Kritik an Öffentlich-Rechtlichen Günther Jauch stellt Unabhängigkeit von ARD und ZDF infrage

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Bis 2015 war Günther Jauch mit seinem Talk-Format in der ARD zu sehen. Foto: imago/Stefan ZeitzBis 2015 war Günther Jauch mit seinem Talk-Format in der ARD zu sehen. Foto: imago/Stefan Zeitz

Berlin. Die Bedingungen bei den Öffentlich-Rechtlichen Sendern seien eigentlich "traumhaft", doch laut dem beliebten TV-Moderator Günther Jauch ist die Realität bei ARD und ZDF eine andere.

Vier Jahre lang sprach Moderator Günther Jauch sonntagabends in seinem "Polittalk aus dem Herzen der Hauptstadt" über die Themen der Woche – der lukrative Sendeplatz im Ersten brachte dem Talk-Format aus dem Gasometer Schöneberg regelmäßig eine Millionenquote. Mittlerweile ist wieder "Anne Will" dort zu sehen – Jauch nannte 2015 "private und berufliche Gründe" dafür, seinen Vertrag mit dem federführenden Norddeutschen Rundfunk nicht zu verlängern. Vier Jahre später nennt der beliebte Moderator weitere Details, die den Verantwortlichen von ARD und ZDF wenig gefallen dürften. 

In einem Interview mit der ZDF-Journalistin Maja Weber, die im Rahmen eines Videos für die Journalistenschule "Reporterfabrik" mit dem 62-Jährigen sprach, ging Jauch mit seinem ehemaligen Arbeitgeber hart ins Gericht. "Ganz direkt gesagt: Es haben am Ende ganz einfach zu viele da rein geredet", deutete er seinen Unmut an. Und weiter: "In meinem speziellen Fall war es einfach so: Ich bin, gerade wenn ich journalistisch tätig bin, gerne unabhängig. Mit der Unabhängigkeit war es irgendwann schwierig."


Dabei hätten die Sender durch den Rundfunkbeitrag "traumhafte Bedingungen", um dem Auftrag des Staatsvertrages, also Bildung, Unterrichtung und Unterhaltung, nachzukommen. Jauch nennt die Sender jedoch "in sich selbst gefangen." Sie würden mitunter "ängstlich nach links und rechts schauen." 

Rundfunkräte, Verwaltungsräte, politische Parteien und eine Schere, "die sich sich selbst im Kopf zusammengebastelt haben" kommen zusammen. Genauso sorgten Karrieristen innerhalb der Sender dafür, dass diese "nicht so frei und unabhängig sind, wie man sie sich von der Konstruktion her vorstellen könnte." Er selbst habe es nicht geschafft, nach seiner langjährigen Tätigkeit für Privatsender deren Vorteile auf das Öffentlich-Rechtliche System zu übertragen – er sei "gegen Wände gerannt".


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