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Habe Verständnis für Alwara Höfels Kommissarin Cornelia Gröschel: Sonntag Debüt im Tatort aus Dresden

In einem Dresdner Kino präsentierte sich Cornelia Gröschel vor Beginn der Preview des MDR-Tatortes "Das Nest" als neue Kommissarin. Der Tatort soll am 28. April um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt werden. Foto: dpa/Robert MichaelIn einem Dresdner Kino präsentierte sich Cornelia Gröschel vor Beginn der Preview des MDR-Tatortes "Das Nest" als neue Kommissarin. Der Tatort soll am 28. April um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt werden. Foto: dpa/Robert Michael

Berlin. Mit vier ging sie zum Ballett, mit zehn war sie in 16 Folgen „In aller Freundschaft“ zu sehen, mit 14 spielte sie fürs Kino die „Heidi“, mit 31 hat sie ihren ersten Auftritt als Tatort-Kommissarin Leonie Winkler: Am Sonntag (28. April) tritt Cornelia Gröschel im Dresdner Team die Nachfolge von Alwara Höfels an, die sich mit dem MDR überworfen hatte. In einem Berliner Hotel erzählt sie aus ihrem spannenden Leben:

Frau Gröschel, singen Sie eigentlich unter der Dusche?

Nur dann, wenn ich auf der Bühne ein Lied singen muss, so wie jetzt gerade am Alten Schauspielhaus Stuttgart. Ich habe mal immerzu unter der Dusche „Diamonds“ von Rihanna gesungen, da ich für „Drei Schwestern“ diesen Text lernen musste. Wenn ich auf der Bühne singe, bin ich viel aufgeregter, als wenn ich spiele, sodass ich mich unfassbar gut darauf vorbereiten muss, damit ich keinen Blackout habe. Und dann singe ich eben auch unter der Dusche.


Sind Sie nicht ausgebildete Sopranistin?

Nein, eine Ausbildung habe ich nicht. Aber ich komme aus einer Gesangsfamilie, wir haben zu Hause immer schon gesungen und musiziert und waren auch im Kinderchor. Aber ich habe nie richtig lange Gesangsunterricht genommen, immer nur mal eine Zeit lang.


Ihre Mutter ist Pianistin, Ihr Vater Opernsänger.

Sie sind es gewesen. Mein Vater ist inzwischen Gesangslehrer. Und meine Mutter war viele Jahre Ballett-Repetitorin, hat also Klavier gespielt, während die Tänzer trainierten. Heute arbeitet sie als Grundschullehrerin.


Mit vier waren Sie auch schon bei Ballett und Modern Dance. Waren Sie eine kleine Kickstarterin?

Es gibt in Dresden die Musikschule, das Heinrich-Schütz-Konservatorium, mit einer Kinder-Tanzabteilung. Weil meine Mama dort als Pianistin gearbeitet hat, haben meine Schwestern und ich da mit vier anfangen zu tanzen. Das war kein Drill, eher eine Begegnung mit der Bewegung und dem Tanz. Es mündete dann in Jazz, Ballett und Modern, aber ich hab nur zweimal die Woche trainiert und nicht etwa Hochleistungssport betrieben.


Also nicht so wie bei den berühmten Tenniskindern mit ihren superehrgeizigen Eltern?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe es als Kind gehasst, Geige zu spielen, und durfte in der fünften Klasse damit aufhören. Dafür musste ich weiter tanzen – bei meinen beiden Schwestern war’s genau umgekehrt. Die Große hat Geige und die Mittlere Klarinette gespielt.


Sie tanzen ja bis heute.

Aber das ist nur ein Hobby, viel intensiver und regelmäßiger gehe ich reiten.


Für eine Teilnahme bei „Let“s dance“ würde es doch wohl reichen, oder?

Mitzuhalten wäre wohl nicht das Problem, aber ich glaube, das würden meine Knie nicht mitmachen.


Gespielt haben Sie auch schon sehr früh im Film. Mit zehn waren Sie bei „In aller Freundschaft“. Was für eine Rolle?

Ein junges Mädchen, Franziska Moers, das nach einem Unfall im Rollstuhl saß. Da sie bei dem Unfall ihre Eltern verlor, wollte sie durch dieses traumatische Erlebnis nicht mehr gehen. Eine Ärztin wollte sie adoptieren, aber dann stellte sich heraus, dass ihr Lebenspartner schwul ist. Und damit wurde ich wieder rausgeschrieben, war aber immerhin in 16 Folgen dabei.


