Doppelspitze mit Daniel Sträßer Vladimir Burlakov neuer Tatort-Kommissar in Saarbrücken

Der Tatort-Fototermin fiel am Donnerstag wegen der Erkrankung eines Ensemble-Mitglieds aus - Anfang März hatte Vladimir Burlakov seinen neuen Kinofilm „Iron Sky 2 - The Coming Race“ vorgestellt, in dem er ab 21. März zu sehen ist. Foto: dpa/Annette RiedlDer Tatort-Fototermin fiel am Donnerstag wegen der Erkrankung eines Ensemble-Mitglieds aus - Anfang März hatte Vladimir Burlakov seinen neuen Kinofilm „Iron Sky 2 - The Coming Race“ vorgestellt, in dem er ab 21. März zu sehen ist. Foto: dpa/Annette Riedl

Osnabrück. Nicht die von einigen Beobachtern hochgehandelte Desirée Nosbusch wird neue Tatort-Kommissarin in Saarbrücken, sondern Vladimir Burlakov. Als Kriminalhauptkommissar Leo Hölzer wird er zusammen mit dem Saarländer Daniel Sträßer als Adam Schürk Chef eines fünfköpfigen Ermittlerteams.

Frauen stehen in diesem Team nur in der zweiten Reihe und große Namen sind auch nicht dabei: Brigitte Urhausen spielt die Hauptkommissarin Esther Baumann, Ines Marie Westernströer ist als Hauptkommissarin Pia Heinrich dabei und Anna Böttcher gibt die Rechtsmedizinerin Dr. Henny Wenzel.

Fast sechs Wochen nach dem letzten Auftritt von Devid Striesow als Saarbrücker Kommissar Jens Stellbrink hat der Saarländische Rundfunk (SR) damit endlich das Rätselraten um seine Nachfolge beendet. Striesow hatte am 27. Januar in der Folge „Der Pakt“ zwar einen respektablen Ausstand gegeben, war aber vor allem aufgrund der arg klamaukigen Auftaktepisoden stets umstritten. (So stark war Devid Striesows Ausstand mit "Der Pakt")

Gemeinsame Vergangenheit

Nun also der Neustart: Nachdem eine Pressekonferenz und ein geplanter Fototermin in Saarbrücken wegen der Erkrankung eines Ensemblemitglieds kurzfristig angesagt worden war, beschränkte sich SR-Tatort-Redakteur Christian Bauer am Donnerstag auf eine Pressemitteilung: „Die beiden Hauptkommissare haben eine gemeinsame Vergangenheit: Nicht nur, dass sie Kindheitsfreunde sind, die sich über 15 Jahre nicht gesehen haben - es verbindet sie auch ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit, das ihr Wiedersehen überschattet.“

Auch die Art, wie sie zusammenkommen, sei nicht gerade schön: „Leo hat ein Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Amtshilfe am Hals, weil er in einer Situation nicht geschossen hat, in der man nach Ansicht des Disziplinarbeamten durchaus hätte schießen sollen.“

Kein Schmunzelkrimi 

An einen Schmunzelkrimi ist mit dem neuen Team offenbar nicht gedacht. Für die in der kommenden Woche beginnenden Dreharbeiten kündigte Produzent Martin Hofmann an: „Der erste Fall der neuen Saarbrücker Kommissare hat es direkt in sich. Er katapultiert sie mitten in die Wirren einer verfeindeten saarländischen Familie, in der jeder jeden gehasst hat und ein Brudermord mindestens im Bereich des Möglichen liegt.“

Das Drehbuch hat Hendrik Hölzemann geschrieben, Regie führt der gebürtige Flensburger Christian Theede. Beide hatten schon den im letzten Jahr ausgestrahlten und absolut sehenswerten Stellbrink-Tatort „Mord ex Machina“ für den SR realisiert. (So stark war der Tatort "Mord Ex Machina")

Burlakov ist der Star

Wenn es überhaupt einen Star im neuen Tatort-Team gibt, ist es wohl der 1987 in Moskau geborene und als Siebenjähriger nach Deutschland übergesiedelte Vladimir Burlakov. 2010 spielte er eine Hauptrolle in dem herausragenden Krimi-Mehrteiler „Im Angesicht des Verbrechens“ von Dominik Graf. Gemeinsam mit dem Ensemble gewann Burlakov hierfür den Deutschen Fernsehpreis. 2011 übernahm er in „Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis“ neben Veronica Ferres und Herbert Knaup die Hauptrolle des Marco Weiss und erhielt für seine schauspielerische Leistung den Bayrischen Fernsehpreis.

