Am Donnerstag auf Arte Moralisches Dilemma: Die Miniserie "Ein sicherer Hafen"

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Seenotrettung mit Folgen: Die Australier Ryan und Damien stoßen im Segelurlaub auf ein Flüchtlingsboot.Seenotrettung mit Folgen: Die Australier Ryan und Damien stoßen im Segelurlaub auf ein Flüchtlingsboot.

Osnabrück. In der ARTE-Miniserie "Ein sicherer Hafen" werden Segler mit den Folgen der Seenotrettung von Flüchtlingen konfrontiert.

Fünf Australier begegnen auf einem Segeltörn einem havarierten Flüchtlingsboot und entschließen sich es abzuschleppen. Doch in der Nacht durchtrennt jemand heimlich das Abschleppseil. Fünf Jahre später treffen die Australier daheim auf eine der damals geflüchteten Familien. Sie erfahren, dass die Tochter der Iraker nach dem Kappen des Seils in einem Sturm mit sechs weiteren Flüchtlingen ums Leben kam. Die Frage nach Schuld und Gerechtigkeit quält nun beide Parteien. Durch die frühe Aufspaltung der Erzählung in zwei Stränge - auf See und fünf Jahre später - gerät der Einstieg leider sehr holprig. Das Springen zwischen beiden Handlungsebenen erschwert es dem Zuschauer Empathie für die Figuren aufzubauen. Zudem wirkt die Entscheidung das Scheitern der Rettung zunächst nicht zu zeigen, als habe man sich um das zentrale moralische Dilemma herummogeln wollen. Erst gegen Ende der Auftaktfolge nimmt die Geschichte genügend Fahrt auf um jenen typischen Serien-Sog zu entwickeln, auf den Arte mit der Programmierung aller vier Folgen an einem Abend wohl setzt. Ob die Bedrohung, die im weiteren Verlauf von den Irakern ausgeht, ein treffendes Bild für die Ängste von Teilen der westlichen Gesellschaften ist, oder sie lediglich für einen spannenden Plot ausbeutet, das zu bewerten sei dem Publikum überlassen.


Wertung: 3 von 6 Sternen


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