Wie waren Sie an diese Rolle gekommen?

In der Zeitung war ein Casting ausgeschrieben. Es war ja noch die Zeit, als niemand wusste, was ein Casting ist und es diese ganzen Casting-Sendungen noch nicht gab. Ich kam aus der Schule nach Hause, und meine Mama zeigte mir das: Die suchen zwei Kinderdarsteller, einen Jungen und ein Mädchen – hast du nicht Lust, da mal mitzumachen? Sie meinte wohl, dass das passen könnte, ich selbst wäre überhaupt nicht auf die Idee gekommen, dass ich gerne schauspielern könnte. Ich bin dann nach Leipzig zum Casting gefahren und hab die Rolle bekommen.


War es nicht aufregend, als Zehnjährige zu einem Casting zu gehen?

Ich bin immer und überallhin mit meiner Mama gefahren, selbst beim Vorsprechen an der Schauspielschule war sie später noch dabei. Ich war bestimmt aufgeregt, aber irgendwie ging’s. Eigentlich hatte ich gar keine Vorstellung davon, was ich da gerade so mache. Deswegen war das okay.


Und Sie haben offenbar Blut geleckt – vier Jahre später waren Sie „Heidi“.

Jacqueline Rietz, die bis heute meiner Meinung nach die besten Kindercastings macht, hatte mich schon für „In aller Freundschaft“ gecastet. Für „Heidi“ gab’s ein richtig großes Casting, und ich wollte damals eigentlich viel lieber die Klara spielen, die Heidi mit ihren Zöpfen und dem Kleidchen fand ich ziemlich doof. Am Ende wurde es dann doch die Heidi, und eigentlich war’s dann auch sehr schön – ich denke gerne an die Zeit zurück.  

Hatten Sie „Heidi“ vorher mal gelesen?

Nein, ich kannte sie nur aus dieser japanischen Trickfilmserie, und die ist ja ziemlich anders als das Buch.

Foto: dpa/Vega Film AG

„Kinderstar“ ist ein ziemlich komisches Wort – haben Sie sich wie einer gefühlt?

Überhaupt nicht. Ich hab ja nur einen Kinofilm gemacht, „Heidi“ eben – und der lief ziemlich zeitgleich mit Harry Potter, wer hat sich da schon für „Heidi“ interessiert?


Mit 16 sind Sie dann als Austauschschülerin nach Südafrika gegangen – warum dahin und nicht in die USA, nach England, Frankreich oder Spanien, wo’s die anderen meistens hinzieht?

Eigentlich wollte ich auch nach England, aber ich habe mir den Auslandsaufenthalt damals durch meine Gagen selbst finanziert, und England war eben ziemlich teuer. 2002 hatte ich schon mal in Südafrika den Film „Für immer verloren“ mit Veronica Ferres gedreht. Ich kannte das Land also schon ein bisschen, die Organisation, über die ich gesucht habe, hatte auch Südafrika im Programm, und zwar um einiges günstiger als England. Da dachte ich: Warum soll ich eigentlich nicht in die Sonne gehen, statt ins kalte verregnete England? Der einzige klitzekleine Nachteil war es nachher, dass ich kein so schönes britisches Englisch gesprochen habe.


Wie lange waren Sie da?

Zehn Monate.


Und haben die Schauspielerei so lange an den Nagel gehängt?

Ja, aber als ich zurück war, habe ich erst mal wieder vier Filme gedreht. Es gab eigentlich nur ein einziges Jahr, in dem ich nicht gedreht habe, das war 2010.


Wo in Südafrika waren Sie?

In Port Elizabeth, in einer Coloured-Familie. Durch die Apartheid sind die Städte so aufgebaut, dass die Weißen meist im Zentrum am Meer wohnen, dann kommt ein Ring mit den Coloureds, und dann kommt ein großer Ring mit den Schwarzen. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. In diesem Coloured-Viertel bin ich als blondes deutsches Mädchen aufgefallen, und man hat mich schon gewarnt, abends allein durch die Straßen zu laufen. Mein Gastbruder war auch sehr streng mit mir und hat immer geschimpft, wenn wir mal draußen rumgelaufen sind.


Auf was für einer Schule waren Sie?