Auch in den Serien „Deutschland 83“ und „Deutschland 86“ war er zu sehen, am 1. April zeigt Sat1 den Thriller „Dein Leben gehört mir“ mit Burlakov in der Hauptrolle, im Kino wird der 31-Jährige Ende März ebenfalls als tragende Figur in „Iron Sky 2 - The Coming Race“ zu sehen sein.

Vorschusslorbeeren

Der Saarländische Rundfunk ist von seinen beiden neuen Top-Ermittlern auf jeden Fall zutiefst überzeugt und zitierte Tatort-Redakteur Bauer mit den vollmundigen Worten: „Der eine, Burlakov, ist derzeit im deutschen Fernsehen dauergebucht und der andere, Sträßer, war schon als ganz junger Schauspieler Teil des Ensembles am Burgtheater in Wien. Beide sind neue Stars der deutschen Schauspielerszene. Ich halte das für eine klassische Win-Win-Situation.“ Diesem Anspruch müssen die beiden und ihr Team nun gerecht werden.


Hier die vom Saarländischen Rundfunk übermittelten Kurzbiografien des neues Teams:


Vladimir Burlakov ist Hauptkommissar Leo Hölzer

Vladimir Burlakov, 1987 in Moskau geboren, siedelte im Alter von neun Jahren mit seiner Mutter, seiner Zwillingsschwester und der jüdischen Großmutter nach Deutschland über. Ohne Deutschkenntnisse in München angekommen, wartete die Familie lange auf die Einbürgerung. Eine Zeit, die den heutigen Schauspieler sehr prägte. Früh in seiner Kindheit hegte Vladimir Burlakov bereits den Wunsch, Schauspieler zu werden. Er verfolgte konsequent dieses Ziel und ließ sich 2006 bis 2010 an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München ausbilden. Dort gelang es ihm auch seinen russischen Akzent abzulegen. Noch als Schaupielstudent spielte er in dieser Zeit in „Die Rächer“ am Neuen Theater München und gab zudem 2010 sein Film-Debüt für das deutsche Fernsehen: Er spielte die Hauptrolle in dem von der Kritik hochgelobten Krimi-Mehrteiler „Im Angesicht des Verbrechens“ von Dominik Graf. Gemeinsam mit dem Ensemble gewann Burlakov hierfür den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Besondere Leistung Fiktion“. Ursprünglich dem Theater verschrieben, drehte Vladimir im selben Jahr „Schurkenstück“ mit Katharina Schüttler und erntete erneut viel Lob von den Kritikern. 2011 übernahm er in „Marco W. - 247 Tage im türkischen Gefängnis“ neben Veronica Ferres und Herbert Knaup die Hauptrolle des Marco Weiss und erhielt für seine schauspielerische Leistung den Bayrischen Fernsehpreis. Es folgten zahlreiche weitere TV- und Kinoproduktionen, wie beispielsweise der Kinofilm „Ausgerechnet Sibirien“ von Ralf Huettner, „Scherbenpark“, „Verbrechen“ nach Ferdinand Schirach, „Nachthelle“, „Deutschland 83“, „Auf kurze Distanz“, „Jack the Ripper“ oder „Verliebt in Amsterdam“. Demnächst zu sehen ist Vladimir Burlakov bei amazon prime in der erfolgreichen Serie „Deutschland 86“ sowie in „Lore“ von Regisseur Christoph Schrewe. Weitere Kinoprojekte mit Vladimir Burlakov, wie „Iron Sky 2 - The Coming Race“, in dem er die männliche Hauptrolle spielt und „War Photographer - the man with the camera“ werden in den kommenden Monaten im Kino erscheinen. Im Frühjahr 2019 wird er in der männlichen Hauptrolle Hannes in „Gestalkt“ neben Josefine Preuss zu sehen sein. Josefine Preuss spielt eine Ärztin, Malu, die sich in den scheinbar „perfekten“ Hannes (Vladimir Burlakov) verliebt. Vladimir Burlakov lebt in Berlin.


Daniel Sträßer ist Hauptkommissar Adam Schürk

Daniel Sträßer wurde 1987 in Völklingen im Saarland geboren und besuchte die freie Waldorfschule Saarbrücken. Ab 2008 absolvierte er die Schauspielausbildung an der Universität Mozarteum in Salzburg. 2011 debütierte er in der Rolle des Romeo am Wiener Burgtheater, dessen Ensemble er bis 2015 angehörte. Zweimal wurde er für seine Leistungen als bester Schauspieler für den „Nestroy-Preis“ nominiert. Ebenfalls in Österreich bekam er seine erste Kinohauptrolle in dem Film „Der letzte Tanz“, der 2014 mit dem „Großen Preis der Diagonale“ ausgezeichnet wurde. Seither lebt Sträßer in Berlin und arbeitet weiterhin am Theater (unter anderem Schauspielhaus Zürich) sowie in zahlreichen Kino- („Schönefeld Boulevard“, „Jeder stirbt für sich allein“, „La Palma“) und Fernsehproduktionen („Die Pfeiler der Macht“, „Polizeiruf“, „Charité“)


