Heute Abend im TV-Programm Monstermäßig: Vladimir Burlakov in "Dein Leben gehört mir" bei Sat1

Auf einer Party verliebt sich die Ärztin Malu (Josefine Preuß) in den smarten Hannes (Vladimir Burlakov). Das dicke Ende kommt später. Foto: SAT.1/Gordon MühleAuf einer Party verliebt sich die Ärztin Malu (Josefine Preuß) in den smarten Hannes (Vladimir Burlakov). Das dicke Ende kommt später. Foto: SAT.1/Gordon Mühle

Osnabrück. Bald ist er der Gute: als neuer Kommissar im saarländischen Tatort, dessen erste Folge gerade gedreht wird. Heute ist er der Böse: als brutaler Stalker, der seine Ex fertigmachen will: Vladimir Burlakov.

Wer seinen Namen hört, braucht nicht viel Phantasie, um zu ahnen, wo Vladimir Burlakov herkommt: aus Russland. Diese Herkunft spiegelt sich in nicht wenigen seiner Rollen. „Ich werde oft angefragt, Russen zu spielen“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das finde ich auch mal okay, aber mich nervt, wenn ich dauernd Deutsch mit russischem Akzent sprechen soll.“

Kein Wunder. Denn der gebürtige Moskowiter, der im Alter von neun Jahren mit seiner Mutter, seiner Zwillingsschwester und seiner jüdischen Großmutter nach Deutschland übergesiedelt ist, hat hart daran gearbeitet, diesen Akzent abzulegen. „Erst in der Otto-Falckenberg-Schule, wo ich 2006 bis 2010 meine Schauspielausbildung gemacht habe, bin ich ihn endgültig losgeworden.“

Schauspieler wollte Burlakov „schon immer“ werden, wie er sagt. „Meine Mutter hat in Moskau am Theater gearbeitet; ich bin quasi neben und auf der Bühne großgeworden.“ Als die Familie nach München kam, kaum ein Wort Deutsch sprach und zunächst in einem Asylbewerberheim lebte, war für seine Mutter die Theaterkarriere vorbei. „Vielleicht lebe ich ihren Traum ein bisschen weiter“, sagt Burlakov und lacht.

Die erste große Rolle war gleich preiswürdig

Die Bühne ist dann aber doch nicht seine Welt geworden. Eher der Film. Gleich nach der Schauspielschule erlebte er den ersten wirklich großen Erfolg: Für die Hauptrolle in dem Film „Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis“ über die wahre Geschichte des 17-jährigen Marco Weiss, der 2007 wegen des Vorwurfs von sexuellem Missbrauch einer 13-jährigen Britin während des Türkeiurlaubs verhaftet wurde, erhielt er zahlreiche Preise.

Danach kamen viele Rollen – oft als Russe, oft als Bösewicht. So wie Anfang des Jahres im Köln-Tatort, als Burlakov mit Nikolaj Nikitin, einem Mitglied der Russen-Mafia, mal wieder das Klischee erfüllen musste. Ist es da eine Genugtuung, im neuen Saarland-Tatort den urdeutschen Kommissar Leo Hölzer zu spielen? „Auf jeden Fall fühlt es sich ganz toll an“, sagt Burlakov in einer Drehpause am Telefon. „Und irgendwie auch ganz vertraut. Ich weiß schon seit acht Monaten, dass ich die Rolle spielen werde und habe mich intensiv mit den Vorbereitungen befasst.“

"Es macht mir Spaß, Bösewichte zu spielen"

Überhaupt sind die Vorbereitungen, das Sich-in-die-Rolle-Hineindenken, das Wichtigste beim Schauspielern. Etwa für die Rolle, in der er bei Sat1 zu sehen ist: die Rolle als fast schon monsterhafter Stalker Hannes Jäger, der seiner Ex-Freundin Malu (Josefine Preuß) das Leben zur Hölle macht. „Es macht mir Spaß, Bösewichte zu spielen“, sagt Vladimir Burlakov. „Da gibt es einfach mehr Freiheiten im Spiel.“ Etwa in diesem Film „Dein Leben gehört mir“: „Hannes Jäger kennt fast keine Grenzen in seinem psychischen und physischen Terror“, sagt Burlakov. Ob es brutale Schläge sind, heimliches Belauern oder Drohungen – Burlakov spielt das mit brutaler Intensität. „Meine Grenze wäre bei einer Vergewaltigung erreicht“, sagt er. „Das kann ich in Filmen schon nicht ansehen; das spielen zu müssen, wäre extrem hart.“

Ganz schön bedrohlich: der Stalker Hannes (Vladimir Burlakov) stellt seiner Ex nach. Foto: SAT.1/Gordon Mühle


Berührungspunkte mit dem Thema Stalking und Gewalt gegen Frauen hatte der Schauspieler, der familiär vor allem mit Frauen aufgewachsen ist, nicht. „Ich denke mir da immer eine Background-Story aus“, sagt Burlakov. „Ich will fühlen, warum dieser Mann so geworden ist, wie er ist; der ist ja nicht so böse auf die Welt gekommen.“ Und im ersten Teil des Films wirkt er auch nicht böse, eher wie ein Glücksgriff für die Ärztin Malu, die nach einer Trennung neu nach Berlin gekommen ist und sich auf einer Party in den gutaussehenden, aufmerksamen und offenbar ungebundenen Hannes verliebt. Erst nach und nach merkt sie, dass er ein Kontrollfreak ist, ungesund eifersüchtig – und dass seine Geschichten, die er über sich selbst erzählt, so nicht stimmen können. Sie macht Schluss – und das Drama nimmt seinen Lauf. „Ein bisschen etwas Böses trägt wohl jeder in sich, egal, was es ist“, sagt Vladimir Burlakov. Heute Abend lebt er es aus. Demnächst im Tatort bekämpft er es.

Dein Leben gehört mir. Am Montag, 1. April 2019, um 20.15 Uhr bei Sat1


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