Öffentlich-Rechtliche Sender Vorbild für Deutschland? Norwegen schafft Rundfunkgebühren ab

Von dpa

Von dem neuen norwegischen Steuermodell profitieren vor allem Menschen, die allein leben. Foto: dpa/Patrick PleulVon dem neuen norwegischen Steuermodell profitieren vor allem Menschen, die allein leben. Foto: dpa/Patrick Pleul

Oslo. Eine Abgabe pro Haushalt soll es in Norwegen künftig nicht mehr geben – stattdessen will das land seinen Rundfunk künftig durch Steuergelder finanzieren.

Die norwegische Regierung will die Rundfunkgebühren abschaffen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (NRK) mit Steuergeldern finanzieren. Das teilte Kulturministerin Trine Skei Grande am Freitag mit.

"Nachrichtenmedien haben einen Wert als demokratische Meinungsmacher, als Kontrollorgan für die Mächtigen und als Verwalter von Sprache, Kultur und gemeinsamer Identität", sagte Grande. Es sei wichtig, dass der NRK ein starker öffentlich-rechtlicher Sender ohne Werbung bleibe.

Von dem neuen Steuermodell profitieren vor allem Menschen, die allein leben. Die Norweger bezahlen bislang jährlich mehr als 300 Euro pro Hausstand an Rundfunk- und Fernsehgebühren. Die künftige Steuer soll rund 1700 norwegische Kronen (170 Euro) pro Person betragen. Für eine Familie mit zwei Erwachsenen kommt es damit ungefähr aufs Gleiche raus. Die Steuer ist je nach Einkommen gestaffelt und muss ab dem 18. Lebensjahr bezahlt werden.

Nach den Plänen der Regierung wird die Rundfunkgebühr bis zum 1. Januar 2020 abgeschafft.


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