Auf einer Coloured-Schule. Da waren nur Coloureds und Schwarze und ich. Aber kurz vor mir war schon eine andere Deutsche an dieser Schule gewesen, mit der wurde ich permanent verglichen, und alle redeten eigentlich nur von ihr.


Was hat Ihnen an Südafrika am besten gefallen?

Das kann ich gar nicht nur an einer Sache festmachen. Diese Vielfalt der Menschen und Kulturen ist toll, das Meer und das schöne Wetter. Auf jeden Fall war ich eine Zeit lang versucht, dahin zu ziehen, so verbunden hab ich mich gefühlt. Ich hatte damals einen Freund in Südafrika und musste mich irgendwann zwischen ihm und einem Studium in Deutschland entscheiden. Es wurde dann die Schauspielschule, damit war klar, dass ich in Deutschland bleibe.


Es heißt, Sie seien eine Perfektionistin, die viel Wert auf Disziplin, Präzision und Genauigkeit legt, deshalb war ich heute auch zehn Minuten zu früh da.

(lacht) Das stimmt. Zu Hause ist es bei mir immer aufgeräumt, also fast immer. Ich bin ja viel weg, und wenn ich dann ein Chaos hinterlasse, würde ich nach drei Wochen nichts mehr finden und auch nicht wissen, was noch wichtig ist und erledigt werden muss. Deswegen hat bei mir wie in einem Hotel alles seinen festen Platz und muss auch an seinem Platz liegen. Nur dann kann ich bei meiner Rückkehr genau ansetzen, wo ich aufgehört habe. Ich hatte ja eine Zeit lang zwei Wohnungen – eine in Berlin und eine in Karlsruhe. Das ist mir irgendwann einfach zu viel geworden.


Was hat Sie denn nach Karlsruhe verschlagen?

Ich war dort am Theater engagiert und lebe jetzt da, weil mein Mann da lebt. Eigentlich bin ich da ganz gerne, es ist nur ein bisschen weit weg – von Dresden, von Berlin und meiner Herzensstadt Leipzig. Auch beruflich ist es ein bisschen schwierig: Wenn man in Berlin wohnt, kann man mal schnell zu einer Premiere oder einem Casting, das geht in Karlsruhe natürlich nicht. Die ganze Filmbranche findet ja hier in Berlin statt.


Wie äußerst sich Ihr Perfektionismus im Beruf?

Mir wird nachgesagt, ich sei unheimlich präzise, auch in der Wiederholbarkeit der Gesten. Man muss ja immer bestimmte Positionen treffen und an dieser oder jener Stelle stehen, das fällt mir sehr leicht, weil es mit Tanzen zu tun hat und mir Spaß macht.

Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Daniela Incoronato

Stehen Sie sich mit dieser Perfektion manchmal auch ein bisschen selbst im Weg?

Ja, alles hat eben zwei Seiten. Wenn ich besonders präzise bin, dann bin ich nicht besonders losgelassen. Das ist der Teil, wo ich noch Luft nach oben habe. Das Verrückte, das Loslassen, sich zu hundert Prozent hineinwerfen und alles um sich herum vergessen, das ist nicht so meine Art. Ich kann schlecht die Kontrolle bis ins letzte Detail abgeben. Aber das hat mich bisher auch nicht wirklich behindert.


In welchen Situationen bemerken Sie es denn?

Als ich auf der Schauspielschule war, hatten wir Studenten einen sogenannten Studioclub, da haben wir einmal im Monat einen Abend gestaltet mit Improvisationen, Sketchen, verrückten Sachen, die manchmal auch weit unter die Gürtellinie gingen. Heute Morgen schickte mir ein Kommilitone ein Video von damals, auf dem die anderen einfach herrlich abgegangen und völlig durchgedreht sind. Ich war auf diesem Video nicht drauf, aber wenn ich dabei gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich ganz brav in der Ecke gestanden und schöne Bewegungen gemacht. Ich habe die anderen immer ein bisschen um den Mut beneidet, die Kontrolle abzugeben.


Jetzt sind Sie ausgerechnet in der Stadt, in der Sie aufgewachsen sind, die neue Tatort-Kommissarin. Wie laut haben Sie „Yippie“ geschrien, als Sie die Rolle hatten?

(lacht) Ich wäre wohl in meinem ganzen Leben nicht auf die Idee gekommen, Tatort-Kommissarin zu werden, und dann auch noch in meiner Heimatstadt. Das ist so besonders und absurd, dass ich es mir einfach nicht hätte vorstellen können.  


