahegelegt, die Schule doch besser zu verlassen. Ist dann aber bei mir doch nicht so weit gekommen.

Nächstes Zitat: „Trotz alledem und unter Mitwirkung aller verfügbaren Schutzengel bestand Kremp 1981 das Abitur.“ Mit welchem Schnitt?

3,1, nicht so gut. Ich hatte einige Lehrer – wie zum Beispiel unsere Biologielehrerin Frau Wittler –, die mich richtig gut leiden konnten und mir dann im Notfall die bessere Note gegeben haben. Zudem hatte ich in der Schule einen ganz guten Stand, weil ich durch kabarettistisches Talent aufgefallen war. Und überall wo Musik war, war ich auch mit Erfolg dabei. Das hat schon ein bisschen geholfen.  


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Ein schönes Zitat: „Einer geistigen Absenz ist es wohl zu verdanken, dass Kremp im Sommer 1981 beim 4. Panzergrenadierbataillon 172 in Lübeck einrückte. Schon beim Marsch durch das Kasernentor wurde ihm klar, dass er mal wieder einen Fehler gemacht hatte.“

Ich hab keine Ahnung, warum ich das überhaupt gemacht habe. Es war ja die Zeit, in der alle verweigerten, die sich nur ein bisschen mit Politik beschäftigten. Ich stand ja selbst mit einem Palästinensertuch auf der Straße. Aber da hatte ich wohl wieder ein Bild im Kopf vom starken Kremp, der diesen Dienst ableistet. Und als ich dann als Panzergrenadier eingeteilt wurde, dachte ich sogar: Das ist genau das Richtige. Aber glauben Sie es mir: Leute, die eine Uniform übergestreift bekommen, verändern sich dadurch. Ich dachte nur: Da gehörst du nicht hin.

Und dann?

Ich bin damals richtig krank geworden, weil man ja nicht einfach zurückgehen konnte. Ich habe das dann erst mal mitgemacht, aber dann den Dienst an der Waffe verweigert. Mein älterer Bruder hat mich geschnappt und mir geholfen, das zu Papier zu bringen, ohne seine Hilfe hätte ich das nicht geschafft. Diesen Umweg hab ich wohl gebraucht, und zum Glück ließen sie mich nach drei Monaten gehen. Obwohl ich heute noch sagen muss: Die Typen, die darüber entschieden haben, waren intellektuell durchaus überschaubar ausgestattet.

Gibt’s Erlebnisse beim Bund, an die Sie sich heute noch erinnern, als wäre es gestern geschehen?

Es musste ein Kompanielied einstudiert werden. Die ganzen Unteroffiziere hatten keine Ahnung, wie das geht, wussten aber, dass ich Musik machte. Deshalb wurde ich vorübergehend Vorgesetzter aufgrund besonderer Anordnung, wie das damals hieß. Also bin ich mit den ganzen Kameraden durch die Kaserne marschiert und hab mit denen gesungen „Wir sind die Grenadiere…“ Und ich hab mir idiotischerweise die ganzen Unteroffiziere vorgenommen: „Jetzt gehen Sie mal im Gleichschritt, singen Sie lauter, nehmen Sie die Kiemen auseinander.“ So’n Kabarettquatsch eben. Dabei hätte ich genau wissen müssen, dass die mir nachher den Arsch aufreißen. Aber es hatte mich so gereizt, dass ich nicht anders konnte. Wie doof kann man sein? Als Anekdote ist es gut, aber auch nur als Anekdote.  


Foto: dpa/Ursula Düren


Das nächste Zitat: „Schon nach vier Monaten Drill, Geschrei und 14 Kilo Gewichtsverlust konnte Kremp seinen Wehrdienst in ein Zivildienstverhältnis umwandeln.“ Was haben Sie als Zivi gemacht?

Ich durfte mir das nicht aussuchen und kam zum Arbeitersamariterbund nach Hürth. Wir haben individuellen sozialen Betreuungsdienst gemacht. Das ging von Schulfahrten mit behinderten Kindern bis hin zum Putzdienst. Ich habe zum Beispiel einen multiplesklerosekranken Mann betreut, den ich mit einem Kran aus dem Bett gehievt, aufs Klo gehoben, gewaschen und gefüttert habe. Eine andere Frau, zu der ich kam, hatte morgens um sieben eine Linsensuppe gekocht. Die wollte einfach nur reden und mich betüddeln. Es wurde uns Zivis teilweise schon eine Menge abverlangt, aber ich möchte diese Zeit nicht missen, ich hab da viel gelernt.

Nächstes Zitat: „Nach bestandener Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule Köln versuchte sich Kremp als Student für Schulmusik mit den Hauptfächern Klavier und Trompete.“ Sie wollten nach der gerade beschriebenen Schullaufbahn tatsächlich Lehrer werden?

Tatsächlich wollte ich das gar nicht. Aber ich wusste nicht, was ich machen sollte, und mein Vater machte ein bisschen Druck. Na ja, und da war Musik das Einzige, das ich mir vorstellen konnte. Und Schulmusik, weil’s für eine Pianistenlaufbahn nicht gereicht hätte. Vor allem aber hatte ich ein Jahr Vorbereitung auf die Prüfung, das war ja auch schon mal was. Da konnte ich schön Kabarett machen, habe aber tatsächlich auch geübt. Ich hatte einen tollen Lehrer, der mich super vorbereitet hat, also bestand ich die Prüfung. Mein Vater hatte feuchte Augen, das kam bei ihm sonst nicht so oft vor.

Musiklehrer wurden Sie dann aber doch nicht.

