Spielfilmdebüt auf arte Sympathisch bis stubenrein: "Wann endlich küsst du mich?"

Mit 16 hat man's nicht leicht! Erst nervt die Mutter und dann wird Viola (Luise von Finckh) auch noch schwanger. Bild: © SWR/U5 FilmproduktionMit 16 hat man's nicht leicht! Erst nervt die Mutter und dann wird Viola (Luise von Finckh) auch noch schwanger. Bild: © SWR/U5 Filmproduktion

Osnabrück. In der Komödie "Wann endlich küsst du mich?" (Freitag, 20.15 Uhr auf arte) strapazieren zwei ungeplante Schwangerschaften den familiären Zusammenhalt. Und was genau ist eigentlich ein Baby-Simulator?

Am Anfang von Julia Ziesches Spielfilmdebüt steht eine auffordernde Feststellung: "Es gibt Situationen im Leben, da versucht man sich ein Bild von seiner Familie zu machen." Wie also sieht's aus bei Familie Rosemeyer? Ganz durchschnittlich könnte man sagen: Eine engagierte, etwas enervierende Mutter mit zwei Töchtern. Die Spät-Pubertäre braucht die mütterliche Bremse, die Studienabschluss-Aufschieberin braucht den mütterlichen Arschtritt. Dazu gesellen sich ein Patchwork-Stiefvater, eine altersweise Omi und dann huscht immer mal wieder ein wirklich lustiger dementer Opa durchs Bild. Eine doppelte, eher ungeplante Schwangerschaft stellt dann diesen sympathischen Haufen vor neue Herausforderungen.

"Wann endlich küsst du mich?" ist eine stille, etwas stubenreine Komödie über das Heranwachsen, Älter- und Altwerden im familiären Gefüge. Auch wenn im späteren Verlauf in einigen klugen Szenen die Probleme etwa der jüngeren Tochter an Griffigkeit gewinnen, lässt der Film zu keinem Zeitpunkt Zweifel an seinem optimistisch-harmonischen Grundton aufkommen. Gegen das genügsame Plätschern stemmen sich dann kurioserweise gerade die herrlich verschlurften Auftritte der älteren Tochter Mascha.

Wertung: 4 von 6 Sternen

Wann endlich küsst du mich?; 15.03.19; 20:15 Uhr, arte


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