Sie sind ja erst 31, das heißt, in Dresden gibt es vermutlich ganz viele ehemalige Mitschüler, Lehrer, Freundinnen und Bekannte, die noch die kleine Cornelia von früher kennen und jetzt der Tatort-Kommissarin ihrer Stadt gegenüberstehen. Ist das nicht krass?

Na ja, ich hab ja schon während der Schulzeit gedreht, und die Lehrer und der Direktor haben es mir immer ermöglicht. Ich hab nicht nur Nachhilfe, sondern auch Vorhilfe bekommen, musste also den Stoff schon vor dem Dreh lernen. Alle haben mich unterstützt, und jetzt zu sehen, worein das gemündet ist, freut den einen oder anderen ja vielleicht.

Foto: dpa/Robert Michael

Wie war's bei der Premiere Ihres ersten Tatorts in Dresden?

Der Abend war ein voller Erfolg. Das Kino war fast komplett voll und wir Schauspieler, die Crew und vor allem der Film wurde sehr herzlich aufgenommen und gefeiert. Ich bin sehr dafür, dass wir das ab jetzt bei jeder neuen Tatort-Folge machen. Außerdem konnte ich den Film auf diese Weise mit meiner Familie und meinen Freunden gemeinsam anschauen. Das hat mich sehr gefreut.


Haben Sie eigentlich überhaupt schon mal in einem Tatort mitgespielt?

Nein, das ist ja das Lustige. Ich hab schon dreimal im Polizeiruf mitgespielt, aber noch nie in einem Tatort. Ich hatte mich schon gefragt, warum ich denn nicht mal eine Tatort-Rolle bekomme. Und habe dann beschlossen: So, wenn ich jemals in einem Tatort mitspiele, dann nur als Ermittlerin (lacht).


Kommen wir noch mal zu Perfektion und Präzision: Sie müssten sich dann ja auch sehr genau angeguckt haben, wie man die Waffe richtig hält.

Das war mir ganz wichtig. Wenn ich Kolleginnen und Kollegen im Fernsehen sehe, die die Waffe falsch halten, denke ich immer: Wie kannst du nur eine Polizistenrolle annehmen und nicht wissen, wie man eine Waffe hält? (lacht) Wenigstens das. Wir machen sicher aus Unwissenheit vieles falsch, aber eine Waffe richtig zu halten sollte man einigermaßen hinkriegen.

Foto: MDR/Daniela Incoronato

Was muss man sonst noch lernen, wenn man Tatort-Kommissarin wird?

Ich war zwei Tage bei der Bundespolizei und bin später noch zweimal hin, um mir alles anzusehen und erklären zu lassen. Mir war tatsächlich der Umgang mit der Waffe sehr wichtig, und ich habe von den Polizisten gelernt, wie ich in einem leeren Haus einen Täter suche. Genau das habe ich später beim Dreh dann ja eins zu eins gebraucht. Mir ging es aber auch um den Umgang von Polizisten untereinander.


Wir müssen noch über Ihre Vorgängerin Alwara Höfels sprechen, die den Dresdener Tatort verlassen hat, weil die Bücher nicht ihren Ansprüchen genügten.

Ich kenne sie nicht persönlich, glaube aber, in etwa zu wissen, was sie meint und kann das auch gut nachvollziehen. Die Drehbücher sind unheimlich ausschlaggebend für uns und unsere Vorbereitung. Wobei ich glaube, dass ein politischer Inhalt und eine sozialkritische Botschaft für sie etwas wichtiger gewesen sind als für mich.


In Dresden wäre man damit ganz schnell bei Pegida und Ausländerfeindlichkeit. Damit tut sich der MDR offenbar schwer.

Man könnte sich schon dazu verhalten. Das passiert natürlich nicht, wenn man überhaupt nicht darauf eingeht. Es gab ja sogar eine Folge, in dem Pegida-nahe Anhänger dargestellt werden sollten, und das wurde dann heraus retouchiert.


Wie erleben Sie Dresden heute denn selbst?