Anna Böttcher ist Rechtsmedizinerin Dr. Henny Wenzel

wurde in Berlin geboren und absolvierte ihre Ausbildung zur Schauspielerin an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. Sie wirkte in unzähligen TV- und Kinospielfilmen mit, darunter der Tatort (Regie: Lars Kraume), die ZDF-Serie Sperling, die TV-Serien "Weinberg" (Regie: Till Franzen), "Goethe!“ (Regie: Philiipp Stölzl), „Kaddisch Für Einen Freund“ (Regie: Leo Khasin) und gerade erst „Cortex“ (Regie: Moritz Bleibtreu). 2000 erhielt sie den deutschen Fernsehpreis für die beste Nebenrolle in Jan Joseph Liefers Regiedebüt "Jacks Baby". Neben ihren Filmrollen zieht es sie auch immer wieder zum Theater hin. So spielte sie am Renaissance Theater Berlin, dem Hans Otto Theater in Potsdam und im Theater an der Parkaue, dem größten Staatstheater für junges Publikum in Deutschland. Dass ihr das junge Publikum am Herzen liegt, zeigt auch ihr Mitwirken in den Kinderfilmen "Sams im Glück", "Rico, Oscar und der Diebstahlstein" und "Die Pfefferkörner und der Fluch des Schwarzen Königs". Anna Böttcher lebt mit ihrer Familie in Berlin.


Brigitte Urhausen ist Hauptkommissarin Esther Baumann

wurde in Luxemburg geboren und hat an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart Schauspiel studiert. Nach ersten Verpflichtungen an Theatern in ihrem Heimatland, dem Staatstheater in Stuttgart sowie dem Theater Magdeburg trat sie 2004 ein mehrjähriges Festengagement am Pfalztheater in Kaiserslautern an. Seit 2009 gastierte sie an verschiedenen Luxemburger Bühnen, außerdem am Badischen Staatstheater Karlsruhe am Staatstheater Mainz sowie bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Vor der Kamera spielte Brigitte Urhausen in jüngster Zeit bereits im SR-„Tatort“ „Mord Ex Machina“ (Regie: Christian Theede) sowie in der ZDF-Arte Serie „Bad Banks“ (Regie: Christian Schwochow) und in den internationalen Kinofilmen „Dreamland“ (Regie: Bruce McDonald) und „Marionette“ (Regie: Elbert van Strien). Außerdem hat sie in zahlreichen luxemburgischen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt, unter anderem dem Kinofilm „Doudege Wènkel“ und der Serie „De Bësch“ (beides Regie: Christophe Wagner). Seit 2013 spricht sie die Rolle der Kommissarin Amalie Gentner in den vom Saarländischen Rundfunk produzierten „ARD Radio Tatorten“. Brigitte Urhausen lebt in Karlsruhe.


Ines Marie Westernströer ist Hauptkommissarin Pia Heinrich

wurde in Bochum geboren und absolvierte von 2007 bis 2011 ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Im Anschluss wurde sie von 2011 bis 2016 festes Ensemblemitglied am Staatsschauspiel Dresden, wo sie unter anderem die Titelrolle in dem Stück Miss Sara Sampson, die 'Hilde Wangel' in 'Baumeister Solness` sowie die 'Mignon' in 'Wilhelm Meisters Lehrjahre' spielte. 2016 wechselte sie vom Staatsschauspiel Dresden an das Schauspiel Köln, wo sie erneut festes Ensemblemitglied ist. Hier arbeitet sie mit Regisseurinnen und Regisseuren wie Frank Castorf, Stefan Bachmann, Therese Willstedt, Nuran David Calis und Rafael Sanchez. Für ihre Leistung in dem Stück 'Istanbul' (Regie: Nuran David Calis) wurde sie 2017 von der Zeitschrift Theaterheute als beste Nachwuchsschauspielerin nominiert. Außerdem ist sie regelmäßig für Film, Fernsehen und Hörfunk tätig. In dem Kinofilm 'Die Hannas' spielte sie die Hauptrolle 'Nico'. Für ihre Leistung wurde sie beim Filmfest München 2016 als beste Hauptdarstellerin nominiert. Im Sommer 2017 wurde der Film beim Achtung Berlin Filmfestival als bester Spielfilm ausgezeichnet. In jüngster Zeit stand sie für den „Tatort“ Köln (Regie: Felix Herzogenrath) und für den Kinofilm „Tagundnachtgleiche“ (Regie: Lena Knauss) vor der Kamera.


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