3Sat feiert heute 50. Folge Pufpaffs Happy Hour: Blödsinn mit Anspruch – und auch ohne

Die 50. Folge von "Pufpaffs Happy Hour" feiert Gastgeber und Komiker Sebastian Pufpaff mit Konfetti, Luftballons, Tröten und Gästen wie Torsten Sträter, Michael Mittermeier und der Nachwuchskünstlerin Thanee. Foto: ZDF/Antje DittmannDie 50. Folge von "Pufpaffs Happy Hour" feiert Gastgeber und Komiker Sebastian Pufpaff mit Konfetti, Luftballons, Tröten und Gästen wie Torsten Sträter, Michael Mittermeier und der Nachwuchskünstlerin Thanee. Foto: ZDF/Antje Dittmann

Berlin . Vor sechs Jahren hat 3Sat die erste Folge „Pufpaffs Happy Hour“ gezeigt. Am Sonntag ist die 50. Folge zu sehen. Mit Quatsch, kluger Unterhaltung, Kabarett, Musik, Tröten und Luftballons. Pufpaffs Happy Hour – 50. Folge: Sonntag, 17. Februar, 20.15 Uhr, 3Sat

Kerzenleuchter tauchen die Bühne in ein sanftes Licht, leise säuseln die Violinen, zwei Celli fallen ein, zart fügen schließlich Simon und Jan ihre Stimmen in die Harmonien – und karikieren mit dem Text den weichen Klang: Die beiden singen das Lied "Komm, sauf mit mir". Begleitet von der Vielharmonie tun sie das wie immer mit bösem Witz.

Passend ist der erste musikalische Beitrag in der 50. Folge „Pufpaffs Happy Hour“, die am 21. Januar im Kesselhaus der Berliner Kulturbrauerei aufgezeichnet wurde. Blödsinn mit Anspruch wird in der Reihe geboten. Meistens. Manchmal ist es einfach nur Quatsch.

Am Konzept der Sendung wurde seit ihrem Beginn vor sechs Jahren kaum gebastelt: Sie präsentiert hintergründiges Kabarett und botschaftslose Comedy, Poetry Slam und Musik. Etablierte Künstler werden ohne viel Gewese mit jungem oder älterem Nachwuchs gemischt.

Moderator ist von Beginn an Sebastian Pufpaff, dem Torsten Sträter in den ersten Minuten der Sendung eine liebevolle Lobhudelei aus blühendem Nonsens auf den Weg gibt. Es folgen Michael Mittermeier, Konrad Stöckel und weitere Künstler. Tahnee ist unter ihnen mit 26 Jahren die jüngste. Und - von den Musikerinnen abgesehen - die einzige Frau. 

Einige seiner liebsten Gäste habe er für die 50. Folge eingeladen, sagt Pufpaff, der die Sendung nicht nur moderiert, er liefert auch kabarettistische Einlagen, in denen er allerlei Blödsinn aus dem modernen Alltag karikiert und sein persönliches Fazit daraus zieht. Er habe ein neues Motto für sich entdeckt: „Lasse mal machen“, würde er jetzt denken, wenn er Menschen sieht, die mit ihren Autos über die Straßen brettern oder sich mit Chips in den Diabetes futtern. „Sollen se man machen, dann haben wir auch wieder mehr Wohnraum in den Innenstädten“, spottet er.

Die Aufzeichnung in der Kulturbrauerei ermöglicht einen Blick auf Dinge, die dem Fernsehzuschauer zumeist verborgen bleiben: Vor allem ist es das Ballett der Bühnenbauer, Redakteure und Techniker, die konzentriert dafür sorgen, dass sich der Auftritt des einen Künstlers nahtlos an den nächsten reihen kann.

„Mir ist immer bewusst, dass die Happy Hour eine reine Teamleistung ist“, sagt Sebastian Pufpaff auf Anfrage unserer Zeitung. Deshalb habe das Team am Abend vor der Aufzeichnung von Folge 50 den Spieß mal umgedreht: Bei einem Drei-Gänge-Menü bedienten diejenigen, die sonst auf der Bühne stehen, diejenigen, die „sonst die Hauptarbeit leisten“, sagt Pufpaff.

Für Pannen – wenn auch nur kleine – sorgen bei der Aufzeichnung andere. Konrad Stöckel reißt als weißbekittelter Extremwissenschaftler den Griff einer Pumpe ab. Torsten Sträter kichert über seine eigenen Scherze. Und der Moderator selbst weiß nicht genau, wann er denn nun die Treppe zur Bühne hinuntergehen soll.

Am oberen Ende dieser Treppe herrscht eine Stunde vor der Aufzeichnung entspannte Konzentration. Denn dort befindet sich der Aufenthaltsraum. Ein Künstler versucht sich mit Pulli über dem Gesicht auf dem Sofa an einem Nickerchen. Michael Mittermeier – in echt noch schmaler als im Fernsehen – unterhält sich beim Essen mit Miss Allie, die in Folge 49 zu sehen war. Sebastian Pufpaff und Christoph Sieber fachsimpeln über ihre jüngsten Tennismatches. Horst Evers blickt konzentriert auf ein Blatt Papier. Hier mischen sich die Künstler der 49. und der 50. Folge, die an einem Abend aufgezeichnet werden.

„Als Spartenangebot kann man nicht viel falsch machen“, spottet Pufpaff während Folge 50 über seine Sendung. Nach zwei Testfolgen im Jahr 2013 werden seither jährlich acht Folgen gezeigt. 2018 haben im Schnitt knapp 600.000 Zuschauer die Sendung verfolgt, im Jahr 2014 waren es noch 370.000.

3Sat hat einen Kabarett-Schwerpunkt, aber auch andere Sender haben Formate für Kabarett und Comedy. Auch Pufpaff tritt in anderen Sendungen auf und reist mit einem eigenen Programm zu deutschsprachigen Bühnen. Mal improvisiert er bei der Happy Hour, mal schreibt er Texte vor. Regeln dafür, was er auf welcher Bühne verwendet, gebe es keine: „Sollte sich die Improvisation als extrem witzig herausstellen, wird sie hinterher in Schriftform festgehalten und dann zu einer wiederkehrenden Nummer.“ Nummern fürs Fernsehen würden hin und wieder in sein Soloprogramm einfließen, manchmal sei das auch umgekehrt: „Wenn ich was Witziges finde, teile ich es gerne mit, egal wo und wann.“

Pufpaffs Happy Hour – 50. Folge: Sonntag, 17. Februar, 20.15 Uhr, 3Sat


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