Gar nicht so viel anders als früher. Die Pegida-Montagsdemonstrationen sind ziemlich spurlos an mir vorübergegangen, ich war ein einziges Mal zufällig montags am Neumarkt und hab die da stehen sehen – das war ja nur ein kleines Häuflein. Von den großen Demos habe ich nur aus den Medien und durch die Erzählungen meiner Familie etwas mitbekommen. Meine Schwester sagt, dass sie seitdem noch mal mehr Wert darauf legt, besonders freundlich zu Menschen mit Migrationshintergrund zu sein, weil sie dieses Bild vom ausländerfeindlichen Dresden eben nicht transportieren will.


Wie viele Tatort-Folgen haben Sie in Ihrem Leben schon gesehen?

Weiß ich nicht, aber ich schätze mal 100. Ich genieße gern die Vorzüge der Mediathek und gucke dann, wenn’s mir passt.


Lieber die witzigen oder die spannenden?

Die authentischen. Münster ist nicht so mein Fall. Mein Favorit ist allerdings kein Tatort, sondern ein Polizeiruf, nämlich der aus Rostock. Ich sehe Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau einfach total gern beim Spielen zu, und die letzte Folge war doch super. Ich mag aber auch Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner im Schwarzwald-Tatort, die unaufgeregte Authentizität der Fälle und Ermittler.


Ihr erster Tatort gehört zweifellos zu den spannenden, sogar zu den extrem spannenden.

(lacht) Ja, ich hab mich an manchen Stellen selbst erschrocken, obwohl ich die Story kannte. Ich wusste genau, was passiert, und bin trotzdem zusammengezuckt. Ich bin sehr zufrieden damit – dramaturgisch, von der Bildsprache und Musik her finde ich ihn wirklich gelungen. Die Einführung meiner Figur, das Zusammenspiel mit Karin Hanczewski, die Verflechtung unserer Geschichten – das hat alles gepasst.

Foto: MDR/Daniela Incoronato

Merkt man es beim Drehen eigentlich schon, dass der fertige Film nachher richtig spannend wird?

Nein, wir sehen ja keine oder kaum Bilder während Drehs. Und die Spannung resultiert dann hauptsächlich aus dem Schnitt und der Musik.


Würden Sie trotz des guten Starts gern etwas anders machen oder noch verbessern?

Ich würde schon gerne einen Hauch mehr Dresden-Bezug erzählen. Produktion, Regie, Drehbuchautor – es gibt niemanden, der Dresden kennt oder von dort kommt. Neulich habe ich mich mit einem Drehbuchautor unterhalten, der noch nie in Dresden war, aber einen Dresden-Tatort schreibt. Das heißt nicht, dass ich die Rolle auf Sächsisch spielen möchte, aber es darf durchaus mal Szenen geben, in die ein bisschen Dialekt reinrutscht. Das ist mir in den ersten beiden Folgen noch nicht gelungen. Wobei natürlich die Frage ist: Was ist eigentlich typisch für Dresden außer Frauenkirche, Semperoper und Pegida?



Cornelia Gröschel

wird am 1. Dezember 1987 in Dresden als drittes von vier Kindern einer Pianistin und eines Opernsängers geboren. Schon mit vier Jahren bekommt sie Ballettunterricht, lernt später Geige und Klavier und wird früh für den Film entdeckt: Mit zehn Jahren hat sie eine Rolle in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“, als 14-Jährige sieht man sie in der Hauptrolle der „Heidi“ (Foto: dpa/Vega Film AG) in Markus Imbodens Kinoversion. Es folgen zahlreiche weitere Rollen in TV-Filmen und -Serien.

Mit 16 geht Gröschel für zehn Monate als Austauschschülerin nach Port Elizabeth in Südafrika und studiert nach dem Abitur von 2007 bis 2011 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig. Anschließend wird sie für zwei Jahre festes Ensemblemitglied am Badischen Staatstheater in Karlsruhe, dreht aber auch weiter fürs Fernsehen.

Foto: ZDF/Stefan Erhard

Aufsehen erregt sie 2017 mit einer Hauptrolle im ZDF-Dreiteiler „Honigfrauen“, ein Jahr später steht sie erstmals als Dresdner Tatort-Kommissarin Leonie „Leo“ Winkler vor der Kamera und folgt damit auf die aus Verärgerung ausgeschiedene Alwara Höfels. Ihr Tatort-Debüt ist die äußerst spannende Folge „Das Nest“, die am 28. April im Ersten ausgestrahlt wird.

Cornelia Gröschel ist seit drei Jahren verheiratet und lebt in Karlsruhe. In ihrer Freizeit reitet sie häufig und tanzt gern den „West Coast Swing“.


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