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Kein Brennpunkt zu Ereignissen in Paris "Schlimm": ARD-Kollegen und Laschet kritisieren Das Erste

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kritisiert ARD für die Paris-Berichterstattung. Foto: dpa/Francois Mori/Federico GambariniNordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kritisiert ARD für die Paris-Berichterstattung. Foto: dpa/Francois Mori/Federico Gambarini

Berlin. Das Erste zeigte statt eines "Brennpunkt" zum Feuer in Notre-Dame einen Tierfilm. Jetzt hagelt es Kritik.

In Paris brennt Notre-Dame und im Ersten läuft kein Brennpunkt, sondern "Das Duell der Tiger", Teil 5 der Naturreihe "Wilde Dynastien". Mit dieser Programmentscheidung hat die ARD sich am Montag viel Kritik eingehandelt, aus der Politik, aber auch aus den eigenen Reihen. 

ARD-Journalisten und Politik kritisieren ARD

Ulrich Deppendorf, ehemaliger Chef des ARD-Hauptstadtstudios, nannte es via Twitter "schwer nachzuvollziehen", dass angesichts des brennenden Weltkulturerbes kein "Brennpunkt" zu sehen war. Sonia Mikich, ehemalige WDR-Chefredakteurin, pflichtete dem Kollegen bei: "BBC, CNN, Russia today und Al Jazeera schaffen es doch auch", schrieb sie und argumentierte in einem weiteren Tweet: "Niemand plädiert für Gaffer-TV. Sondern für das Nachvollziehen, was viele Franzosen erschüttert plus jede Menge Fakten, warum Notre Dame so wichtig ist. Plus Osterwoche, Säkularität, Weltkulturerbe. Plus Ersticken von idiotischen Verschwörungstheorien." 

Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet griff die Kritik auf. Das Erste verwies auf den Livestream im Netz und beantwortete das auch von anderen Nutzern immer wieder geäußerte Unverständnis mit dem immergleichen Satz aus der Zwischenablage: "Alle derzeit bekannten Informationen wurden in der Tagesschau an die Zuschauer weitergegeben. Sobald weitere gesicherte Informationen vorliegen, wird darüber berichtet. In den Tagesthemen wird es eine Vertiefung geben." Vom Profilbild des Twitter-Accounts blicken einen dazu die treuen Augen von Pinguin, Gorilla und Co. an, den Stars der Reihe "Wilden Dynastien".

ARD verteidigt sich gegen Kritik

Rainald Becker, ARD-Chefredakteur, hatte sich zuvor gegen die Kritik verwahrt: "Rate zu etwas mehr Sachlichkeit", schrieb er ebenfalls via Twitter. "Das Erste ist kein 24h Nachrichtenkanal und Gaffer TV machen wir auch nicht. An fundierter Berichterstattung wird gerade gearbeitet." Ein Sendersprecher verwies zudem auf verlängerte „Tagesthemen", ein „Tagesthemen extra" und Laufbänder, mit denen während des übrigen Programms auf die Nachrichtenlage eingegangen worden sei. 

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