Montagabend auf Sat.1 Bedrückendes Missbrauchsdrama: Lautlose Tropfen

Franziska (Stefanie Stappenbeck) wird auf ihrem Abitreffen vergewaltigt. Das Missbrauchsdrama „Lautlose  Tropfen“ zeigt, wie sie daran zunächst spürbar zerbricht – aber auch entschlossen ist, den Täter zu stellen. Foto: SAT.1/Moritz HirschFranziska (Stefanie Stappenbeck) wird auf ihrem Abitreffen vergewaltigt. Das Missbrauchsdrama „Lautlose Tropfen“ zeigt, wie sie daran zunächst spürbar zerbricht – aber auch entschlossen ist, den Täter zu stellen. Foto: SAT.1/Moritz Hirsch

Osnabrück. Franziska werden auf ihrem Abitreffen K.o.-Tropfen verabreicht. Dann wird sie vergewaltigt. Das bedrückende Missbrauchsdrama "Lautlose Tropfen" zeigt, wie sie daran zunächst spürbar zerbricht und sich danach selbst auf die Suche nach dem Täter macht.

Das Leben der Lehrerin Franziska Wellmer (Stefanie Stappenbeck) gerät aus den Fugen: Auf ihrem 20-jährigen Abitreffen werden ihr K.o.-Tropfen verabreicht. Sie wacht in ihrem Hotelzimmer auf, ohne Erinnerung und mit Schmerzen im Unterleib. Bald stellt sich heraus: Sie ist vergewaltigt worden. Weil die Betäubungsmittel nicht lang im Blut nachweisbar sind, ist die Polizei machtlos. Also begibt sich Franziska selbst auf die Suche nach dem Täter.

Da die K.o.-Tropfen nicht lange im Blut nachweisbar sind, sind der Polizei bei der Ermittlung die Hände gebunden. Suse (Mira Bartuschek, Mitte) und Franziska (Stefan Stappenbeck) müssen sich selbst auf die Suche nach dem Täter begeben. Foto: SAT.1/Maor Waisburd


Vor allem in der ersten Hälfte ist „Lautlose Tropfen“ ein wirklich bedrückender und mitreißender Film. Wenn Franziska mehr und mehr klar wird, was passiert ist, und sie spürbar an dem Missbrauch zerbricht, ist es fast unerträglich, dabei zuzusehen – und das soll es auch sein. Es geht dem Zuschauer tatsächlich körperlich nahe, wenn sie ihrem Mann Freddy (Max von Pufendorf) unter Tränen von der Vergewaltigung erzählt und auch er langsam die Tragweite all dessen begreift. Definitiv die beste Passage dieses ohnehin starken Fernsehkrimis, der auch die Ohnmacht und Traumata von Missbrauchsopfern thematisiert.

Mit Stappenbeck, von Pufendorf und Oliver Wnuk ist der Film fast durchweg top besetzt. Stappenbeck und von Pufendorf spielen glaubhaft ein Ehepaar, das zunehmend den Boden unter den Füßen verliert. Lediglich Mira Bartuschek wirkt etwas hölzern in ihrer Rolle als Franziskas Freundin Suse, die ihr Trost spendet und bei der Ermittlung hilft. 

Freddy (Max von Pufendorf) und Franziska (Stefanie Stappenbeck) verlieren nach Franziskas Vergewaltigung den Boden unter den Füßen. Foto: SAT.1/Maor Waisburd


„Lautlose Tropfen“ ist der Auftakt der dreiteiligen Sat1-Reihe „#WirZeigenHaltung“. An den beiden kommenden Montagen folgen der Stalking-Thriller „Dein Leben gehört mir“ und das Zivilcourage-Drama „Ein ganz normaler Tag“.

Wertung: 5 von 6 Sternen

Lautlose Tropfen. Montag, 25. März 2019, 20:15 Uhr, Sat.1


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