Ich hab ziemlich schnell gemerkt, dass das überhaupt nicht meine Welt ist, und Lehrer konnte ich mir eh nicht wirklich vorstellen. Das hatte dann zur Folge, dass ich meist bei den Jazzern saß. Und es dauerte nicht lange, bis ich zum Studieren wegfuhr und im Arbeitslosenkino landete. Oder im Zoo, wo ich die Elefanten studiert habe, tolle Tiere. Ich traute mich zu Hause nicht zu sagen, dass ich mich mit meiner Wahl vertan hatte. Aber dann reifte der Wunsch, Schauspieler zu werden, immer mehr in mir, und irgendwann hab ich mich exmatrikulieren lassen, fuhr zu den Schauspielaufnahmeprüfungen und bestand die nicht.

Und Ihr Vater?

Der fragte nur: „Junge, warum machst du denn nicht die Schulmusik?“ Ich kann heute nachvollziehen, was das für eine Sorge war. Der wusste ja nicht, was Schauspieler sind und wie man das lernen kann. Und wenn der Junge nicht besteht, dann hat er wahrscheinlich auch kein Talent.

Damit sind wir beim nächsten Zitat: „Beim Versuch, einen der begehrten Plätze auf einer staatlichen Schauspielschule zu ergattern, scheiterte Kremp siebenfach. Mal wurde ihm zu wenig Tiefgang attestiert, mal wurde ihm geraten, Schlosser zu werden, weil das ja auch mit Sch anfange.“

Das war tatsächlich so, das hab ich mir nicht ausgedacht. Aber wieso sagt man so etwas, wieso macht einer solche Sprüche? Das ist doch auch Machtmissbrauch. Man kann das ja auch ganz anders ausdrücken. Immerhin: Dieser Herr Professor, der das damals gesagt hatte, der musste Jahre später mit seinen Studenten ins Theater gehen und Herrn Kremp auf der Bühne angucken. Und der spielte große Rollen (lacht). Aber woher ich damals die Kraft genommen und gedacht hab, ich will das unbedingt, das weiß ich auch nicht. Irgendwann wurde ich dann ja genommen.

Sind Sie ein Kämpfertyp?

Nicht immer, aber wenn’s um die Wurst geht, schon. Und damals ging es für mich um alles.

Das letzte Zitat in unserem Spielchen: „Seit 2002 lebt er als freier Schauspieler mit Frau, Sohn, Hund und zwei Meerschweinchen wieder in seiner Heimatstadt und ist Ehrenmitglied bei Bayer 04 Leverkusen.“ Wie wird man da Ehrenmitglied?

Ich bin ja in Leverkusen aufgewachsen und war irgendwann einer der Söhne dieser Stadt, die ein bisschen auffällig geworden sind. Nicht durch Sport, sondern durch Schauspielerei. Und ich habe immer und überall gesagt, dass ich aus Leverkusen komme und meine Heimatstadt liebe. Abgesehen davon habe ich regelmäßig die Spiele besucht, ich bin ein treuer Fan. Tja, und so wird man dann vielleicht Ehrenmitglied.

Mit wem können Sie besser – Rudi Völler oder Rainer Calmund?

Das lässt sich schwer sagen. Den Rainer Calmund habe ich nie richtig kennengelernt, aber ich mag ihn. Und mit dem Rudi versteh ich mich gut.

Sind Meerschweinchen nicht die Haustiere junger Paare mit kleinen Kindern?

Das war auch so bei uns. Edgar und Malte waren irgendwann einfach da, als ich nach Hause kam. Einmal im Jahr durften sie raus aus dem Käfig – und rein in die Weihnachtskrippe, da durften sie ein bisschen ins Moos pinkeln. Aber mittlerweile sind die beiden auch verstorben.


Jan-Gregor Kremp

wird am 30. September 1962 im rheinischen Monheim als Sohn einer Schneidermeisterin und eines Musiklehrers geboren und wächst zusammen mit drei Schwestern und zwei Brüdern in Leverkusen auf. Schon als Schüler entdeckt er seine Leidenschaft fürs Kabarett und die Musik. Trotz eher durchwachsener schulischer Leistungen absolviert er 1981 sein Abitur, verweigert nach drei Monaten bei den Panzergrenadieren in Lübeck den Dienst an der Waffe und verrichtet anschließend seinen Zivildienst in Hürth bei Köln.  

Auch ein Studium an der Musikhochschule bricht Kremp nach zwei Jahren ab und bewirbt sich an verschiedenen Schauspielschulen – und muss sieben Absagen verkraften, bevor er am Mozarteum in Salzburg einen Ausbildungsplatz erhält. In Hannover, München, Salzburg und Wien steht er in großen Rollen auf der Bühne, bevor er sich in den 90er-Jahren zunehmend dem Film und Fernsehen zuwendet und sich auch dort durch etliche markante Rollen einen Namen macht.

Viermal ist er zwischen 2004 und 2008 als Kommissar Keller im vorzüglichen Polizeiruf 110 des Hessischen Rundfunks zu sehen, 2012 tritt er die Nachfolge des schwer erkrankten Walter Kreye als Hauptdarsteller im ZDF-Krimiklassiker „Der Alte“ an, als der er bis heute vor der Kamera steht. Rund 100 Tage im Jahr verbringt der Leverkusener daher bei Dreharbeiten zum „Alten“ in München.

Auch seiner Liebe zum Kabarett bleibt Kremp treu – am 1. Juni feiern er und seine Frau, die Schauspielerin Johanna Gastdorf, mit ihrem Programm „Zweizelgänger – Fundstücke am Wegesrand“ in Leverkusen Premiere.  


Foto: Imago images/Sven Simon


Das Ehepaar lebt in Leverkusen und hat einen 22-jährigen Sohn, der wie sein Vater Anhänger des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 ist – der wiederum Jan-Gregor Kremp die Ehrenmitgliedschaft verliehen hat.    


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